Beachten Sie bitte vor Nutzung der Webseite die Datenschutzerklärung. Mit Nutzung der Webseite akzeptieren Sie diese.

Anzeige

CD-Kritik Patto - Patto

Interpret: Patto

Titel: Patto

Erscheinungsjahr: 1970

Genre: Hard-Rock, Blues-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Patto ist der Titel des Debütalbums der gleichnamigen Band. Das Album wurde 1970 veröffentlicht. Eingespielt wurde das Album in der Besetzung Mike Patto (Vocals), Ollie Halsall (Gitarre, Piano, Vibraphon), Clive Griffiths (Bass) und John Halsey (Drums). Produzent war Muff Winwood.

Das Album erschien in einer Phase, als es in Großbritannien mit dem Prog losging und vielleicht wird dieses Album daher auch gerne dem Genre Prog zugeordnet. Nun waren Patto zweifellos eine Band, die durchaus mit einem Mix aus Jazz und Rock experimentierten und sich dafür auch als Liveband einen hervorragenden Ruf aufgebaut hatten. Auf diesem Album änderte die Band ihren Kurs und setzte primär auf den damals typischen härteren Rock mit Einflüssen aus Blues und Jazz. Musikalisch war das erste Sahne, allerdings konnte die Band nicht ansatzweise an ihren hervorragenden Ruf als Liveband anknüpfen. Jedenfalls muss man das Album als einen Misserfolg bezeichnen. Heute kann man so ein Album aber zu den so genannten Hidden Gems der Rockmusik zählen.

Die Songs

The Man ist ein laid-back eingespielter Song, die Band bewegt sich zwischen den psychedelischen Traffic und den rockigen Humble Pie. Härter zur Sache geht es mit Hold Me Back, während Time to Die eher dem groovigen UK Blues-Rock entspringt. Red Glow hält diesen Kurs, hat etwas von Cactus ebenso wie Humble Pie.

San Antone zitiert zunächst etwas der jazzigen Roots der Band, das mündet in einen Allman Brothers ähnlichen shuffelnden Groove. Relativ relaxt geht es wieter mit dem Government Man, der Song an sich atmet eine mächtige Prise Southern-Soul, auch hier würde ich gewisse Vergleiche zu den Allman Brothers ziehen wollen.

Mit Money Bag folgt der, so oder so, bemerkenswerteste Song des Albums. Das ist eine Art Impro-Jam, alles etwas abgefahren und vielleicht sogar im Grenzbereich zum Free Jazz. Ein zweifellos interessanter und guter Track, aber irgendwie unpassend im Bezug auf das restliche Material. Dafür versöhnt Sittin'Back Easy umso mehr. Für mich hat der Song eine folkig bis beatleske Note, wenn die Band Gas gibt, klingt es wieder nach hartem UK-Rock der Marke Humble Pie.

Fazit Patto änderten für die Aufnahmen ihres Debütalbums ihr musikalisches Konzept. Experimenteller Jazz-Rock wurde zugunsten eines relativ geradlinigen härteren Blues-Rock aufgegeben, so könnte man es ganz knapp beschreiben. Vergleiche habe ich oben schon gezogen: Humble Pie, Cactus, vielleicht auch die Allman Brothers oder z. B. Savoy Brown. Eine Ausnahme bildet nur der Track Money Bag, den man als jazzigen bis free jazzigen Jam beschreiben könnte. Hier gibt es dann auch gewisse Schnittmengen zum Prog. Davon abgesehen konnte die Band musikalisch mit jeder anderen Band locker mithalten. Patto war ein begnadeter Shouter, Drummer Halsey und Bassist Griffith legen einen zeittypisch solide groovenden Teppich über den Gitarrist Ollie Halsall wandeln darf und schon damals zeigte, dass er einer der ganz Großen seines Fachs war. Gewisse Abzüge in der B-Note könnte man für die Qualität der Songs an sich ansetzen. Patto war in dem Sinn kein extrem bemerkenswertes Werk, aber auch etwas unterbewertet. Die Band hätte einen besseren Zuspruch verdient gehabt, das Album ist eine klare Empfehlung für jeden Fan des Classic Rock.

Trackliste

  1. The Man 6:12
  2. Hold Me Back 4:40
  3. Time to Die 2:54
  4. Red Glow 5:15
  5. San Antone 3:07
  6. Government Man 4:20
  7. Money Bag 10:04
  8. Sittin' Back Easy 3:42

Bonus tracks 2017 remaster

  • Hanging Rope (session outtake July 1970) (14:47)
  • Love Me (Live BBC Radio One Show "Sounds Of The Seventies" 3rd November 1970)
  • Government Man (Live BBC Radio One Show "Sounds Of The Seventies" 3rd November 1970)

Rezensent: MP

Anzeige