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Albumbesprechung Nirvana - In Utero

Interpret: Nirvana

Titel: In Utero

Erscheinungsjahr: 1993

Genre: Grunge, Alternative-Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

In Utero war das dritte und letzte offizielle Album der Band Nirvana, es erschien im September 1993. Die Band und vor allem Kurt Cobain wollte einen ruppigeren und punkigeren Sound als auf Nevermind haben. Cobain kam nicht klar mit seiner Rolle als Grunge Star, er bezeichnete daher In Utero auch als ein schwieriges und bewusst nicht kommerziell ausgerichtetes Album.

Die Plattenfirma hatte so ihre Probleme mit der Arbeit. Man bezeichnete das Produkt als praktisch unverkäuflich. Wal-Mart, damals noch einer der wichtigen Distributoren in den USA, weigerte sich strikt, die Ursprungsversion in die Läden zu stellen. Dort wurde eine extrem entschärfte Version verkauft. Auch die Kritiker waren zunächst zurückhaltend, in Utero wurde im Vergleich zu Nevermind zunächst als klar schwächer bezeichnet.

Die Fans sahen es anders, denn In Utero gelang auf Anhieb der Sprung auf Rang 1 der Billboard 200. Von der RIAA gab es fünf-fach Platin. Im Nachhinein hat sich auch bei Kritikern die Sicht geändert, In Utero wird heute in der Regel als ein Meisterwerk der modernen Rockmusik gepriesen.

Die Songs

  • Die Band legt mit Serve The Servants subtil post-punkig los. Interessant die bezeichnende Introsequenz von Cobain: Teenage Angst has paid of well.
  • Scentless Apprentice nimmt Bezug auf Perfume: The Story of a Murderer (Das Parfüm), eine Horrornovelle. Musikalisch passt der stellenweise heavy drückender Song mit den dissonanten Cobain Parts.
  • Frances Farmer Will Have Her Revenge on Seattle ist inspiriert vom Buch Shadowland des Autoren Frances Farmer. Den Song würde ich im Hinblick auf Cobain als einen relativ straighten Rocksong bezeichnen.
  • Die angesagte punkige Ausrichtung ist zwar oft etwas vernehmbar, aber so richtig punkig würde ich (wenn überhaupt) nur Very Ape, Radio Friendly Unit Shifter und vor allem das abgedrehte tourette's bezeichnen.
  • Sehr nahe an Sounds des Vorgängeralbums liegen die relativ eingängigen Grunge-Songs Heart-Shaped Box und das wütende Rape Me (schön in dem Zusammenhang die legendäre Shave Me Version von Sadgasm mit Homer Simpson). Pennyroyal Tea ist auch ein Song, der etwas in die klassische Grunge Kerbe haut (aber auch reichlich 60s Flair mitbringt).
  • Dumb und All Apologies wurden eigentlich erst durch die MTV-Unplugged Konzerte zu echten Klassikern. Dumb klingt interessant, irgendwie nähert sich die Band hier Beatles Harmonien (wahrscheinlich nicht bewusst), All Apologies klingt schon in der elektrischen Version etwas nach verträumtem Liebeslied (natürlich nur im Nirvana Sinn).
  • Milk It ist eine schräge Nummer mit hartem Riffrock und einem reichlich verworrenen Strophenteil. Gallons of Rubbing Alcohol Flow Through the Strip folgt als Hidden Track/Bonustrack auf All Apologies. Einer der psychedelischen Höhepunkte des Albums.

Fazit In Utero ist ein abwechslungsreiches Album, welches zwischen heftigen und ruhigen Passagen ebenso pendelt wie zwischen relativ eingängigem und eher schrägem Material. Cobain bringt seine Botschaften in ruhiger Form genauso überzeugend unters Volk wie wenn er seine Wut heraus brüllt. Es ist aber so, dass sich viele Songs auf diesem Album erst so nach und nach richtig entfalten wollen. In Utero ist damit im direkten Vergleich zu Nevermind sperriger, aber nicht wirklich schwächer.

Trackliste

  1. Serve the Servants 3:36
  2. Scentless Apprentice (Cobain, Dave Grohl, Krist Novoselic) 3:48
  3. Heart-Shaped Box 4:41
  4. Rape Me 2:50
  5. Frances Farmer Will Have Her Revenge on Seattle 4:09
  6. Dumb 2:32
  7. Very Ape 1:56
  8. Milk It 3:55
  9. Pennyroyal Tea 3:37
  10. Radio Friendly Unit Shifter 4:51
  11. tourette's 1:35
  12. All Apologies 3:51
  13. Gallons of Rubbing Alcohol Flow Through the Strip (Cobain, Grohl, Novoselic) Hidden track 7:28

Alle Songs Cobain sofern nicht anders notiert

Rezensent: MP

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