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Review Ronnie Lane Band - Live At Rockpalast 1980

Interpret: Ronnie Lane Band

Titel: Live At Rockpalast 1980

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Rock

 

Rezension/Review

Neues Altes gibt es von der Rockpalast Front. In diesem Fall handelt es sich um eine DVD mit dem Konzert der Ronnie Lane Band vom 03. März 1980 im WDR-Studio A Köln. Veröffentlicht wird die DVD über MIG am 25.01.2013 (auch erhältlich als CD).

Ronnie Lane gehört zu den Musikern, welche man allgemein am besten als Musician's Musician bezeichnen würde. Dabei handelt es sich um Musiker, die unter Musikern höchste Beachtung finden. Leider geht das nicht immer (sogar eher selten) mit einem entsprechend großen kommerziellen Erfolg einher. Das gilt auch für Ronnie Lane. Der konnte im Tandem mit Steve Marriott bei den Small Faces zwar große Erfolge feiern, er stand aber immer etwas im Schatten von Marriott und Sänger Rod Stewart. 1973 verließ er die Faces, nahm ein recht erfolgreiches Soloalbum auf, dem jedoch ein wenig erfolgreiches Projekt folgte. Eine kurze Faces Reunion war ebenso wenig erfolgreich wie ein Album mit Pete Townshend. Leider traf es Lane noch schlimmer, als bei ihm Multiple Sklerose diagnostiziert wurde.

Lane ließ sich, solange es einigermaßen ging, dadurch zunächst nicht bremsen. Ein Ergebnis kann man hier hören. Lane trat mit einer formidablen Band an, mit dabei waren Ian Stewart (Piano), Henry McCullough (Gitarre, Gesang), Chrissie Stewart (Bass, Gesang), Bruce Rowland (Schlagzeug), George und Raymond Carless (Saxofon) und Charlie Hart (Akkordeon, Piano). Es war eines der letzten Konzerte, welches Lane so spielen konnte. Kurz nach diesem Gig verschlechterte sich sein Zustand dramatisch. So gesehen hat man hier ein zeitgeschichtliches Dokument der Rockmusik vorliegen.

Musikalisch gibt es einen Mix aus Blues/Rock-Klassikern (I'm Ready, You Never Can Tell), alten Faces Songs (Flags And Banners, You're So Rude) und neuerem Lane Material u. a. vom hochgelobten Album Rough Mix. Insgesamt hängt über der gesamten Performance eine gute Prise Rock'n'Roll. Das läuft insgesamt wie geschmiert, über einen Hänger in You Never Can Tell und gesangliche Unzulänglichkeiten darf man dabei getrost hinwegsehen.

Fazit Dieses Konzert ist ein wichtiges Dokument eines zweifellos unterschätzten Musikers. Irgendwie hat es Ronnie Lane nach der Faces Phase nie mehr so recht gepackt. Über das Warum kann man hier spekulieren, es mag sein, dass diese Art Rockmusik manchmal etwas zu gepflegt und spannungsarm wirkt. Leider hatte Lane aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr die Möglichkeit, sich als Solokünstler weiter beweisen zu können. So oder so überwiegt bei mir im Fall von Ronnie Lane der Respekt vor einem großen Musiker, dem posthum mit der Aufnahme in die Rock'n'Roll Hall Of Fame immerhin eine späte Ehrung zuteil wurde.

Trackliste

  1. Cat Melody (Rat Tales) 5:05
  2. Flags And Banners 5:58
  3. Annie 5:38
  4. How Come 5:28
  5. Debris 7:35
  6. You're So Rude 3:32
  7. I'm Ready 4:58
  8. Lad's Got Money 5:36
  9. Kutschy Rye 5:39
  10. Rocket 69 5:39
  11. Man Smart, Woman Smarter 5:38
  12. You Never Can Tell 9:57
  13. One For The Road 5:25

Rezensent: MP