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Albumbesprechung Randy Newman - Sail Away

Interpret: Randy Newman

Titel: Sail Away

Erscheinungsjahr: 1972

Genre: Singer Songwriter, Soft-Rock

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Sail Away ist der Titel eines Albums von Randy Newman, welches im Jahr 1972 veröffentlicht wurde. Sail Away dürfte nicht das bestverkaufte Album von Newman sein, es wird aber allgemein als Meilenstein seiner Diskographie und darüber hinaus als Meilenstein der modernen Popmusik gewertet.

Wurde Newmans Debüt von vielen Fachleuten als etwas überproduziert und zu üppig arrangiert betrachtet, so war das zweite Album das "Rock'n'Roll"lastige Gegenteil. Das darauf folgende Livealbum zeigte vor allem den Singer Songwriter, der nicht mehr als ein Piano und ein Mikro benötigt. Auf Sail Away fand Randy Newman eine ausgewogene Balance aus großen Arrangements, moderaten Rocksongs mit glänzend aufgelegten Gastmusikern (u. a. Ry Cooder, Russ Titelman, Jim Keltner, Gene Parsons, Chris Ethridge) und viel Newman am Piano und am Mikro.

Der Titeltrack "Sail Away" ist ein erstes Beispiel für das zuvor geschriebene. Eine Ballade mit sparsamem Basispianoriff und Streicher- und Bläserarrangements. Newman selbst stellte den Song in seiner bekannt bissigen Art als eine Art "Werbejingle für Sklavenhändler" dar. "Lonely At The Top" ist ein Song, den Newman dem großen Frank Sinatra widmete. "He Gives Us All His Love" war ursprünglich ein Song für die Filmkomödie Cold Turkey, inhaltlich geht es in der melancholischen Pianoballade um religiöse Irrungen und Wirrungen. Ähnlich gelagert ist der "God's Song (That's Why I Love Mankind)", der das manchmal schwer zu verstehende Wirken Gottes beleuchtet.

"Last Night I Had A Dream" wurde von Newman in anderer Version einige Jahre zuvor als Single herausgebracht. Diese Version rockt moderat und wird von Ry Cooders Slideparts veredelt. "Old Man" wurde damals von vielen Fachleuten als eines der gelungensten Beispiele des Singer Songwriters Newman bezeichnet. Newman beschreibt die Zurückweisung eines todkranken Vaters durch seinen Sohn, der ihm sein Mitgefühl nur vorspielt.

Auf "Political Science" stellt Newman fest, dass "uns (die USA) keiner liebt oder respektiert". Um den Menschen klar zu machen, wie gut die USA zum Rest der Welt ist, soll man die große Bombe zünden. Eine zynische Parabel auf den Unsinn der nuklearen Bedrohung.

"Simon Smith and the Amazing Dancing Bear" war ein guter Erfolg für Alan Price, der den Song 1967 in Großbritannien in die Charts brachte. Newman zeigt, dass seine Songs locker mit Pianobegleitung und Gesang bestehen und wirken können. Ein weiteres Beispiel in die Richtung ist (das melancholischere) "Dayton, Ohio 1903". Den Song nahmen zuvor Harry Nilsson und Billy J. Kramer auf. Eher zu späteren Ehren kam You Can Leave Your Hat On in der Version von Joe Cocker. Cocker hat viel für die Bekanntheit des Songs getan, dennoch wirkt Newmans Eigeninterpretation besser.

Fazit Auf seinem Debütalbum karikierte sich Newman selbst (so sah es der Rolling Stone), indem er es als Arrangeur den Songwriter in den Schatten stellte. Das zweite Album sah eher den Rock'n'Roller Newman, während das darauf folgende Livealbum über weite Strecken einen puren Newman zeigte. Sail Away brachte das alles in etwa zusammen: den klassischen Singer Songwriter, den bissigen Beobachter, den moderaten Rocker und natürlich auch den Arrangeur, der es gerne mal etwas üppiger mag. Newman zeigt, dass er genau genommen der beste Interpret seiner eigenen Songs ist. Aus dem Grund ist Sail Away auch ein Meilenstein der Rockmusik und eines der besten Newman Alben.

Trackliste

  1. Sail Away 2:56
  2. Lonely at the Top 2:32
  3. He Gives Us All His Love 1:53
  4. Last Night I Had a Dream 3:01
  5. Simon Smith and the Amazing Dancing Bear 2:00
  6. Old Man 2:42
  7. Political Science 2:00
  8. Burn On 2:33
  9. Memo to My Son 1:56
  10. Dayton, Ohio - 1903 1:47
  11. You Can Leave Your Hat On 3:18
  12. God's Song (That's Why I Love Mankind)3:36

Bonus Tracks CD-Ausgabe

  • Let It Shine 1:40
  • Maybe I'm Doing It Wrong (studio version)1:21
  • Dayton, Ohio - 1903 (early version) 1:53
  • You Can Leave Your Hat On (demo version)2:45
  • Sail Away (early version)3:18

Rezensent: MP

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