Mainstream als Musikrichtung

Mainstream bezeichnet allgemein die Masse, kulturell auch den Massengeschmack. Es handelt sich um einen allgemein gebräuchlichen Begriff, welcher vor allem im kulturellen Bereich genutzt wird. Wer mit seinen Produkten die breite Masse erreichen möchte, der bedient damit prinzipiell den Mainstream. Als Gegenpol bilden sich hier verschiedene Subkulturen heraus, welche sich bewusst dem Massengeschmack verschließen wollen.

In der Musik begreift man unter dem Begriff Mainstream ganz grob gesagt alles, was nicht Subkulturen (etwa Indie, Alternative, Punk usw.) zuordenbar ist. Mainstream Produkte bedienen auch in der Musik bewusst den Massengeschmack. Dabei muss ein Produkt musikalisch aber nicht zwangsläufig dem Massengeschmack entsprechen. Wenn jedoch die Veröffentlichung darauf angelegt ist, möglichst viele Menschen zu erreichen, würde auch so ein Produkt den Mainstream befriedigen. Maßnahmen dazu wäre z. B. die Wahl eines so genannten Major Labels und die Ergreifung umfassender Werbemaßnahmen. Vehemente Gegner des Mainstream etwa würden einen Kontrakt bei einem Major Label (also einem der großen Plattenlabel) eher ablehnen, weil alleine das schon den Mainstream bedient.

So gesehen muss man den Begriff Mainstream als einen sehr allgemeinen und schwammigen Oberbegriff ansehen. Dem Mainstream entspricht damit eine Celine Dion oder Mariah Carey ebenso wie Michael Jackson, aber auch Metallica oder AC/DC. Alle platzieren ihre Produkte in der Absicht, möglichst viel zu verkaufen.

Es ist nachweisbar, dass man kaum Chancen auf eine ausreichende Medienpräsenz hat, wenn man sich dem Mainstream verschließt. Ohne diese Präsenz ist es schwer realisierbar, seine Produkte adäquat zu vermarkten. Daher suchen gerade Indie-Label und Künstler oft den Weg über neue Medien, um hier letztlich auch nichts anderes zu machen, als die breite Masse zu erreichen.

Damit man den Mainstream auch bedienen kann, sollte das Produkt allerdings auch gut konsumierbar sein. Oft müssen Künstler hier zugunsten der Vertriebsfirmen und Labels Zugeständnisse machen. Dies ist auch einer der Kritikpunkte an Mainstream-Musik und aus dem Grund bildeten sich einige Gegenbewegungen heraus. Typische Beispiele dazu wären etwa Indie, Alternative, Underground, Punk, Antifolk usw. Sonderbarerweise bilden sich jedoch Schnittpunkte, sobald diese Richtungen populär werden. Dies führt dann zu paradoxen Situationen.

Im Punk z. B. bildeten sich früh Gruppierungen, welche den Mainstream sehr wohl bedienen wollten. Ein klassisches Beispiel ist der Manager Malcolm McLaren mit der Band Sex Pistols. Hier ging es von vorne herein um die Vermarktung eines Produktes. Band und Manager suchten den Abschluss bei einem großen Label, was dem Punkidiom eigentlich widersprach. Ebenso konnten sich Alternative Bands wie Nirvana letztlich nicht dem Mainstream entziehen, alleine durch die Medienpräsenz etwa auf MTV.

Grundsätzlich kann man daher auch feststellen, dass nahezu jede Subkultur irgendwann als profitable Quelle entdeckt wird und sich dann irgendwann im Mainstream auflöst.