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Albumbesprechung Werner Nadolny's Jane - Eternity

Interpret: Werner Nadolny's Jane

Titel: Eternity

Erscheinungsjahr: 2011

Genre: Rock, Krautrock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Eternity ist ein Album von Werner Nadolny's Jane. Die namentliche Unterscheidung ist notwendig, da es nach diversen Streitigkeiten irgendwann drei Nachfolgebands der deutschen Band Jane gab. Werner Nadolny's Jane ist eine davon, Eternity ist deren jüngstes Werk, welches im April 2011 offiziell vorgestellt wurde.

Jane gehörten zu den erfolgreichsten Bands des so genannten Krautrock, die Band verkaufte angeblich über 2,5 Millionen Tonträger. Das ist für eine Krautrockband ein guter Wert. Werner Nadolny gehört zu den Gründungsmitgliedern der Ursprungsband Jane, welche sich um 1969 in Hannover bildete.

Nadolny hat in letzter Zeit einiges an Material vorgelegt, zuletzt eine DVD mit Live- und Studiotracks. Dort waren schon Titel dieser CD enthalten. Nadolny befasst sich auf Eternity nach eigenen Aussagen mit dem Thema Numerologie. Es geht um die magische Zahl sieben, welche immer wieder in historischen Schriften vorkommt. Die Umsetzung erscheint etwas halbherzig. Immerhin sind es nur sechs Songs, weil als siebter Song die Radioedits von drei Albumsongs zusammengefasst werden. Außerdem ist der Song Circle Of Hands "nur" eine Coverversion des alten Uriah Heep Songs. Auch die Lyrics (meistens von Sänger Ilg stammend) vermitteln aus meiner Sicht nur bedingt eine Schlüssigkeit zum Thema.

Die Band präsentiert sich in guter Form. Besonders hervorheben würde ich hier die Rhythmusfraktion (Drummer Sven Petersen und Bassist Rolf Vatteroth). Gitarrist Dete Klamann klingt sehr präsent, wenn man bedenkt, dass mit Nadolny und Bogard zwei Keyboarder dabei sind. Thorsten Ilg kannte ich zuvor aus der Uriah Heep Cover Band Circle Of Hands. Ich gehe mal davon aus, dass er auch den gleichnamigen Coversong mit einbrachte. Sein Gesang klingt ordentlich, nur in den ruhigen Passagen wirkt er für meinen Geschmack stellenweise etwas farblos.

Die Songs wirken aber, analog zur inhaltlichen Umsetzung, etwas unschlüssig. Nadolny orientiert sich zwar an alten Jane Sounds, klingt aber mehr nach Sounds aus den frühen 1980ern und liefert erstaunlich viele Popmusikmomente mit Reminiszenzen an die Beatles.

Diesen Mix gibt es gleich einmal auf der einleitenden dreiteiligen Suite Tryptich. Deren erster Part Beauty wirkt wie ein Mix aus Beatles und 1980er Artrock mit AOR Tendenzen. Der zweite Part Prosperity nähert sich dem Krautrock und überzeugt mit interessanten Parts, Media wirkt im Anschluss sehr melodiös und poporientiert.

Es folgt die Coverversion des Uriah Heep Songs Circle Of Hands. Den Song präsentiert die Band ordentlich, aber auch etwas leblos. Das hätte sich Nadolny sparen können. Borrowed Time knüpft wieder an die späten Krautjahre von Jane an, versprüht zugleich aber auch ein AOR-Flair. Dennoch ein angenehmer Song mit schönen spacigen Keyboardsounds. Auch Space Waters kann eine angenehme Stimmung verbreiten, wobei das Ganze sehr eingängig klingt und melodisch an Bands des Postpunk erinnert. Auch Roses on The Floor kokettiert eher mit dem Pop der 1980er, denn mit dem Krautrock früher Jahre. A Little Big While stampft danach im Gewand des härteren 1980er Rock vor sich hin. Erwähnenswert ist der gelungene Gesang von Jutta Weinhold, die sich hier stimmlich um Klassen besser präsentiert als auf der letzten Live DVD von Nadolnys Jane. Den Abschluss bildet ein Zusammenschnitt der drei Radioedits von Borrowed Times, Roses On The Floor und Tryptich. Der Song macht in der Form eigentlich nur Sinn, um die von Nadolny beschworene Sieben zu vollenden.

Fazit Eternity von Werner Nadolny's Jane reißt mich hin und her - weniger aus purer Begeisterung, als vielmehr aus einer gewissen Ratlosigkeit. Nadolny liefert ein Album ab, an dem man eigentlich nicht viel herummäkeln kann. Andererseits fallen Lobeshymnen schwer. Die Band spielt gefällige Harmonien und interessante Ideen ein. Allerdings schafft sie es nicht, über längere Strecken zu überzeugen. Eternity ist für Jane Fans sicherlich ein interessantes Album, dem Zeitgeist entspricht das Album aber nur bedingt. Trotzdem immer wieder schön, wenn man etwas von den Bands des Krautrock hört. Das ist auch in dem Fall allemal einen Nostalgie-Bonuspunkt wert.

Trackliste

  1. Triptych
    1. Beauty
    2. Prosperity
    3. Media
  2. Circle Of Hands
  3. Borrowed Time
  4. Space Waters
  5. Roses On The Floor
  6. A Little Big While
  7. Borrowed Time, Roses On The Floor und Triptych (Radio Edits)

Rezensent: MP