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Review Panzerballett - Tank Goodness

Interpret: Panzerballett

Titel: Tank Goodness

Erscheinungsjahr: 2012

Genre: Fusion-Metal, Jazz-Fusion

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Tank Goodness ist der Titel eines Albums der deutschen Band Panzerballett. Das Album soll über Gentle Art Of Music / Soulfood am 27. September 2012 veröffentlicht werden.

Panzerballett ist eine Band aus München, die Metal und Jazz/Fusion zusammenbringt. Das macht die Band auf diesem Album in der Besetzung Jan Zehrfeld (git), Josef Doblhofer (git), Alexander von Hagke (sax), Heiko Jung (bass) und Sebastian Lanser (drums). Als Gastmusiker geben sich Randy Brecker (Trompete auf Track 1), Conny Kreitmeier und Ron van Lankeren (Gesang auf Track 5) sowie Mattias IA Eklundh (Gesang und Gitarre auf Track 7) die Ehre.

Es gibt durchaus andere Bands, die diesen musikalischen Sektor beackern. Aber das Panzerballett klingt mit seinem Mix aus Jazz und Metal bzw. Meshuggah bis Planet X ziemlich einzigartig. Wo andere Kollegen Grenzen ausloten, geht das Panzerballett noch einen Schritt weiter. Verkrassung nennt es die Band, womit vor allem die Interpretation von fremdem Material gemeint ist. Die gibt es auch auf diesem Album und auch hier wird das Mittel der Verkrassung ordentlich bemüht.

Dazu gehören wieder einmal drei relativ bekannte Songs aus dem Bereich Jazz/Jazz Fusion: "Some Skunk Funk" von Randy Brecker (mit Brecker an der Trompete!), "Giant Steps" von John Coltrane und "Take Five" von Paul Desmond. "Some Skunk Funk" wird, zusammen mit Brecker, ordentlich aufgemotzt. Die Band groovt wie Hölle und zeigt ordentlich Heavy-Kante, ohne dabei das funky Jazzrock-Feel des Originals zu zerschießen. Mit ihren Interpretationen von "Giant Steps" und "Take Five" dürften die Musiker Puristen den einen oder anderen Schmerz zufügen, aber die Interpretationen sind heiß. Die Band schafft es, wie so oft, den Songs ein ganz neues Leben einzuhauchen. Und das tut covergeplagten Standards meines Erachtens gut.

Ähnliches gilt für ihre Version der Pop-Schnulze "(I've Had) The Time of My Life". Neben vergleichsweise gut erkennbaren Gesangspassagen wertet die Band das Original mit allerlei interessanten Grooves und Voicings deutlich auf. Ein weiterer Song mit Vokalpassagen ist "The IKEA Trauma". Hier wirkt kein geringerer als der schwedische Freakgitarrist Mattias IA Eklundh mit. Der ist für außergewöhnliche Sounds und heftige Frickeleien bekannt. Umso erstaunlicher, dass seine Zusammenarbeit mit Zehrfeld vergleichsweise eingängig daherkommt. Aber das sind auch schon die einzigen nennenswerten Ausritte in eingängige Gefilde. Insgesamt dominiert auf dem Album der mittlerweile bekannte Panzerballett-Sound mit einem Mix aus locker groovendem/funky Jazz-Fusion in Verbindung mit hochkomplexem Metal-Fusion, wo dann schon mal heftig geshreddet wird und mehrheitlich auf schräge (Poly-)Rhythmen gesetzt wird. Und mit Eigenkompositionen wie "Mustafari likes di Carnival", "Zehrfunk" und dem Pantera/King Crimson Mix auf "Vulgar Display of Sauerkraut" beweisen Zehrfeld und Co., dass sie auch eigene Songs im ungewöhnlichen Soundgewand überzeugend präsentieren können.

Fazit Gitarrist Jan Zehrfeld stellte seine Motivation einmal in wenigen Worten dar:

In dieser Band komponiere ich Stücke nach dem Motto "Warum einfach, wenn es schwer geht?"

Das setzt er auch auf Tank Goodness wieder einmal um. Das Album klingt modern, komplex, schräg, hart und etwas aggressiv. Im direkten Vergleich zum klassischen Jazz-Fusion wirkt die Musik vom Panzerballett jederzeit spannend, aufregend und etwas abgefahren. Bei soviel geballter Virtuosität und Komplexität kann die Band noch viele Alben in der Form vorlegen und dürfte den Hörer immer wieder überraschen können.

 

Trackliste

  1. Some Skunk Funk (R. Brecker, feat. Randy Brecker) 5:57
  2. Mustafari likes di Carnival (J. Zehrfeld) 7:11
  3. Giant Steps (J. Coltrane) 5:05
  4. Zehrfunk (J. Zehrfeld) 6:37
  5. (I've Had) The Time of My Life (F. Previte/J. DeNicola, feat. Conny Kreitmeier & Ron van Lankeren) 6:06
  6. Vulgar Display of Sauerkraut (J. Zehrfeld) 5:24
  7. The IKEA Trauma (J. Zehrfeld/M. Eklundh, feat. Mattias "IA" Eklundh) 4:12
  8. Take Five (P.Desmond) 7:07

Rezensent: MP