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Albumbesprechung Ozzy Osbourne - Blizzard Of Ozz

Interpret: Ozzy Osbourne

Titel: Blizzard Of Ozz

Erscheinungsjahr: 1980

Genre: Heavy Metal

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Blizzard of Ozz ist ein Album von Ozzy Osbourne. Auch wenn es die Band Blizzard Of Ozz gab und man die Songs mehr oder weniger Bob Daisley und Randy Rhoads zuschreibt, so ist Blizzard Of Ozz doch ein Soloalbum von Ozzy. Das Album kam in England 1980 heraus, in den USA erst 1981. Blizzard Of Ozz kann man zu den wichtigen Alben des modernen Heavy Metal und speziell als Meilenstein des Neoklassischen Heavy Metal zählen. Blizzard Of Ozz wurde von Kritikern in der Regel gut bewertet und die Fans liebten es. Die Single Crazy Train schaffte es bis in die Top 10 der Charts, was für einen Heavysong ein extrem gutes Ergebnis war.

Das Album hat es auch auf andere Weise in sich, denn Lee Kerslake und Bob Daisley verklagten Ozzy im Jahr 1986, weil er sie nicht bezahlt haben soll. Es ist wohl so, dass die Songs mehr oder weniger von Daisley und Rhoads geschrieben wurden. Als das Album im Jahr 2002 neu aufgenommen wurde, ersetzte Ozzy die Original Drum- und Bassparts kurzerhand durch Neueinspielungen von Robert Trujillo und Mike Bordin. Das ist keine sehr schöne Angelegenheit, auch bei Fans kam dieses Verhalten nicht gut an. Ozzys Frau rechtfertigte indes das Vorgehen, weil Ozzy (wohl eher sie) das Verhalten von Kerslake und Daisley als unehrlich bewertete. Tatsächlich scheint etwas an den Vorwürfen von Kerslake und Daisley dran zu sein.

Ungeachtet eventueller Streitigkeiten muss man Blizzard Of Ozz und das folgende Album Diary Of A Madman zu den Sternstunden des modernen Heavy Metal zählen. Einen großen Anteil daran hat das Gitarrespiel des Randy Rhoads, wer weiß, ob ohne einen Randy Rhoads und dessen leider sehr frühes Ableben die beiden Alben derart erfolgreich geworden wären. So gilt Blizzard Of Ozz neben Diary Of A Madman als das Ozzy Meisterwerk. Kein Album von ihm hat sich besser verkauft, alleine in den USA soll es sich bis 2008 über 4 Millionen mal verkauft haben.

Die Songs

"I Don't Know" beginnt mit einem Hammerriff von Rhoads. Davon lebt der Song eigentlich, denn das Rhoads Solo ist sehr kurz und Ozzy singt nicht überragend. "Crazy Train" war ein Singlehit. Auch hier gilt: der Song lebt im Prinzip von der Gitarrenarbeit von Rhoads. Insgesamt wirkt Crazy Train nicht ganz so hart und die Gitarrenarrangements sind ausgefeilter. "Goodbye to Romance" ist die Ballade, die auf einem Heavy Album nicht fehlen darf. Schön gemacht, wieder mit einem tollen Gitarrenarrangement. Allerdings weist der Song einige Längen auf. "Dee" ist ein sehr kurzes Akustikgitarreninstrumental von Rhoads. "Suicide Solution" war einer der großen Skandalsongs von Ozzy. Ein vierzehnjähriger Ozzy Fan hat sich 1984 eine Kugel in den Kopf geschossen. Die Eltern verklagten Ozzy daraufhin wegen Anstiftung zum Selbstmord, weil eben dieser Song den Jungen zum Selbstmord gebracht haben soll. Ozzy stellte immer wieder klar, dass der Song sich mit dem Tod des AC/DC Sängers Bon Scott befasst, welcher sich sozusagen selbstmörderisch mit Alkohol zu Tode gebracht hat. Bob Daisley behauptet, den Song selbst geschrieben zu haben und sich mit Osbournes Alkohol- und Drogenmissbrauch befasst zu haben. Musikalisch wird der Song wieder von einem klassischen Heavy Gitarrenriff bestimmt und gut vorangetrieben.

"Mr. Crowley" ist einer der bekanntesten Songs von Ozzy. Der Song beginnt mit einer Art Kirchenorgel, was etwas an die frühen Siebziger erinnert. Das Intro wird ziemlich abrupt abgebrochen und in einen Midtempo Rock übergeleitet. Auch hier überzeugt vor allem Rhoads mit gelungenen Leadgitarrenparts. "No Bone Movies" ist ein bewegter Boogie Metal. Der klingt ordentlich, bietet andererseits aber auch nichts ganz Neues. "Revelation (Mother Earth)" erinnert an alte Sabbath Zeiten. Der schräge Song mit psychedelischen Grundmustern klingt wie ein Trauermarsch. "Steal Away (The Night)" ist die schnellste Nummer des Albums, die wieder nach klassischen Heavy-Mustern gestrickt ist. "You Lookin' at Me Lookin' at You" ist ein klassischer Midtempo Metal a la Ozzy. Der Song mit seinem einprägsamem Refrain und den tollen Solophrasen von Rhoads wirkt stimmig.

Fazit Blizzard Of Ozz ist ein gutes Album, das vor allem von den Gitarrenriffs und Leadparts von Randy Rhoads lebt. Ozzy singt ordentlich, mehr aber auch nicht. Im Prinzip bietet Blizzard Of Ozz auch viel Durchschnitt. Wäre da nicht ein Randy Rhoads, wäre das Album mutmaßlich etwas untergegangen. Und selbst der spielt meines Erachtens noch nicht mit der Klasse, die er auf Diary Of A Madman zeigte.

Trackliste

  1. I Don't Know 5:16
  2. Crazy Train 4:56
  3. Goodbye to Romance 5:36
  4. Dee (Instrumental) (Rhoads) 0:50
  5. Suicide Solution 4:21
  6. Mr. Crowley 4:55
  7. No Bone Movies (Osbourne, Rhoads, Daisley, Lee Kerslake) 3:53
  8. Revelation (Mother Earth) 6:09
  9. Steal Away (The Night) 3:28

2002 Bonus Track

  1. You Lookin' at Me Lookin' at You 4:16

Rezensent: MP