Anzeige

Albumbesprechung Mike Oldfield - Hergest Ridge

Interpret: Mike Oldfield

Titel: Hergest Ridge

Erscheinungsjahr: 1974

Genre: Prog-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Hergest Ridge war das zweite Album von Mike Oldfield. Nach dem überragenden Erfolg seines Debütalbums Tubular Bells waren die Erwartungen sehr hoch. Für Oldfield war es sicherlich nicht einfach, mit diesem Druck umzugehen. Er versuchte sich auch mit dem zweiten Album an einem mehr oder weniger instrumentalen Werk. Wieder bestand das Album im Prinzip aus zwei großen Songs, Oldfield spielte wieder jede Menge Instrumente selbst, dazu erhielt er Unterstützung von Chilli Charles - Marschtrommel, William Murray - Becken, Lindsay Cooper und June Whiting - Oboe, Ted Hobart - Trompete, Sally Oldfield, Clodagh Simmonds- Gesang, Terry Oldfield - Holzblasinstrumente sowie einem von David Bedford dirigierten Chor.

Der Albumtitel Hergest Ridge bezieht sich auf ein Gebiet zwischen England und Wales. Dorthin hatte sich Oldfield für die Arbeiten zum Album zurückgezogen. Hergest Ridge wurde daher auch ein größtenteils ruhiges und teilweise fast meditatives Werk. Es kann nur bedingt mit Tubular Bells verglichen werden, zumal Oldfield als ziemlich scharfen Kontrast zum ruhigen Gesamtbild im zweiten Teil des zweiten Songs unendlich viele Gitarrenspuren übereinanderlegte und ein heftiges Klanggewitter inszenierte, das auch unter dem Namen Thunderstorm bekannt ist.

Den ersten Part kann man grob in vier Teile unterteilen. Teil 1 beginnt ruhig und meditativ mit Stimmen und Keyboards. Danach übernehmen Akustikgitarren und E-Gitarren und münden in einen dramatischen Gitarrenpart. Der zweite Teil ist ruhig, mit lieblichen Gitarrenparts sowie klassischen bis folkigen Themen. Teil drei wird anfangs von einer Tubular-Bells ähnlichen Basslinie bestimmt. Dazu gibt es viele Soundspielereien. Zum Schluss wird es symphonischer.

Part Two besteht aus ca. 6 Teilen, die man grob unterscheiden kann. Der erste Teil wird vor allem von schönen Keyboardsounds, Pickinggitarren und flächigen E-Gitarrensounds bestimmt. Dieser erste Teil ist wiederum relativ getragen, auch Teil zwei ist sehr ruhig angelegt, wobei die Struktur hier sehr minimalistisch ist. Danach geht es in einen recht fett instrumentierten E-Gitarrenteil. Der mündet wieder in einen ruhigen Orgelpart mit schöner Melodie und einem bemerkenswerten Bagpipe-Solo. Danach kommt der bekannte Part Thunderstorm. Dieses brachiale Soundgewitter läuft relativ lange und mündet zum Abschluss in einer fast romantischen Stimmung.

Fazit Hergest Ridge war ein guter Nachfolger von Tubular Bells. Für Oldfield war es in dem Alter sicher nicht leicht, mit dem Druck umzugehen und ein vergleichbares Werk vorzulegen. Er schaffte mit Hergest Ridge vor allem ein Werk, das nicht nur wie eine bloße Kopie oder ein langweiliges Sequel des legendären Vorgängers klang. Zwar kam das Album bei Kritikern nicht immer gut an. Viele Fans bezeichnen Hergest Ridge aber als das beste Oldfield Album überhaupt. Das ist Geschmackssache. Aus meiner Sicht ist Hergest Ridge über weite Strecken sehr gut gelungen, komischwerweise kommt bei mir gerade das Filetstück des Albums, der Part Thunderstorm, weniger gut an. Der wirkt doch sehr monoton und zu brachial bzw. überladen. Dafür entschädigt Oldfield mit jeder Menge ruhiger und stimmungsvoller Musik.

Trackliste

  1. Hergest Ridge, Pt. 1 21:29
  2. Hergest Ridge, Pt. 2 18:45

Rezensent: MP