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Albumbesprechung Never The Bride - Never The Bride

Interpret: Never The Bride

Titel: Never The Bride

Erscheinungsjahr: 1995

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Never The Bride ist das zweite Album der englischen Band Never The Bride. Das Album erschien im Jahr 1995. Das Album war kommerziell kein großer Erfolg, es wurde genau genommen von der Fachwelt kaum wahrgenommen. Das ist schade, denn die Band bietet ein gutes Album an und performt gut. Sängerin Nikki Lamborn wurde von Roger Daltrey (The Who) einmal als die beste Sängerin seit Janis Joplin bezeichnet. Catherine Feeney ist eine (zumindest in Großbritannien) anerkannt gute Songwriterin. Die Band erhielt immer wieder hervorragende Bewertungen als Liveband, aber mit dem Erfolg wollte es irgendwie nicht klappen.

Den Kern der Band bilden Nikki Lamborn (vocals) und Catherine Feeney (Keyboards). Nikki ist die Frontfrau, Catherine die Hauptsongwriterin. Dazu kamen zum Zeitpunkt der Aufnahme Doug Boyle (git), Frosty Beedle (drums) und Chris Childs (bass). Bassist Childs ist ein gefragter Sessionbassist. Nach den Aufnahmen zu diesem Album stieg er bei der Band Thunder ein. Auch Drummer Martin Frosty Beedle ist ein gefragter Sessionmusiker, außerdem war er zuvor Drummer bei der Cutting Crew. Gitarrist Boyle gehört zu den bekannten Sessionmusikern in England. Bekannt wurde er vor allem durch seine Arbeiten mit Robert Plant und Nigel Kennedy, später stieg er bei Caravan ein. Soviel zur Band von damals. Heute ist das Line-Up ohnehin anders.

Musikalisch ist alles im Lot. Nikki Lamborn singt außergewöhnlich gut und Feeney ist eine versierte Keyboarderin und eine exzellente Songwriterin. Doug Boyle spielt viele einfallsreiche Gitarrenvoicings ein, seine Soli sind extrem flüssig gespielt. Beedle und Childs geben dem Ganzen ein bodenständiges Fundament, wobei Beedle aus meiner Sicht in rockigen Songs aber etwas drucklos spielt. Die Band wird als Power-Rockband bezeichnet. Auf diesem Album hält sich der Powerrockfaktor dann doch in Grenzen.

Die Songs

"Saving Grace" eröffnet das Album hochklassig. Der Song hat Hitpotential. Die Gitarrenarbeit von Boyle ist vorzüglich, über allem steht der eindrucksvolle Gesang von Lamborn. Aber es handelt sich eher um Power-Pop als um Power-Rock. Der nächste Song "2 Into 1" ist im rockigen Midtempo-Bereich angelegt. Auch hier steuert Boyle gute Gitarrenparts bei. Die Ballade "Second Look" geht angenehm unter die Haut, ähnliches gilt für "Loser in Love". Mit "Rough'n'Ready" schiebt die Band einen rockigeren Song nach, der jedoch nicht so richtig zünden will.

Mit "3 Good Reasons" und "Cry Out" folgen wieder ruhige Songs, wobei Cry Out melodramatisch wirkt. Ganz anders das beschwingte "Miracle Of Life". Der fröhliche Song macht Laune und reißt den Hörer aus der nachdenklichen Stimmung von Cry Out. "This Is A Cry For Love" legt weiter zu. Der Song rumpelt rockig mit einem unruhigen Rhythmus daher. Den letzten Part des Albums bestreitet die Band eher balladesk. Abgesehen vom etwas belanglosen "Welcome To My World" bietet die Band noch einmal drei gelungene balladeske Songs an.

Fazit Mit Bands wie Never The Bride ist es ein echtes Kreuz. Never The Bride haben nie den Erfolg erzielt, welcher der Band ohne Zweifel zustehen würde. Später wurde aus der Band vor allem eine Art Led Zeppelin Coverband. Da wäre mehr drin gewesen, wie dieses Album zeigt. Ihre wahren Stärken liegen vor allem im Bereich ruhiger Rocksongs bzw. Balladen mit einem gewissen bluesigen Touch. Da kommt mehr als einmal echtes Gänsehautfeeling auf. Leider überzeugen die rockigen Songs nicht durchgängig. Dennoch ein Tipp für alle, die gute Rockmusik mögen.

Trackliste

  1. Saving Grace
  2. 2 Into 1
  3. Second Look
  4. Loser In Love
  5. Rough'n'Ready
  6. 3 Good Reasons
  7. Cry Out
  8. Miracle Of Life
  9. This Is A Cry For Love
  10. Betty's Song
  11. Welcome To My World
  12. Doctors Don't Dance
  13. The Answer

Rezensent: MP