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Review Jimmy Lindsay & Rasuji - Live At Rockpalast 1980

Interpret: Jimmy Lindsay & Rasuji

Titel: Live At Rockpalast 1980

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Reggae

 

Rezension/Review

MIG veröffentlicht am 31.05.2013 ein weiteres Konzert aus dem Rockpalastarchiv. Dieses Mal gibt es ein Konzert von Jimmy Lindsay und Rasuji. Aufgezeichnet wurde ein Konzert vom 17.3.1980 im Studio-A des WDR, das Lindsay im Rahmen einer Europa-Tournee spielte.

Das Konzert wird von MIG mit dem Untertitel Reggae Legends Vol. 1 als DVD sowie als CD auf den Markt gebracht.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man Lindsay zu den Legends des Reggae zählen kann. Lindsay ist Jamaikaner und zog in den 1970ern mit seinen Eltern nach England. Dort versuchte er sich zuerst in Bands im Bereich Funk, Soul und Rock. Ende der 1970er begab er sich Back To The Roots, in der Zeit des Postpunk war England ein gutes Pflaster für Reggaebands. Dabei konnte Lindsay vor allem mit seinem 1977er Cover des Commodores Songs Easy einen Erfolg feiern, es gab damals sogar den British Reggae Award. Musikalisch bewegte sich Lindsay mit einer gefälligen Roots-Reggae Version zwischen seinen bekannten Landsleuten und den harten und sozialkritischen englischen Reggaebands. Ich würde das als eine Art Mainstream Reggae bezeichnen.

Wie sich seine bodenständige und gefällige Interpretation des Reggae anhört, wird auf diesem Konzertmitschnitt gut vermittelt. Da stehen perfekte performende Musiker auf der Bühne und spulen ihr Programm ohne Makel, aber auch ohne die ganz große Emotion herunter. Da auch das Publikum relativ brav auf den Stühlen im Studio sitzt, ist Frontmann Lindsay der Einzige im weiten Rund, der eine gewisse Bewegung in die Sache bringt.

Der Großteil der Songs stammt von Lindsays 1979er Album Where Is Your Love, auf dem spielte er auch die beiden Covers Ain't No Sunshine und Easy ein. Bei beiden Songs handelt es sich ursprünglich um Songs aus dem Bereich Soul/R&B, die aber gut in den Reggaekontext gestellt werden können. Das Set wird durch einen Song unbekannten Ursprungs (If You Give Her Up), Give Me Your Answer (May, Lionel Arthur) und drei genretypische Fremdkomposition ergänzt (Bassmann, It's Hard und Oh Rasta Man).

Fazit Lindsay macht es mit seinem eingängig gefälligen Stil Einsteigern in das Thema Reggae leicht. Dafür dürfte das Material bei Reggae-Hardcore Fans für weniger Begeisterung sorgen. Lindsay und seine Band klingen über weite Strecken einfach zu gediegen, da vermisse ich die oft überschäumende Lebensfreude, welche gerade Reggae-Konzerte (auch für Nicht-Reggaefans) immer wieder zum besonderen Event machen konnten.

 

Trackliste

  1. Bassman 3:28
  2. It's Hard 4:47
  3. I'll Be There 4:50
  4. Reaching Out 7:07
  5. Easy 5:02
  6. Oh Rasta Man 4:48
  7. Give Me Your Answer 5:48
  8. I Will Love You 7:11
  9. Daughter Of Babylon 5:09
  10. If You Give Her Up 5:42
  11. Where Is Your Love 9:22
  12. Ain't No Sunshine (When She's Gone) 8:54

Trackliste und Laufzeiten beziehen sich auf die DVD-Ausgabe

Rezensent: MP

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