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CD-Kritik Kings Of Leon - Come Around Sundown

Interpret: Kings Of Leon

Titel: Come Around Sundown

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Rock, AOR, Alternative-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Come Around Sundown ist das fünfte Studioalbum der US-Band Kings Of Leon. Das Album wird offiziell am 15.10.2010 in Deutschland erscheinen, wobei man schon vorab Streams veröffentlicht hat. Schon im September wurde die Single Radioactive aus dem Album vorgestellt.

Für Kings Of Leon lief es seit ihrem ersten Album ziemlich gut, mit der Single Sex on Fire schaffte die Band weltweit den Durchbruch. Alle Alben verkauften sich ordentlich und Kings Of Leon konnten, trotz eher traditionellem Rock, vor allem junge Hörer überzeugen.

Mit dem 2008er Album Only By The Night lieferte die Band einen Mix aus klassischem AOR und Arena-Rock ab. Mit Come Around Sundown bleibt die Band ihrem Stil treu, aber dieses Album unterscheidet sich doch etwas von den Vorgängern.

Die Songs

Der Opener "The End" beginnt vielversprechend. Wuchtige Drums, fette Basslines und schönen Gitarrensounds ergeben einen Mix aus klassischem Rock und Alternative. "Radioactive" ist sehr eingängig konzipiert. Das klingt nach AOR und die Band knüpft an die Sounds ihrer Vorgängeralben an. Gesanglich klingt das aber auch nach den Talking Heads, was im Choir Remix noch stärker herauskommt. Auch "Pyro" verströmt auf mich diesen engen Bezug auf die Post-Punk Phase der 1980er.

"Mary" geht noch weiter zurück in der Geschichte. Da hält sich die Band an Grundstrukturen aus den 1950ern/1960ern und verbindet das Ganze mit der Energie moderner Rockmusik. "The Face" ist verspielter und wirkt balladesk. Wieder hört sich der Song stark nach 1980er Mucke an. Mit "The Immortals" legt die Band diesbezüglich noch einen drauf, weil es wie ein Mix aus frühen Police und U2 klingt.

"Back Down South" ist eine Ballade, die zwischen Bluegrass, Country und Southern-Rock liegt. Das kennt man von Kings Of Leon mittlerweile, ihre Southern-Roots kommen immer wieder durch. Auch "Beach Side" besitzt einen gewissen Roots Bezug zum Americana mit leichten Anleihen an Rockabilly und Southern. Dazu gibt es aber eine gute Prise 1980er Hochglanzpop im Stil von Style Council. "No Money" lärmt dagegen mit einer punkigen Ausrichtung stärker los. Groovig und funky kommt dann "Pony Up" daher, das klingt nach Talking Heads und Tom Tom Club Sounds. "Birthday" überrascht nicht weiter, weil auch dieser Song stilistisch tief in den 1980ern verwurzelt ist.

"Mi Amigo" beginnt Pearl Jam Like und groovt hart, besitzt aber auch Eagles-Vibes. Der Mix aus Grunge und Westcoast klingt gewöhnungsbedürftig. "Pick Up Truck" wird mit schönen E-Bow Sounds eröffnet, hält sich dann aber wieder an vertraute Muster. Auch der erste Bonus-Track "Celebration" erinnert stark an die 1980er bzw. an die frühen U2. "Radioactive" besitzt im Choir Mix eine noch größere Nähe zu den Talking Heads. Mit "Closer" legt die Band einen Bonustrack vor, der sehr emotional klingt und viel Soul hat. Das klingt interessant, gesanglich hört sich das wie ein Mix aus Gnarls Barkley und Terence Trent d'Arby an.

Fazit Ich denke, die Meinungen zu Come Around Sundown werden im Lauf der Zeit auseinandergehen. Etwas störend wirken, aus meiner Sicht, die vielen Anleihen an pop-orientierte Sounds bzw. an Sounds der Post-Punk Phase der 1980er. Sie machen das Album irgendwie unaufregend, der Originalitätsfaktor hält sich durchaus in Grenzen (wenn man die Musik der späten 1970er und frühen 1980er mitbekommen hat). Etwas U2 hier und eine Prise Police da, etwas Paul Weller (sowohl aus seiner Jam und Style Council-Phase), etwas Talking Heads und dazu noch klassische Rocksounds. Ihr bestes Album ist Come Around Sundown aus meiner Sicht auf keinen Fall, aber Kings Of Leon enttäuschen andererseits nicht komplett. Die Songs kann man alle gut anhören und musikalisch ist alles im Lot. Aber es fehlt eben doch das gewisse Etwas…

Trackliste

  1. The End 4:24
  2. Radioactive 3:26
  3. Pyro 4:10
  4. Mary 3:25
  5. The Face 3:28
  6. The Immortals 3:28
  7. Back Down South 4:01
  8. Beach Side 2:50
  9. No Money 3:05
  10. Pony Up 3:04
  11. Birthday 3:15
  12. Mi Amigo 4:06
  13. Pickup Truck 4:44
Bonustracks
  • Celebration
  • Radioactive (Choir Remix)
  • Closer (Presets Remix)

Rezensent: MP

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