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Albumbesprechung Steve Morse - High Tension Wires

Interpret: Steve Morse

Titel: High Tension Wires

Erscheinungsjahr: 1989

Genre: Rock, Instrumental

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

High Tension Wires ist das dritte Soloalbum von Steve Morse. Das Album erschien im Jahr 1989. Morse hatte zuvor lange nichts mehr von sich hören lassen. Er hatte sich 1987 und 1988 sogar von der Musikszene zurückgezogen und arbeitete als Co-Pilot. Umso erfreuter war die Gitarrenwelt, als er wieder ein Album herausbrachte. Morse schreibt auf dem Cover übrigens, dass es sich bei High Tension Wires um das erste richtige Soloalbum von Steve Morse handelt. Das kann man so sehen, denn die anderen Alben waren in der Regel Werke der Steve Morse Band.

Auch wenn die Kritiken oft verhalten waren, so kam High Tension Wires speziell bei Gitarristen gut an. Morse untermauerte mit einigen Kabinettstückchen seinen Ruf als einer der besten Gitarristen überhaupt. Vor allem der Song "Tumeni Notes" zementierte den Ruf nachhaltig. Neben den guten gitarristischen Leistungen mangelte es den Songs in der Regel aber etwas an Substanz.

Die Songs

"Ghostwind", "The Road Home", "Looking Back" und "Country Colors" sind Beispiele dafür, warum viele Kritiker enttäuscht waren. Die Songs sind allesamt balladesk gehalten und haben einen gewissen Folk- bis Countryeinfluss. Das ist nichts schlechtes und die Songs sind nett, können aber selten komplett überzeugen. "Highland Wedding" ist dagegen schön gelungen. Wenn man den Song hört, fühlt man sich in die Highlands versetzt. Und das heißt, der Song funktioniert. "Third Power" ist rockiger angelegt. Der Song ist wirkt mit klassischen Jethro Tull Zitaten recht interessant. Aber leider klingen einige Motive auch wie Musik zu US-amerikanischen TV-Serien.

Auch "Leprechaun Promenade" verspricht vom Titel mehr, als der Song musikalisch hält. Es ist der längste und komplexeste Song des Albums. Von Prog-Rock kann man jedoch kaum reden. Morse bemüht sich zwar, das klingt aber irgendwie fade und verkrampft. "Tumeni Notes" stellt in erster Linie die technischen Möglichkeiten von Morse heraus. Schnell spielen kann er, unser Steve. Für Gitarristen ist der Song ein Bonmot, für andere Zuhörer jedoch eher uninteressant. "Endless Waves" ist ein netter Song mit cleanen Gitarren und vielen Akustiksounds. "Modoc" ist eine Art Pickingetüde für Akustikgitarre. Wieder so ein Song, der für Gitarristen als Lehrmaterial interessant sein könnte. Die Stimmung ist schön und der Song könnte gut auf jeden Acoustic-Guitar Sampler drauf.

Fazit High Tension Wires ist nicht das stärkste Album von Steve Morse, aber es ist deshalb noch lange kein schlechtes Album. Tumeni Notes ist ohne Zweifel ein atemberaubendes Showstück für den Bereich Gitarre. Jeder sollte sich mal dran versuchen, wenige werden es wohl im Originaltempo schaffen. Highland Wedding mit seinen schönen Pinch-Harmonics ist gelungen, ebenso die nette Pickingetüde Modoc. Third Power könnte man aufgrund seiner Anleihen an alte Jethro Tull Sounds auch hervorheben. Leider stellen die restlichen Songs aber maximal Durchschnittskost dar.

Trackliste

  1. Ghostwind 3:12
  2. The Road Home 4:48
  3. Country Colors 3:46
  4. Highland Wedding 3:21
  5. Third Power 4:15
  6. Looking Back 3:59
  7. Leprechaun Promenade 6:24
  8. Tumeni Notes 4:10
  9. Endless Waves 3:46
  10. Modoc 2:19

Rezensent: MP