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Albumbesprechung Jens Kommnick - redwood

Interpret: Jens Kommnick

Titel: redwood

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Akustik-Gitarre, Instrumental

Bewertung: Wertung: 10 von 10 Sternen

(10/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

redwood ist der Titel einer CD von Jens Kommnick. Die CD erschien 2015 bei Siunta Musik.

Jens Kommnick ist Musiker, Komponist, Arrangeur und freier Autor. Er spielt nach eigenen Angaben seit 35 Jahren vor allem Gitarre, sein Solostil wird häufig als Celtic Fingerstyle Guitar beschrieben. Tatsächlich kann man ihn als einen ausgemachten Fachmann für die Musik aus dem keltischen Kulturkreis bezeichnen. Aber da ist natürlich noch mehr, und davon zeugt dieses Album dann auch.

Jens Kommnick ist zum einen nicht ausschließlich auf den Bereich Celtic festgelegt und er ist nicht nur Gitarrist. Er spielt auf diesem Album neben den Gitarren auch Bouzouki, Mandoline, Laute, Keltische Harfe, Geige, Bratsche, Cello, Bassgitarre, Tin Whistle, Low Whistle, Irische Holzquerflöte, Blockflöten, Uilleann Pipes, Drehleier, Piano und Cembalo. Das ist, gelinde gesagt, beachtlich.

Natürlich steht die Gitarre auf diesem Album im Mittelpunkt, der Albumtitel redwood weist auf die von Kommnick gespielte Akustikgitarre hin. Und natürlich schwebt über dem Album eine gut vernehmbare Celtic-Note, deutlich vor allem in Stücken wie An Rógaire Dubh / The Homecoming Jig / Rory Kennedy’s, An Ardeven / The Humours of Tulla, Air For Thomas und den traumhaft schönen Halsway Schottische, Casadh Na Gráige (The Turn of the Road) und Cedar House. Aber das ist nicht alles, alles beginnt mit dem wunderbar locker tänzelnden Walzer für Ann Kathrin Klaasen, geht über die spektakuläre Bearbeitung des 2. Brandenburgischen Konzerts in F-Dur (klassischer Prog klingt kaum anders!) und dem vom Balkan inspirierten Kukhnya Horo, die wundervolle Adaption einer schwedischen Filmmusik auf Gabriellas Sång, dem zwischen Dänemark und Frankreich pendelnden Dantz og Proportion 3 / Le Canal en Octobre / Oles Seekarte, das klassisch-romantische Chorea Polonica / Bergerette Sans Roch, dem wahrhaft furios-virtuosen Furioso der alten Dame (Furioso of the Old Lady) bis hin zum abschließenden verliebt verträumten Silky Moon (Seidenmond).

Die Interpretation ist durchgängig vorzüglich, das muss ich einfach mal so sagen. Über seine Qualitäten als Gitarrist muss man nicht viele Worte verlieren. Bemerkenswert ist aber das Instrumentarium, welches er sonst noch auffährt und vor allem die Art und Weise, wie Kommnick die zusätzlichen Instrumente einbringt.

Fazit In der Vergangenheit habe ich schon einige Akustikgitarre-Instrumentalalben gehört und ich darf sagen: sie waren alle weit entfernt davon, schlecht oder auch nur mittelmäßig zu sein. Im Gegenteil, der Großteil war überdurchschnittlich gut. Nicht selten fehlte mir nur ein Quäntchen zum perfekten Album. Das kann ich ebensowenig dezidiert erklären wie das, was mir bei Hören von redwood das perfekte Hörerlebnis beschert. Es ist einfach so: Du legst die CD ein, liest die begleitenden Texte zu den Songs und mit jedem Ton wirst Du tiefer in die Geschichte getragen. Die Texte werden zu Bildern, die Musik zur Filmmusik. Ich glaube nicht, dass es anderen Musikern an Leidenschaft und Liebe zur Musik fehlt. Aber bei Jens Kommnick meine ich mit jedem Ton und in jeder Nuance eine tiefe Liebe zur Musik und die echte Verbundenheit zu den zugrunde liegenden Geschichten zu spüren. Und das ist dann einfach nur großartiges Kino.

Trackliste

  1. Ann Kathrins Walzer 3:18
  2. An Rógaire Dubh / The Homecoming Jig / Rory Kennedy’s 3:49
  3. 2. Brandenburgisches Konzert (Allegro assai) 2:48
  4. Casadh Na Gráige (The Turn of the Road) 5:13
  5. An Ardeven / The Humours of Tulla 3:13
  6. Halsway Schottische 3:51
  7. Kukhnya Horo (Kitchen Horo) 3:28
  8. Gabriellas Sång 4:55
  9. Air for Thomas 3:44
  10. Dantz og Proportion 3 / Le Canal en Octobre / Oles Seekarte 4:15
  11. Cedar House 4:43
  12. Chorea Polonica / Bergerette Sans Roch 4:10
  13. Furioso der alten Dame (Furioso of the Old Lady) 2:39
  14. Silky Moon (Seidenmond) 3:30

Rezensent: MP

Die CD kann man auch direkt auf Jens Kommnicks Website bestellen.