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CD-Kritik Masters Of Reality - Masters Of Reality

Interpret: Masters Of Reality

Titel: Masters Of Reality

Erscheinungsjahr: 1988

Genre: Hard-Rock, Blues-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Masters of Reality ist das selbstbetitelte Debütalbum der US Band Masters Of Reality. Das Album erschien im Jahr 1988, im Jahr 1990 erschien eine Reissue auf einem anderen Label mit einer anderen Songaufteilung und dem zusätzlichen Song Doraldina's Prophecies.

Das Album war bei Erscheinen nicht extrem erfolgreich, erhielt jedoch gute Kritiken und wird heute sogar zu den Meilensteinen des modernen Hard-Rock gezählt. Häufig zählt man dieses Album auch zu den wichtigen Alben des Stoner-Rock. Dabei gibt sich die Band eigentlich in jeder Form sehr retro und spielt vor allem einen harten bluesbetonten Rock, wie man ihn in den frühen 1970ern oft hörte. Der Bandname wurde zwar dem Black Sabbath Album Master Of Reality entlehnt, grundsätzlich bezieht sich die Band musikalisch aber eher subtil auf Black Sabbath.

Dass man Masters Of Reality immer wieder mit dem Stoner Rock in Verbindung brachte, dürfte vor allem der physischen Nähe der Band zur Palm Desert Scene um Kyuss und den Queens Of The Stone Age geschuldet sein. Bandchef Chris Goss produzierte außerdem viele Bands dieser Szene.

Mit diesem Album legte die Band vor allem ein bodenständiges Rockalbum vor. Einflüsse aus den späten 1960ern und frühen 1970ern lassen immer wieder grüßen. Dabei hört man weniger Black Sabbath heraus, als vielmehr Cream, Doors, Led Zeppelin plus Zitate der US-Rockmusik. Die Band tendiert aber, trotz ihrer US-Herkunft, eindeutig in Richtung Brit-Invasion. Ganz interessant: die Drums erinnern immer wieder an Ginger Baker und der stieß zum nächsten Album tatsächlich zur Band.

Die Songs

"Candy Song" legt mit verschlepptem Groove und Bluesanleihen in klassischer Manier der frühen 1970er los. "Doraldina's Prophecies" wurde für den 1990er Release auf das Album genommen. Der Songs ist schwer zu beschreiben, er wirkt wie ein Mix aus Beatles, Doors und Glamrock. "John Brown" rumpelt, nach Akustik-Slideintro, bluesig vor sich hin und erinnert an Led Zeppelin bzw. grundsätzlich an harten englischen Bluesrock. "Gettin' High" bedient sich ebenfalls etlicher Blues-Rock Klischees, wie man sie aus den frühen 1970ern kannte.

"Magical Spell" ist ein herrlich verschrobener Song mit Honky Tonk Piano und Reminiszenzen an den Country Blues, wie ihn auch die Doors manchmal präsentierten. Der Instrumentaltitel "Theme for the Scientist of the Invisible" geht wild ab. Hier könnte man durchaus von Stoner Rock sprechen, wobei die Band genau genommen psychedelische Themen der 1960 zitiert.

"Domino" geht gut ab und erinnert wieder an den klassischen Led Zeppelin Hard-Rock. "The Blue Garden" wirkt psychedelisch und erinnert an Cream. "The Eyes of Texas" ist ein Bluesshuffle, der wieder eine gewisse Doors-Note versprüht. "Lookin' to Get Rite" ist ein klassischer Akustikblues, wieder stark im Geist der Brit-Invasion eingespielt. "Kill the King" ist der längste Song des Albums. Nach ruhigem Intro legt die Band zu und präsentiert einen gut gelungenen Mix aus englischem und US-Hardrock der frühen 1970er. Auch mit dem Schlusstrack "Sleep Walkin'" bleibt die Band dem schweren Blues-Rock der frühen 1970er treu.

Fazit Ungeachtet der Tatsache, dass Masters Of Reality oft dem Heavy-Metal und dem Stoner Rock zugeordnet werden, kann man eines festhalten: auf dem Debütalbum präsentiert die Band lupenreinen harten Retro-Bluesrock, der sich größtenteils an dem harten britischen Bluesrock der späten 1960er bzw. frühen 1970er orientiert. Hier gibt es natürlich auch fließende Übergänge zu US-Bands aus jener Zeit, außerdem kann man immer wieder psychedelische Zitate wahrnehmen. Mit diesem Mix gewinnt man keine Originalitätspreise, aber darum geht es bei Retroalben auch nicht. Bei gut gelungenen Retroalben freut man sich einfach, altbewährtes von neuen Bands zu hören. Masters Of Reality machen ihre Sache so gut, dass ihr Debütalbum durchgängig Spaß macht. Wer auf klassischen harten Blues-Rock steht, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Trackliste

  1. Theme for the Scientist of the Invisible
  2. Domino
  3. The Blue Garden
  4. Gettin' High
  5. The Candy Song
  6. Magical Spell
  7. The Eyes of Texas
  8. Sleep Walkin'
  9. Lookin' to Get Rite
  10. John Brown
  11. Kill the King

Reissue 1990

  1. Candy Song
  2. Doraldina's Prophecies
  3. John Brown
  4. Gettin' High
  5. Magical Spell
  6. Theme for the Scientist of the Invisible
  7. Domino
  8. The Blue Garden
  9. The Eyes of Texas
  10. Lookin' to Get Rite
  11. Kill the King
  12. Sleep Walkin'

Rezensent: MP

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