Albumbesprechung kleinmeister - kleinmeister

Interpret: kleinmeister

Titel: kleinmeister

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: BritPop, Indie-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

kleinmeister ist das selbstbetitelte Debütalbum der Band kleinmeister. kleinmeister ist eine Band, die ihre Wurzeln in Rosenheim hat. Die Band besteht zum Zeitpunkt des Release aus Maximilian Spindler (Vocals, Guitar, Piano), Simon Spindler (Bass) und Johannes Vogt (Drums, Percussion).

kleinmeister möchten zwar nicht in eine bestimmte Schublade gesteckt werden, aber es handelt sich im weitesten Sinne um eine Indie-Band, was nicht nur die Musik betrifft. Die Band kümmert sich praktisch um alles selbst und passt dadurch gut in die Indie-Schublade. Die erste EP wurde selbst produziert, das vorliegende Album wohl auch. Den Vertrieb übernahm die Band zunächst online, ab 28.10.2010 soll das Album auch im normalen Handel erhältlich sein.

Musikalisch könnte man auch die Indie-Schiene bemühen. Allerdings atmet die Band eine gute Prise Brit-Pop, was sicherlich dem großen Einfluss von Blur zu schulden ist. Die Band nennt Blur zumindest als einen der wichtigsten Einflüsse. Es fallen hier zwar auch Namen wie Autechre oder Aphex Twin, wobei die Einflüsse dieser Electronica Acts eher subtiler Natur sind.

Nicht unwichtig ist die Info, dass Maximilian Spindler für ca. ein Jahr in Bristol lebte. Er hat dort, gem. Bandinfo, jeden verfügbaren Tropfen der dortigen Subkultur in sich aufgenommen. Nach seiner Rückkehr begann im Jahr 2007 das eigentliche Leben der Band kleinmeister.

Musikalisch bieten kleinmeister auf diesem Album einen schönen Mix aus eingängigem Brit Pop und interessanten Ideen des Indie-Rock und Alternative-Rock. Life Is A Weekend ist ein Beispiel dafür. Der Song startet fulminant mit einem Indie-Einschlag, erinnert in den Strophen aber an Brit-Popbands. Common Tuesday klingt, trotz galoppierender Drums, fast schon lieblich. Jesse Owens ist, trotz leicht dissonanten Intros, ein recht eingängiger Song. Auch Cynical Girl klingt mit seinen Anspielungen an den klassischen Rock'n'Roll recht eingängig.

In Love With My Dreams brettert ziemlich hart los. Den Song kann man ohne weiteres dem harten Indie-Rock zuordnen, wobei die Xylophonparts hier fast schon kinderliedähnliche Kontraste setzen. You Are Worse besitzt einen schweren und schleppenden Basisgroove, wird aber immer wieder durch ruhige beatleske Parts aufgelockert. Pigeon Song erinnert anfangs, vom Gitarrensound her, fast etwas an Nirvana. Aber auch hier wird der Einfluss des Britpop schnell deutlich. Da vernimmt man Beatles Einflüsse ebenso wie moderne Einflüsse wie Muse. Nostalgia legt wieder zu - das rockt angenehm und immer leicht schräg. Drink All Day geht eher in Richtung Supergrass, mit End of November nähert sich die Band stärker dem Vorbild Blur. Berlin beendet das Album, getragen von fetten Keyboardteppichen und schönen Gitarrensounds, außergewöhnlich. Vom harmonischen Aufbau erinnert der Song an Why von Eleven, wobei Why an sich härter gestaltet ist.

Fazit Man möchte ja nicht immer in die Vollen gehen, wenn irgendwo in Deutschland irgendwer einmal einen musikalischen Wind lässt. Nach Anhören des Albums wird mein Wunsch aber groß, auch ein Jahr nach Bristol gehen und mich dort beeinflussen lassen. Wenn dabei so etwas herauskommt, dann ist dieses Jahr mehr als gut investiert. Viel mehr möchte ich gar nicht sagen: das Debütalbum von kleinmeister ist außergewöhnlich gut. Wer auf modernen Britpop (sollte man hier schon den GermPop oder so reden?) mit Indieanklängen steht, der muss diese Band gehört haben. Wenn es im Musikbusiness fair zuginge, dann müsste so eine Band den Durchbruch schaffen. Nach sickcity schon wieder so ein Pfund aus Bayern - ich bin begeistert.

Trackliste

  1. Life Is A Weekend 3:24
  2. Common Tuesday 2:34
  3. Jesse Owens 3:45
  4. Cynical Girl 2:53
  5. In Love With My Dreams 3:29
  6. You Are Worse 4:23
  7. Pigeon Song 2:37
  8. Nostalgia 4:02
  9. Drink All Day 3:28
  10. End Of November 3:37
  11. Berlin 2:18

Das Album kann man auf der Bandwebsite kleinmeister.com beziehen

Rezensent: MP