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CD-Kritik Aynsley Lister - Aynsley Lister

Interpret: Aynsley Lister

Titel: Aynsley Lister

Erscheinungsjahr: 1999

Genre: Blues-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Aynsley Lister ist das gleichnamige Solo-Debütalbum des, zum Zeitpunkt der Aufnahmen, knapp 20 Jahre alten Aynsley Lister. Der hatte sich zu dem Zeitpunkt schon einen guten Ruf als Bluesgitarrist erworben und legte zuvor mit seiner eigenen Band zwei Alben vor. Dieses Album stammt aus dem Jahr 1999. Lister konnte damit seinen Ruf als talentierter Blues-Rock Gitarrist untermauern, auch wenn das Album kein ganz großer kommerzieller Erfolg wurde.

Auf dem Album finden sich im Prinzip nur Songs aus dem Bereich Bluesrock bis Blues, stellenweise hört sich das Material auch mehr nach klassischem Blues an oder tangiert mit Countryeinflüssen den Bereich Southern-Rock . Dabei greift Lister nur auf drei Fremdkompositionen zurück (Five Long Years von Eddie Boyd, Since I Met You Baby von Gary Moore und All Along The Watchtower von Bob Dylan), die anderen Songs stammen von Lister.

Die Songs

"Got It Bad" basiert auf einem Trademark Riff im Cream-Stil und ertönt so im typischen englischen Blues-Rock. "Angel O' Mine" ist ein rockiger Song mit balladesken Momenten und R&B Einflüssen. "Without You" tendiert mit Country-Motiven in Richtung Southern-Rock. "She's A Woman" ist ein klassischer Blues. Die Gitarre erinnert an klassische Bluesgitarristen wie B. B. King und Albert Collins. "Five Long Years" ist ein klassischer Blues. Den Slow Blues von Eddie Boyd interepretiert Lister relativ originalgetreu. "Won't Take U Back" beginnt mit einem rockigen Gitarrenriff, welches dem Song einen guten Drive gibt. "Soundman" kommt bluesiger daher und erinnert stilistisch an Stevie Ray Vaughan, ohne diesen aber extrem zu kopieren.

"Need Her So Bad" ist ein Song mit einem Mix aus Slow Blues und rockigen Parts. "Since I Met You" ist ein Song von Gary Moore. Die Wurzeln gehen sicherlich auf Albert King zurück, interessant ist die Zusammenarbeit mit Walter Trout. "I Believe" bezieht sich weniger auf den klassischen Blues, sondern tangiert den Bereich Southern Rock. "All Along The Watchtower" stammt im Original von Bob Dylan, eine bekannte Version von Jimi Hendrix gibt es auch. Lister erstaunt mit einer recht eigenständigen Cover-Version, die weder zu stark an den einen noch an den anderen erinnert. "Identity Blues" beginnt mit schönen Slideeinlagen auf der Dobro, danach wird es bewegt und geht in Richtung Country-Blues. Ähnliches hat man doch schon sehr häufig gehört.

Fazit Wenn man bedenkt, dass Lister zum Zeitpunkt der Aufnahmen gerade mal 20 Jahre alt war, dann muss man den Hut ziehen. Der Junge performt äußerst locker und präsentiert ordentliche Songs. Klar ist, dass auch Lister bekannte Bluesphrasen zitiert, aber er übertreibt es aus meiner Sicht nicht. Außerdem ergeht er sich nicht in ellenlangen Soli, um seine Kunst zu zelebrieren. Es geht um die Songs, und das ist gut so. Lister serviert eine rockige Mischung mit bluesigem Einfluss. Manchmal klingt das aber etwas kühl durchkonzipiert. Das sind die Momente, in denen ich mir etwas mehr Spontaneität wünschen würde. Der insgesamt guten Leistung tut das aber keinen Abbruch.

Trackliste

  1. Got It Bad
  2. Angel O' Mine
  3. Without You
  4. She's A Woman
  5. Five Long Years (Eddie Boyd)
  6. Won't Take U Back
  7. Soundman
  8. Need Her So Bad
  9. Since I Met You Baby (Gary Moore) mit Walter Trout
  10. I Believe
  11. All Along The Watchtower (Bob Dylan)
  12. Identity Blues

Rezensent: MP