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Albumbesprechung Kansas - In The Spirit Of Things

Interpret: Kansas

Titel: In The Spirit Of Things

Erscheinungsjahr: 1988

Genre: AOR, Rock

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

In The Spirit Of Things war das elfte Studioalbum der Band Kansas. Es erschien nach dem ordentlichen Rockalbum Power. In The Spirit Of Things wird von vielen Fans zu den stärksten Alben der Band gezählt. Auch Steve Walsh hat oft betont, dass In The Spirit sein absolutes Lieblingsalbum gewesen sei. So sei es. Kommerziell hatte die Band ihre besten Tage schon lange hinter sich gelassen. Immerhin gelangte das Album noch in die Top 200 in den USA und erreichte Rang 114. Es war aber eines der letzten, wenn nicht das letzte, Kansas Alben, das überhaupt die Top 200 erreichen konnte. Das ist, im Vergleich zu den Platin-Alben Leftoverture und Point Of Know Return, enttäuschend.

Die Band versuchte sich hier an einer Art Konzeptalbum. Erzählt wird die reale Geschichte der Stadt Neosho Falls, die in den frühen 1950ern von einer großen Flut heimgesucht wurde.

Die Songs

"Ghosts" eröffnet das Album ruhig und leicht symphonisch. Ein stimmiger Song mit guten Vokalparts und einem gelungenen Morse-Solo. "One Big Sky" legt zu und ist insgesamt rockiger, leider mit starkem Bezug zum eher belanglosen AOR. "Inside of Me" ist ein gelungener Rocksong, dem man den Einfluss von Morse gut anhört. "One Man, One Heart" wird nach gemäßigten Beginn etwas rockiger, weist aber wieder einen starken Bezug zum eher belanglosen AOR auf. "House On Fire" beginnt mit abgedrehten Gitarrenparts und entwickelt sich dann zu einer ausgewachsenen Hard-Rock Nummer. "Once In A Lifetime" ist ein balladesker Rocksong mit den für Kansas typischen Akustikparts.

"Stand Beside Me" ist eine softe Nummer, die wieder heftig in AOR Gewässern fischt. Ähnliches habe ich schon von Daryl Braithwaite gehört - und das gefiel mir besser. "I Counted On Love" hält den balladesken AOR-Kurs, da können auch die ordentlichen Einwürfe von Steve Morse nichts dran ändern. "The Preacher" rockt härter, überzeugt aber auch nicht komplett. "Rainmaker" beginnt mit Sprechgesang zu Keyboards. Der Song wird danach rockiger, die Band präsentiert hier ein paar interessanten Ideen. "T. O. Witcher" ist eine wunderschöne, leider sehr kurze, Akustikgitarrennummer. "Bells Of Saint James" klingt nach klassischen Kansas. Der Song mit seiner zeitgemäßen rockigen Attitüde klingt dementsprechend ganz ordentlich.

Fazit Erstaunlich, dass dieses Album bei den Fans so beliebt sein soll. Das Album besitzt zweifellos gute Momente. Aber die können die belangloseren Momente eigentlich nicht aufwerten. Auch die interessante konzeptionelle Idee des Albums kann nicht über die mehrheitlich schwachen Songs hinwegtrösten. Leider war das Album auch ein Produkt von Marketingstrategien. Immerhin wurden der Band von der Plattenfirma Fremdautoren vor die Nase gesetzt. Man wollte ein Radiotaugliches Album von Kansas haben. Und dann kann eigentlich nicht viel mehr als belangloser Mainstream-AOR herauskommen. Schade, denn Walsh und Morse hätten ohne die Fremdautoren sicherlich besseres auf die Beine gestellt.

Trackliste

  1. Ghosts (Walsh, Morse, Bob Ezrin) 4:18
  2. One Big Sky (Michael Ehmig, Howard Kleinfeld, Walsh, Ezrin, Ehart) 5:17
  3. Inside of Me (Morse, Walsh) 4:42
  4. One Man, One Heart (Mark Spiro, Dann Huff) 4:20
  5. House on Fire (Walsh, Morse, Ezrin, Ehart) 4:42
  6. Once in a Lifetime (Antonia Armato, Dennis Morgan, Albert Hammond) 4:14
  7. Stand Beside Me (Marc Jordan, Bruce Gaitsch) 3:28
  8. I Counted on Love (Morse, Walsh) 3:33
  9. The Preacher (Morse, Walsh) 4:18
  10. Rainmaker (Walsh, Morse, Ezrin) 6:44
  11. T.O. Witcher [instrumental] (Morse, Walsh) 1:39
  12. Bells of Saint James (Walsh, Morse) 5:39

Rezensent: MP

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