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CD-Kritik Udo Lindenberg - Stark wie Zwei

Interpret: Udo Lindenberg

Titel: Stark wie Zwei

Erscheinungsjahr: 2008

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Stark wie Zwei ist ein Album des deutschen Musikers Udo Lindenberg. Es erschien im Jahr 2008. Lindenberg hat sich für das Album Zeit gelassen, man hörte musikalisch zuvor wenig Neues von der deutschen Musikinstitution. Mit dem Album Stark wie Zwei meldet sich der Altmeister aber eindrucksvoll zurück. Das Album war ein Riesenerfolg, in Deutschland schaffte es Rang 1 der Charts, auch in Österreich und der Schweiz kam das Album unter die Top 10. Damit dürfte es eines der erfolgreichsten Alben Lindenbergs sein. Fans und Kritiker waren gleichermaßen zufrieden mit dem Album.

Lindenberg holte sich für das Album einige seiner alten musikalischen Mitstreiter dazu, außerdem griff er mit Jan Delay oder etwa Silbermond auf Künstler zurück, die beim jüngeren Publikum bekannt sind. Das Konzept ging auf, Lindenberg präsentiert viel Lindenberg plus moderne Ideen.

Die Songs

Mit den beiden Songs "Ich zieh' meinen Hut" und "Wenn du durchhängst" präsentiert sich Lindenberg relativ klassisch. Beide Songs klingen so, wie man es sich von Lindenberg wünscht: relativ balladesk und etwas nachdenklich. Das klingt gut und muss für Lindenberg-Fans wie Balsam sein.

"Ganz anders" geht ziemlich gut ab. Den Song performt Lindenberg mit Jan Delay. Das rockt gut los, Jan Delay und Lindenberg ergänzen sich prima. "Was hat die Zeit mit uns gemacht" klingt wie eine Reminiszenz an Neil Young aus dessen Harvest Zeit. "Mein Ding" rockt wieder recht locker drauflos.

Der Titelsong "Stark wie Zwei" ist wieder eine jener typischen, fast melancholischen und leicht dramatischen Balladen von Lindenberg. Das kann er ganz gut. "Der Deal" ist ein Song, den Lindenberg mit der Band Silbermond performt. Die Musik stammt von Silbermond, was man auch hört. "Chubby Checker" ist im Prinzip ein Werk von Helge Schneider, der spielt hier alle Instrumente ein. Im Prinzip klingt das wie eine jazzigere Version von Rudi Ratlos. Wer es bislang noch nicht geglaubt hat, der kommt nicht mehr drum herum: Helge ist ein guter , wenn auch sehr ungewöhnlicher, Musiker.

"Der Greis ist heiß" ist ein schöner Boogie Rock mit Anspielungen an den Sound von T. Rex. "Woddy Woddy Wodka" geht in Richtung Singer Songwriter Rocksong, der gut instrumentiert ist und abwechslungsreich präsentiert wird. "Nasses Gold" , "Interview mit Gott", "Verbotene Stadt" und "Der Astronaut muss weiter" knüpfen wieder an ältere Lindenberg Songs an. Zum Song "Verbotene Stadt" spielt Till Brönner ein paar schöne Trompetenlinien ein, "Der Astronaut muss weiter" beendet das Album als ruhige Pianoballade.

Fazit Erstaunlich, was Lindenberg hier auf die Beine gestellt hat. Im Lauf seiner langen Karriere hat er einige gute, aber auch weniger gute Sachen gemacht. Mit dem Album übertrifft er sich selbst. Das klingt manchmal zwar etwas anachronistisch, manchmal wird auch kräftig aus anderen Bereichen zitiert. Aber es klingt stimmig und vor allem macht das Album Spaß. Ohne alte Werke abwerten zu wollen: aus meiner Sicht legt Lindenberg hier eines seiner besten Alben vor.

Trackliste

  1. Ich zieh' meinen Hut 3:57
  2. Wenn du durchhängst 4:19
  3. Ganz anders 4:06
  4. Was hat die Zeit mit uns gemacht 4:17
  5. Mein Ding 4:24
  6. Stark wie Zwei 4:16
  7. Der Deal 3:59
  8. Chubby Checker 4;14
  9. Der Greis ist heiss 4:28
  10. Woddy Woddy Wodka 5:31
  11. Nasses Gold 5:44
  12. Interview mit Gott 4:17
  13. Verbotene Stadt 5:05
  14. Der Astronaut muss weiter 3:17

Rezensent: MP