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Albumbesprechung Megadeth - The World Needs A Hero

Interpret: Megadeth

Titel: The World Needs A Hero

Erscheinungsjahr: 2001

Genre: Heavy-Metal

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The World Needs a Hero ist das neunte Studioalbum von Megadeth, das Album erschien im Jahr 2001. Mustaine hatte sich zuvor mehr und mehr von den Thrash-Roots gelöst und mit vergleichsweise eingängigen Metal bzw. Rock Strukturen gearbeitet. Mit diesem Album sollte es wieder zurück zum Thrash gehen.

Auf dem Album trat Mustaine zum letzten mal mit Bassist David Ellefson und Drummer Jimmy DeGrasso an, es war zudem das erste und gleichzeitig einzige Album mit Gitarrist Al Pitrelli. Insgesamt klingt das wie eine Übergangssache. Tatsächlich klappte es nämlich nicht so, wie es sich Mustaine vorstellte. Die Rückkehr zu alter Härte wurde von ihm zwar propagiert, die Umsetzung erfolgte aber eher halbherzig. Ebenso typisch für Mustaine war die euphorische Vorstellung des neuen Gitarristen Pitrelli. Damals war es aus seiner Sicht " einer der besten Gitarristen, mit dem er je gespielt habe". In der Zeitschrift guitar indes gab Mustaine später zu Protokoll, dass Pitrelli der schlechteste Gitarrist gewesen sei, mit dem er je zusammen gespielt habe. Pitrelli hätte sich demnach enorm schwergetan, sich die Parts von Marty Friedman draufzuschaffen.

Ob es nur an der Besetzung lag, darf man aber bezweifeln. Tatsächlich ging die musikalische Rechnung einfach nicht auf. Was als Rückkehr zu alter Härte angesagt war, wirkte eher wie ein lauer Aufguss von Countdown To Extinction. Die Kritiker hielten sich mit guten Bewertungen vornehm zurück, die Fans kauften das Album nur zögerlich. Angeblich sollen weltweit nicht einmal 500.000 Alben verkauft worden sein. Für Mustaine ist das keine Marke.

Das mit dem lauen Aufguss von Countdown to Extinction muss man schon ernst nehmen. Gleich der Opener knüpft erschreckend eng an Riffs und Motive des 1992er-Albums. Immerhin löst sich The World Needs A Hero etwas davon, aber dafür liegt die Band doch weit entfernt vom harten Thrash. Mustaine legt mit Moto Psycho zu, aber Thrash ist auch das nur bedingt.

1000 Times Goodbye klingt etwas nach Metallica Aufguss, Burning Bridges überrascht mit einer psychedelischen Metal Ausrichtung. Ebenfalls leicht psychedelisch, aber komplett balladesk mit Streichern, ist Promises gestaltet. Ungewöhnlich, nicht schlecht, aber natürlich wieder weit entfernt vom Thrash.

Ebenfalls etwas entfernt vom Thrash ist Recipe For Hate… Warhorse mit dem durchaus überraschenden Nylon-Stringparts. Losing My Senses ist ein weiterer Song, der eher verwirrt als Dinge klarzustellen. Das klingt irgendwie wie eine Art Indie-Rock/Nü Metal. Dread And Fugitive Mind dagegen überzeugt wieder, hätte aber auch wieder direkt von Countdown stammen können. Ein weiterer verträumter Song ist das Instrumental Silent Scorn. Return To Hangar ist als Sequel zum legendären Hangar 18 konzipiert. Der Song rockt gut, erreicht aber dennoch nicht ganz den Qualität des legendären Vorbilds. When ist ein weiterer eher verwirrender Song. Sehr komplex und irgendwie auch interessant, aber vielleicht nicht so ganz das, was sich Fans wünschten.

Fazit Musiker haben es manchmal schon schwer. Wenn du meinst, du hast ein gutes Album vorgelegt, dann wird es von Kritikern oder sogar Fans niedergemacht. Mustaine musste mit den Vorgängeralben immer wieder heftige Kritik einstecken, aber er bleibt ja bekanntlich keine Antwort schuldig (besser: er ist oft die Antwort auf eine nie gestellte Frage). Dennoch versprach Mustaine Besserung und sagte eine Rückkehr zu alter Härte zu. Aber er legte dann doch etwas anderes vor. Nur wenig erinnert an Rust In Peace bzw. eines der frühen Thrashalben. Viel von The World Needs A Hero hätte eher auf Countdown To Extinction gepasst. Dazu kommt ein gewisses Wirrwarr an balladesken Momenten, Streichern und Material, welches nach Alternative bzw. Nü Metal klingt. Damit hat er, so würde ich es sehen, Fans und Kritiker etwas verprellt. Aber: für sich genommen ist dieses Album nicht schlecht. Schade nur, dass Mustaine so offensichtlich bei sich selbst und hier vor allem immer wieder von Countdown to Extinction zitiert. Umso schlimmer für Fans, da diese Countdown schon als eher schwache Version von Rust In Peace betrachteten. Aber wer den Meister zuvor noch nie gehört hat, der könnte an The World Needs A Hero dennoch seine Freude haben. Für Fans der frühen Megadeth Tage dürfte das aber anders aussehen.

Trackliste

  1. Disconnect 5:20
  2. The World Needs a Hero 3:52
  3. Moto Psycho 3:06
  4. 1000 Times Goodbye 6:25
  5. Burning Bridges 5:20
  6. Promises (Mustaine, Al Pitrelli) 4:28
  7. Recipe for Hate… Warhorse 5:18
  8. Losing My Senses 4:40
  9. Dread and the Fugitive Mind 4:25
  10. Silent Scorn 1:42
  11. Return to Hangar 3:59
  12. When 9:14

Japan Issue

  1. Disconnect 5:20
  2. The World Needs a Hero 3:52
  3. Coming Home 2:35
  4. Moto Psycho 3:06
  5. 1000 Times Goodbye 6:25
  6. Burning Bridges 5:20
  7. Promises (Mustaine, Pitrelli) 4:28
  8. Recipe for Hate… Warhorse 5:18
  9. Losing My Senses 4:40
  10. Dread and the Fugitive Mind 4:25
  11. Silent Scorn 1:42
  12. Return to Hangar 3:59
  13. When 9:14

Alle Songs Mustaine sofern nicht anders notiert

Rezensent: MP