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Albumbesprechung Van Morrison - Astral Weeks

Interpret: Van Morrison

Titel: Astral Weeks

Erscheinungsjahr: 1968

Genre: Singer Songwriter, Soul

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Astral Weeks ist das zweite Soloalbum von Van Morrison. Das Album erschien im Jahr 1968. Auch wenn das Album bei Erscheinen kein großer Erfolg war, so stellt es heute einen Meilenstein in der Diskographie Morrisons und der Rockmusik dar. Morrison konnte mit seinem Mix aus Folk, Blues, Soul und Jazz sowohl Fans als auch Kritiker überzeugen

Die Songs

Der Titelsong "Astral Weeks" ist stilistisch vergleichbar mit Singer Songwritermaterial aus den USA. Der Song ist sparsam instrumentiert und lebt vor allem vom beseelten Gesang Morrisons. Inhaltlich gibt sich Morrison tiefgründig und manchmal erscheint das alles etwas metaphorisch. Dabei scheint es doch sehr persönlich gemeint zu sein. Die Anspielung an Leadbetter etwa wurde von Morrison banal erklärt: er hatte damals immer ein Poster von Leadbetter bei sich, welches er praktisch überall wo er hinkam aufhing. "Beside You" basiert primär auf einer Akustikgitarrenbegleitung und zurückhaltendem Flötenspiel. Der Song ist leicht jazzig und wird wieder primär vom Gesang Morrisons geprägt. Auch hier muss man die textliche Arbeit hervorheben, die wieder sehr ausdrucksstark und bildhaft ist. "Sweet Thing" erinnert an klassische Singer Songwriter. Es ist ein positiver Song, der im Nachgang auch als der bekannteste Song des Albums bezeichnet werden kann. Zumindest wurde Sweet Thing recht oft gecovert.

"Cyprus Avenue" ist an sich ein Blues, der aber eher wie ein Mix aus Folk und Jazz klingt. Morrison bezieht sich auf eine Straße in Belfast. Für Fachleute ist es neben Madame George einer der Kernsongs des Albums. "The Way Young Lovers Do" klingt, vor allem wegen der stiltypischen Drums und der Bläser, sehr jazzig. Im Prinzip geht das Richtung Bar-Jazz und verliert sich mit seiner Leichtigkeit etwas. "Madame George" ist ein ruhiger Song mit intensivem Morrison Gesang. Zur Akustikgitarre gibt es einige schöne Violin- und Flötenparts. Es ist der längste Song und neben Cyprus Avenue bildet Madame George auch den Kernsong des Albums. Die Story wirkt surreal, sie spielt interessanterweise in der vorgenannten Cyprus Avenue. "Ballerina" liegt stilistisch wieder eher im Bereich Singer Songwriter Folk mit einem Hauch Jazz. Der Song stammt noch aus der Them-Phase, er wurde im Prinzip von der Band komponiert und wohl auch einmal Live performt, jedoch nie aufgenommen. Auch "Slim Slow Slider" ist typischer Singer Songwriter Titel, der sich mit dem schwergewichtigen Thema Tod befasst. Ob es wirklich eine Art Drogenstory ist bzw. den Drogentod eines Mädchens behandelt, ließ Morrison aber offen.

Fazit Das Album Astral Weeks stellt einen Meilenstein der Rockmusik dar. Das ist interessant, denn es war anfangs kommerziell nicht sehr erfolgreich. Astral Weeks war aber, für die damalige Zeit, eine relativ neuartige Symbiose aus Folk, Blues und Jazz. Dazu kommt natürlich vor allem Morrisons außerordentlicher Gesang. Bei Van Morrison muss man aber in der Regel damit leben, dass die Songs scheinbar über wenig Abwechslung verfügen. Die Grundstruktur ist in der Regel überschaubar, manchmal kann so ein Song auch monoton wirken. Es geht hier eher um die Nuancen und vor allem um die Möglichkeit Morrisons, seine gesangliche Wandlungsfähigkeit optimal auszuspielen. Der Mann singt einfach phantastisch und gibt jedem noch so einfach gestrickten Song Seele. Das ist auch die eigentliche Stärke von Astral Weeks.

Trackliste

  1. Astral Weeks 7:00
  2. Beside You 5:10
  3. Sweet Thing 4:10
  4. Cyprus Avenue 6:50
  5. The Way Young Lovers Do 3:10
  6. Madame George 9:25
  7. Ballerina 7:00
  8. Slim Slow Slider 3:20

Rezensent: MP