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CD Kritik OMD (Orchestral Manoeuvres In The Dark) - History Of Modern

Interpret: OMD (Orchestral Manoeuvres In The Dark)

Titel: History Of Modern

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Synth-Pop, Electro-Pop

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

History of Modern ist der Titel des elften Studioalbums der britschen Band Orchestral Manoeuvres In The Dark (kurz OMD). Das Album wurde im September 2010 veröffentlicht.

Nach einer fast vierzehnjährigen Pause war es ein langersehntes Album für Fans der britischen Synth-Pop Legende, und das auch noch in der klassischen Besetzung mit Andy McCluskey, Paul Humphreys, Martin Cooper und Malcolm Holmes.

OMD konnten die in sie gesetzten Erwartungen mehr oder weniger erfüllen. Die Kritiken vielen ganz gut aus, die Chartplatzierungen waren ordentlich. Vor allem in Deutschland ist und war die Band eine feste Größe, hier erreichten OMD Rang fünf der Charts. In den Albumcharts im UK ging es zwar nur bis Rang 28, dafür erreichten OMD Rang 3 der UK Indie-Charts.

Der Erfolg in Deutschland kommt nicht von ungefähr. Deutschland scheint für OMD immer eine gewisse Inspirationsquelle gewesen zu sein. Musikalisch bezogen sich die Musiker in starkem Maß auf deutsche Electronic-Bands wie Kraftwerk (was sie hier auch sehr deutlich zeigten). Wie groß die Wertschätzung für Deutschland ist, macht auch die Auflistung von OMD im Booklet klar. Demnach ist gem. OMD modern:

Deutschland, BMW, Kraftwerk, Popart, Kommunismus, Faschismus, Kernkraft, Glas, Stahl, die 1920er, die 1950er …

Nicht modern sind dagegen u. a.

Frankreich, Oasis, die 60s und 90s, die Stones, Holz, Jaguar …

Musikalisch zeigt sich die Band relativ breit aufgestellt. Wer viel klassische OMD Richtung Joan Of Arc oder Enola Gay und Co. erwartet, der dürfte etwas enttäuscht werden. OMD orientieren sich schwerpunktmäßig eher Richtung 90s, wenn es retro geht, dann oft mit einem gewissen Kraftwerk-Hau.

Ihren großen Vorbildern huldigen sie auf RFWK (welches für die Vornamen der Kraftwerk Member steht) und dem langen Schlusstrack The Right Side. Klassischen melodiösen bis verträumten OMD-Electro Pop gibt es vor allem auf Songs wie History Of Modern Part 1 und 2, Green, Bondage Of Fate und New Holy Ground.

Mit dem vergleichsweise harten New Babies: New Toys dürfte die Band klassische Fans eher erschrecken und Rückgriffe in die 1990er wie auf If You Want It, Sometime, The Future, The Past, and Forever After bzw. die späten 80er wie auf Sister Mary Says und Pulse können nie komplett überzeugen.

Fazit History Of Modern ist ein ordentliches Album von OMD. OMD sind nach wie vor eine Band mit einem guten Gespür für eingängigen Electro-Pop, aber das haben sie schon besser gezeigt. Für meinen Geschmack verzettelt sich die Band zu oft in belanglosem 90s Pop. Die Band zeigt mit den Titeltracks und den gelungenen Kraftwerk Zitaten, wo ihre Stärken liegen. Mehr davon wäre schön gewesen.

Trackliste

  1. New Babies: New Toys 3:52
  2. If You Want It (OMD/Carmen) 4:45
  3. History of Modern Part I 4:41
  4. History of Modern Part II 4:13
  5. Sometimes 3:46
  6. RFWK 3:46
  7. New Holy Ground 3:42
  8. The Future, The Past, and Forever After 4:52
  9. Sister Marie Says 4:00
  10. Pulse (OMD/Remee/Tennant/Hansen/Belmaati) 3:42
  11. Green (OMD/Stuart Kershaw) 4:17
  12. Bondage of Fate (OMD/Hannah Peel) 4:06
  13. The Right Side? (OMD/Leonard/Baker) 8:20

US bonus track

  • Save Me (mit Aretha Franklin Samples) 3:08

Alle Songs OMD sofern nicht anders vermerkt.

Rezensent: MP

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