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Albumbesprechung Brian Lopez - Static Noise

Interpret: Brian Lopez

Titel: Static Noise

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Psychedelic, Singer Songwriter

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Static Noise ist der Titel eines Albums von Brian Lopez. Das Album erschien am 17.04.2015 auf IMG India Records im Vertrieb von Rough Trade.

Brian Lopez ist ein Künstler, der viele Vergleiche zu anderen Künstlern über sich ergehen lassen muss. Seine Stimme wird gerne mit der von Jeff Buckley verglichen. Nach einem Blick aufs Cover und einem ersten Reinhören ins Album muss fast zwangsläufig der Name Syd Barrett fallen. Immerhin sind diese Vergleiche im Fall von Lopez durchaus zielführend, man könnte ihn als eine Art psychedelischen Singer Songwriter bezeichnen. Dabei hat sich Lopez als Solokünstler weiter entwickelt. Nach eigenen Aussagen fokussierte sich Lopez auf dem Album stärker auf den Song an sich. Außerdem sollte "das Album einfach kraftvoller werden, mit mehr E-Gitarren und mehr Schlagzeug, also mehr in die Richtung von RockíníRoll."

Geprägt wurden die Songs außerdem durch Erfahrungen, die er im Anschluss an den Release seines Solodebüts Ultra machte

Die letzten Jahre war ich einfach viel unterwegs, mit verschiedenen Projekten beschäftigt und war immerzu hin und hergerissen, auch was Beziehungen betrifft. Da kommt man sich mitunter schon recht verloren vor. Es ist aufregend, aber manchmal auch recht einsam. Das kommt auch in meinen Songtexten zur Geltung, dass ich mehr mit mir zu kämpfen habe als ich zugebe, Die Songs sind in gewisser Weise auch eine Therapie für mich.

Musikalisch spiegelt sich das oft in einer psychedelischen Ausrichtung. Gleich mit dem Opener "Mercury In Retrograde" drängen sich Vergleiche zu Syd Barrett auf. Den Faden nimmt "Modern Man" auf, wobei man hier aber eher von einem Mix aus Brit-Pop und Psychedelia sprechen könnte. Ebenfalls eine gewisse psychedelische Note erhält die Coverversion des Klassikers "She's Not There". Allerdings hält sich Lopez letzten Endes eng ans Original der Zombies.

Ebenfalls an frühe Psychedelics erinnert "World Unknown". Seinen spanischen Wurzeln frönt Lopez mit einer Flamenco Note auf "Glass House", das hört sich an wie ein psychdelisches Don't Let Me Be Misunderstood. Mit viel 60s Popfeeling und eher subtileren psychedelischen Elementen kommt "I Don't" daher.

Die oft beschworenen Vergleiche zu Jeff Buckley erfüllt Lopez m. E. vor allem mit dem melancholischen "When I Was A Mountain" und vielleicht mit der bittersüßen Pianoballade "Static Noise".

Bemerkenswert sind die Anleihen an die 50s mit einem gewissen Orbison Touch, vor allem auf der schmalzigen Ballade "Wrong Or Right" und dem abschließenden "Goodnight" vernehmbar. Beide Songs gehen an sich in Ordnung, irgendwo passen sie aber aus meiner Sicht weniger gut auf das Album. Das gilt auch für das unverbindliche Countrylastige "Crossfire Cries".

Fazit Retro ist in und Lopez bewegt sich mit Static Noise praktisch durchgängig in diesen Gefilden. Das reicht von Elementen des 50s Rock'n'Roll über den 60s Beat/Pop bis hin zu frühen Psychdelic-Künstlern wie Syd Barrett, Neo-Psychedelia und etwas Brit-Pop. Ein beachtliches Album, auch wenn mir eine etwas stringentere Grundausrichtung (am besten Richtung Mercury In Retrograde) besser gefallen hätte.

Trackliste

  1. Mercury In Retrograde
  2. Modern Man
  3. Wrong Or Right
  4. Glass House
  5. When I Was A Mountain
  6. She's Not There
  7. Static Noise
  8. Crossfire Cries
  9. World Unknown
  10. I Don't
  11. Persephone
  12. Goodnight

Rezensent: MP