Anzeige

Albumbesprechung Meat Loaf - Hang Cool Teddy Bear

Interpret: Meat Loaf

Titel: Hang Cool Teddy Bear

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Rock, Hard-Rock, AOR

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Hang Cool Teddy Bear ist das elfte Studioalbum von Meat Loaf. Das Album wurde im April 2010 offiziell vorgestellt. Loaf ließ anfangs verlauten, er verabschiede sich mit dem Album aus der Szene. Allerdings folgte bald ein Dementi, Loaf wird uns wohl weiter mit Alben versorgen. Die Kritiken zum Album fielen verhalten aus. Allerdings war der Zuspruch der Fans ganz gut, immerhin erreichte das Album Rang 4 in den englischen Charts, in den USA reichte es für Rang 27 in den Billboard 200.

Meat Loaf greift wieder auf eine Reihe fremder Songwriter zurück, zu hören sind u. a. Songs von Justin Hawkins, Rick Brantley und Jon Bon Jovi. Einmal mehr holte sich Meat Loaf auch einige bekannte Musiker ins Studio, u. a. Brian May, Steve Vai, Justin Hawkins oder Patti Russo. Außerdem wirken die Schauspieler Hugh Laurie (aka Dr. House) und Jack Black mit.

Hang Cool Teddy Bear ist eine Art Konzeptalbum. Das Album basiert auf der Kurzgeschichte Hang Cool Teddy Bear von Kilian Kerwin. Es geht um einen sterbenden Soldaten, der sein Leben an sich vorüberziehen sieht. Das klingt sehr episch und man riecht den Meat Loaf typischen Bombast, den er nach wie vor ohne seinen ehemaligen Wegbegleiter Jim Steinman zelebriert. Und ohne Steinman ist es doch nicht der richtig opulente Bombast, was aber nichts schlechtes sein muss.

Meat Loaf, der die magische 60 hinter sich gelassen hat, bemüht sich redlich. Und er ist bemüht, den alten Pathos etwas abzulegen. Dabei rockt er durchaus gut, wenn auch nicht immer sehr originell. Trotzdem gibt es ein paar schöne Überraschungen.

"Dr. House" Hugh Laurie etwa wirkt auf "If I Can't Have You" mit. Der Kara DioGuardi Song klingt nach Springsteen. Kara und Loaf im Duett zu pathetischen Pianorocksounds, das hat etwas von alten Meat Loaf Songs. "Song Of Madness" erinnert an den Led Zeppelin Klassiker Kashmir. Auf "Like A Rose" erfährt Meat Loaf Unterstützung durch den Schauspieler Jack Black. Kaum verwunderlich, dass der Song in Beastie Boys Manier dahindonnert.

Für Gitarristen dürfte "Love Is Not Real" bzw. "Next Time You Stab Me in the Back" durch die Mitarbeit von Steve Vai, Brian May (Queen) und Justin Hawkins (The Darkness) interessant sein. Trotz dieser hochkarätigen Besetzung will der Song aber nicht so richtig zünden. Immerhin bringen May und Vai einige interessante progressive Ideen ein. Steve Vai ist auch auf dem "Song Of Madness" mit von der Partie. Der Song rockt ziemlich hart und kann gefallen, leider stößt Loaf gesanglich aber an seine Grenzen.

Und der Bombast möge natürlich mit Meat Loaf sein. "Peace On Earth" gibt sich episch und knüpft an Bat Out Of Hell Zeiten an, überrascht aber mit einer progressiven Note. "Let's Be in Love" ist die Ballade, die man von Loaf erwartet. Das Duett mit Patti Russo erinnert an alte Steinman Songs, weniger ist das bei der Ballade "Did You Ever Love Somebody" der Fall. Hier erinnert Loaf an Roy Orbison, was nicht immer optimal passt.

Rockig und radiokompatibel wirken Songs wie "Los Angeloser", "If It Rains" und "Like a Rose". "California Isn't Big Enough (Hey There Girl)" rockt locker mit einer Prise Westcoast Feeling und gewissen Anleihen an Def Leppard. Wie ein Fremdkörper wirkt der Song "Running Away from Me". Es fehlt dem Song nicht an interessanten Parts, aber überzeugen kann das im Albumkontext nicht. Angenehm rockig wird das Album mit "Elvis in Vegas", einer Gemeinschaftsarbeit von Jon Bon Jovi, Desmond Child und Billy Falcon, abgeschlossen.

Fazit Hang Cool Teddy Bear ist ein angenehmes und solides Rockalbum. Meat Loaf hat sich zu diesem Album interessante Gastmusiker und Gastautoren eingeladen. Die machen ihre Sache gut. Somit legt Loaf auch ein gutes Album vor. Auch wenn Loaf Pathos und Pomp wohl nie ganz ablegen wird, so kann er sich hier doch etwas vom Stigma Bat Out Of Hell lösen ohne alte Fans komplett zu verprellen. Es gibt wenige schwache Songs, allerdings gibt es die zu erwartenden schwächere Momente. Leider betrifft das auch immer wieder den Gesang von Loaf. Trotzdem ein ganz vergnügliches Album.

Trackliste

Disc 1

  1. Peace on Earth 6:38
  2. Living on the Outside 5:03
  3. Los Angeloser 4:09
  4. If I Can't Have You 5:00
  5. Love Is Not Real / Next Time You Stab Me in the Back 7:33
  6. Like a Rose 3:16
  7. Song of Madness 5:31
  8. Did You Ever Love Somebody 4:01
  9. California Isn't Big Enough (Hey There Girl) (nicht auf jeder Pressung enthalten) 4:43
  10. Running Away from Me 3:54
  11. Let's Be in Love 5:11
  12. If It Rains 3:56
  13. Elvis in Vegas 6:01
  14. Boneyard (iTunes Bonus Track) 5:02
  15. Prize Fight Lover (kostenloser Download von www.hangcoolteddybear.com) 5:50
  16. Don't Get Me Going (iTunes B-Seite von If I Can't Have You) 2:53

Disc 2

  1. Casa de Carne Live Album (nur auf Deluxe and Super Deluxe Editions)
  2. I Want You So Hard (Boy's Bad News) (08/11/08, Helsinki Ice Hall, Finland) 3:09
  3. If It Ain't Broke (Break It) (07/09/08 Notting Arena, UK) 4:59
  4. Blind as a Bat (07/13/08, Blickling Hall, Norfolk, UK) 6:21
  5. Amnesty Is Granted (07/21/08, Zitadelle Spandau, Berlin Germany) 5:11
  6. Rock and Roll Dreams Come Through (07/23/08, Stadtpark, Hamburg) 7:34
  7. I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That) (06/29/08, The Marquee, Cork, Ireland) 10:01
  8. Two Out of Three Ain't Bad (12/02/08, Chevrolet Centre, Youngstown, Ohio) 6:25
  9. Bat Out of Hell (12/06/08, United Palace Theatre, New York) 12:51
  10. Roadhouse Blues / Why Don't We Do It in the Road? (08/08/08, Bergenshallen, Bergen, Norway) 9:29
  11. Out of the Frying Pan (And Into the Fire) (07/26/08, Atlantico Hall, Lissabon, nur auf Itunes ) 10:39

    Disc 2 Tour Edition

  1. Peace on Earth 7:03
  2. Living on the Outside 5:58
  3. Song of Madness 6:25
  4. Los Angeloser 4:59

Rezensent: MP

Anzeige