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Albumbesprechung O-Band - The Knife

Interpret: O-Band

Titel: The Knife

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Knife ist ein Album der englischen O-Band. Das Album erschien im Jahr 1977 und war eigentlich das einzige Album der Band unter diesem Namen. Auch wenn das Album von Kritikern ordentlich bewertet wurde, wurde es doch kein kommerzieller Erfolg. Die Band konnte mit ihrem gediegenen Rock im Punkzeitalter nicht gerade viele Fans erreichen.

Die O-Band war eine etwas glücklose Band aus Jersey. Die Band stammt also von den Kanalinseln und nicht, wie oft angenommen, aus den USA. Soundmäßig könnte man schon auf die USA tippen, vor allem mit diesem Album näherte sich die O-Band mehr und mehr dem US-amerikanischen Rock. Leider hat es der Band nie ganz gereicht. Schade, denn das war gar nicht schlecht, was die Band ablieferte.

Mit der O-Band war das alles etwas verwirrend. Die Band aus England klang mit ihrem Sound eher nach US-Westcoast. Auf The Knife präsentiert die Band auch härtere Sounds, weshalb die Band als Hard-Rockband verkauft wurde. Aber dazu klingt das gesamte Material zu gefällig und ist weit entfernt von Hard-Rock oder Metal. Die O-Band versuchte sich auf The Knife an einer Geschichte, ein Konzeptalbum ist The Knife deswegen aber auch nicht. Vor allem nahm die Band auch Fremdkompositionen auf, welche eigentlich nur bedingt zu einem eigenen geschlossenen Konzept passen.

Der erste Song ist so eine Fremdkomposition, die nicht so recht zu einer Konzeptscheibe passt. "Look to The Left Look To The Right" ist eine alte Nummer von Spirit. Die O-Band spielt den Song brav nach. Ähnlich verhält es sich mit dem zweiten Song. "Almost Saturday Night" ist eine John Fogerty Nummer. Wieder spielt die O-Band den Song nahe am Original nach. Da kann man sich besser die Originalversion anhören. Erst mit dem dritten Song präsentiert die Band eigenes Material. "I'm Gonna Leave You" ist eine Midtempo Rocknummer mit schönen Harmoniegesängen. "Strange Lovin'" klingt ähnlich. Der Song hört sich gut an und atmet viel Westcoast Feeling mit einer Prise Country-Rock. "Back Alley Lightning" setzt das bislang gehörte fort. Das klingt nach US-Rock, dieses mal mit einem subtilen Touch Little Feat.

"Time Seems To Fly" ist wieder ein relaxter Rocksong. Auch hier stimmt praktisch alles. "The Knife" ist das Herzstück des Albums. Der längste Song des Albums ist auch der abwechslungsreichste und interessanteste Song mit interessanter Story. "Got To Run" schließt stilistisch an den Vorgängersong an und nimmt den Faden des Songs und der Geschichte auf. "Venus Avenue" beendet das Album balladesk. Gegen Ende wird der Song mit einer immer dissonanter werdenden Orchestrierung richtig interessant.

Fazit Schade, dass es die Band nie geschafft hat. The Knife ist ein ganz gutes Album. Die Band spielt, wie erwähnt, einen melodischen Rock mit Westcoast und Country-Anleihen. Sänger Pix klingt sehr interessant, seine Stimme hat einen hohen Wiedererkennungswert. Die Instrumentalleistungen und Harmoniegesänge sind gut. Die eigenen Songs sind gut gelungen. Vor allem der Titelsong und die zwei nachfolgenden Songs harmonieren gut miteinander. Warum die Band die beiden Coverversionen aufs Album genommen hat, ist mir nicht ganz klar. Besser wäre es gewesen, wenn sie dafür zwei eigene Songs passend zur Geschichte des Albums eingebaut hätte. Hat sie nicht und leider versauerte auch dieses Album in den Regalen.

Trackliste

  1. Look To The Left Look To The Right (California) 3:13
  2. Almost Saturday Night (Fogerty) 2:55
  3. I'm Gonna Leave You 3:28
  4. Strange Lovin' 3:51
  5. Back Alley Lightning 4:27
  6. Time Seems To Fly 3:46
  7. The Knife 8:10
  8. Got To Run 4:11
  9. Venus Avenue 4:27

Rezensent: MP