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Albumbesprechung Tom Petty & The Heartbreakers - Mojo

Interpret: Tom Petty & The Heartbreakers

Titel: Mojo

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Blues-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Mojo ist das zwölfte Studioalbum von Tom Petty And The Heartbreakers. Das Album erschien am 15. Juni 2010. Mit den Heartbreakers hatte Tom Petty zuletzt 2002 ein Album herausgebracht. Interessant sind die Parallelen zum 2010er Album Bingo! der Steve Miller Band, welches auch am 15. Juni herauskam und ebenso relativ traditionell bluesig angelegt ist.

Tom Petty erklärte schon 2009 im Rolling Stone, dass man ein live eingespieltes Studioalbum möglichst ohne Overdubs produzieren wollte. Es sollte bluesig sein und es durfte gerne auch jamrockig werden, zumal sich Petty hier auf Tour von der Allman Brothers Band inspirieren ließ. Erfolgreich war das Album. Es schoss sofort auf Rang 2 der US-Billboardcharts und verkaufte immerhin 125.000 Einheiten in der ersten Woche. Die Kritiker schienen aber etwas verwirrt zu sein, denn die Beurteilungen zum Album fielen sehr unterschiedlich aus.

Die Songs

Schon das Anfangsriff von "Jefferson Jericho Blues" weist den Weg. Der Song shuffelt im Geist der alten Chess-Künstler. "First Flash of Freedom" überrascht mit proggigen bis psychedelischen Ideen. Ein Song im Geist der Allman Brothers, auch aufgrund der Länge von fast 7 Minuten. "Running Man's Bible" klingt originär mit gewissen Soul und R&B Anteilen. "The Trip to the Pirate's Cove" borgt sich die Rhythmusgitarre nahezu komplett vom genialen Slabo Day von Peter Green. Mit dem Gesang klingt es dann aber wie eine typische Petty Nummer.

"Candy" atmet etwas vom Feeling einer J. J. Cale Nummer und klingt sehr lässig und zurückgelehnt. Einen Touch Country erhält "No Reason To Cry", vor allem durch das gemäßigte Tempo und die Steel-Gitarre. "I Should Have Known It" rockt mit Anleihen an den Britblues bzw. Led Zeppelin. "U.S. 41" ist ein schöner Country Blues, der tief im Süden der USA verwurzelt ist. "Takin' My Time" atmet eine gute Prise Muddy Waters Stampfrhythmus, während "Let Yourself Go" im Howlin' Wolf Stil shuffelt. "Don't Pull Me Over" überrascht mit einem Reggae ähnlichen Groove. Der Slowblues wird mit "Lover's Touch" bedient. "High In The Morning" hat viel von frühen Tom Petty Werken gemischt mit einer Prise R&B und Soul. "Something Good Coming" plätschert danach mit einem Springsteen Touch etwas ereignislos vor sich hin. Auch "Good Enough" kann mit einer dramatischen Note nicht so richtig mitreißen.

Fazit Ich denke mal, dass dieses Album geteilte Meinungen hervorrufen wird oder sogar polarisieren könnte. Eigentlich kann man sagen, dass von Tom Petty & The Heartbreakers (mit der Betonung auf Tom Petty) schon lange nichts mehr besseres zu hören war. Aber das war nach den vielen mittelmäßigen Alben auch nicht ganz so schwer. Musikalisch passt auf dem Album eigentlich alles, besonders Gitarrist Mike Campbell darf hier endlich mal zeigen, was er so draufhat. Wir bewegen uns musikalisch vor allem im Feld des Blues bzw. des Bluesrock. Petty & die Heartbreakers spielen eigene Songs ein, klingen aber fast immer nach irgendjemand anderem. In der Summe heißt das: Allman Brothers, Britblues a la Led Zeppelin, etwas Muddy Waters, CCR oder J. J. Cale. Das ist nicht schlecht, aber manchmal nervt es auch etwas - sehr z. B. auf The Trip to the Pirate's Cove. Der Song könnte direkt vom Album In The Skies von Peter Green stammen, man höre sich den Song Slabo Day an. Kein schlechtes Album, aber irgendwie auch nicht komplett überzeugend.

Trackliste

  1. Jefferson Jericho Blues 3:24
  2. First Flash of Freedom 6:53
  3. Running Man's Bible 6:02
  4. The Trip to Pirate's Cove 5:00
  5. Candy 4:12
  6. No Reason to Cry 3:04
  7. I Should Have Known It 3:36
  8. U.S. 41 3:01
  9. Takin' My Time 4:21
  10. Let Yourself Go 3:23
  11. Don't Pull Me Over 4:05
  12. Lover's Touch 4:24
  13. High In the Morning 3:36
  14. Something Good Coming 4:11
  15. Good Enough 5:57

Rezensent: MP