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CD Kritik The Killers - Sam's Town

Interpret: The Killers

Titel: Sam's Town

Erscheinungsjahr: 2006

Genre: Indie-Rock, Postpunk, Pop

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Sam's Town ist das zweite Album der US-Band The Killers. Das Album wurde im Oktober 2006 offiziell vorgestellt. In den US Billboard 200 ging es gleich auf Rang 2 und in den UK Charts erreichten die Killers Rang 1. Platin gab es u. a. in den USA, UK, Australien, Irland und Kanada. Bis 2011 soll sich Sam's Town weltweit über 5 Millionen mal verkauft haben. Für Sänger Brandon Flowers wurde es schon zu einem wichtigen Werk:

Ich wollte ein Album schaffen, das chronologisch alles verarbeitet, was für mich im Heute jemals wichtig war.

Er soll außerdem in einem Interview über das Album geäußert haben, es sei

eines der besten Alben der letzten 20 Jahre

Na ja. Es wird klar, dass Flowers ein gesundes Selbstbewusstsein hat und von anderen Musikern und der Presse wenig hält. Es deutet auch auf eine kleine musikalische Zeitreise hin. Tatsächlich hing die Band aber stilistisch stark in der klassischen Phase des Post Punk fest, zitierte gerne Bands wie U2 bis Talking Heads. Aber es gab eben auch Anleihen aus anderen Genres und Epochen (Beatles, Bruce Springsteen oder etwa Tom Petty).

So eine Zeitreise kann begeistern, muss es aber nicht. Kaum verwunderlich, dass das Killers Album eher kontrovers aufgenommen wurde und stellenweise sogar polarisierte. Sehr gute Bewertungen wechselten sich mit eher negativen Kritiken ab.

Sam's Town eröffnet das Album modern. Zumindest wirkt es wie ein zeittypischer moderner Pop mit vielen Streichern und einigen ungewöhnlichen Ideen. Aus meiner Sicht gibt es auch Parallelen zum Postpunk der Talking Heads. Dem Titeltrack folgt die Enterlude, wenn man so will ein kurzes Pianointerlude. Mit When You Were Young hält die Band den Kurs Richtung kräftigem Indie-Rock mit hohem Gitarrenanteil, auch Bling (Confession of a King) macht keine Ausnahme. Interessant die Nähe zu Sounds der Endsiebziger.

For Reasons Unknown klingt noch etwas ungewöhnlicher mit Sounds wie man sie von Franz Ferdinand kennt. Interessant hier die wabernde Keyboarduntermalung, die hier ganz gut gelungen ist. Read My Mind baut anfangs mit den Keyboardsounds leider ein eher unangenehmes Feeling auf, später nähert sich die Band mehr und mehr OMD. Dafür gibt die Band mit Uncle Jonny wieder schönen Gitarrenindie-Rock. Bones ist ein überraschender Song, der weniger mit dem klassischen Killer Indie Rock zu tun hat als vielmehr eine Art Morrissey-Klon darstellt.

My List beginnt zunächst verschlafen. Allerdings tauen die Killers ab Songmitte auf und nähern sogar in subtiler Form komplexen Progähnlichen Mustern. This River Is Wild nimmt zunächst den komplexen Faden auf, mündet später aber wieder im Indie mit Nähe zum Postpunk. Why Do I Keep Counting? bietet einen Mix aus Popähnlichem Material, Indieparts und interessanten Beatlesharmonien. Exitlude lässt das Album ruhig mit Akustikgitarre und Piano und viel Beatles-Feel ausklingen.

Fazit Die Killers sind meines Erachtens vor allem dann richtig gut, wenn sie ordentlich Druck mit den Gitarren machen. Die Band bzw. Flowers verfügt zwar über ein Arsenal an richtig guten Ideen und kann scheinbar mühelos diverse Einflüsse einarbeiten. Die Umsetzung ist allerdings nicht immer ganz optimal gelungen. Aber das bedeutet im Fall dieses Albums auch Meckern auf hohem Niveau. Das ist vielleicht nicht ganz neu und eben nicht immer ganz optimal umgesetzt, aber es ist letzten Endes doch gute Mucke.

Trackliste

  1. Sam's Town 4:06
  2. Enterlude 0:49
  3. When You Were Young 3:40
  4. Bling (Confession of a King) 4:08
  5. For Reasons Unknown 3:32
  6. Read My Mind 4:06
  7. Uncle Jonny 4:25
  8. Bones 3:47
  9. My List 4:08
  10. This River Is Wild 4:38
  11. Why Do I Keep Counting? 4:24
  12. Exitlude 2:20

Bonus tracks

  • Where the White Boys Dance (UK/Australian/Japanese editions) 3:26
  • All the Pretty Faces (Japanese/US Best Buy editions) 4:45
  • Daddy's Eyes (US Best Buy edition) 4:13
  • When You Were Young (Jacques Lu Cont's Thin White Duke radio edit) (French edition) 4:19

Bonus DVD

  • When You Were Young (Video (Jump Version))
  • When You Were Young (Video (No Jump Version))
  • Making Of When You Were Young
 

Rezensent: MP

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