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Albumbesprechung Pink Floyd - Dark Side Of The Moon

Interpret: Pink Floyd

Titel: Dark Side Of The Moon

Erscheinungsjahr: 1973

Genre: Space Rock, Psychedelic Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Dark Side Of The Moon ist das achte Studioalbum der Band Pink Floyd. Das Album erschien im Jahr 1973 und markiert den kommerziellen Durchbruch für Pink Floyd. In den USA erreichte das Album schnell Rang 1 der Charts, im UK reichte es für Rang 2 der Charts. Das Album hielt sich von 1973 bis 1988 sensationelle 741 Wochen am Stück in den Billboard 200 Charts. Das Album hat sich weltweit über 45 Millionen mal verkauft. Damit gehört Dark Side Of The Moon zu den Meilensteinen der Rockmusik. Das Album wurde von Kritikern in der Regel sehr gut bewertet und es wird in Fankreisen als eines der besten Pink Floyd Alben genannt.

In Anschluss zum Album Meddle standen Tourneen an. Zuerst gab es noch keine konkreten Pläne für ein neues Studioalbum. Roger Waters kam dann mit der Idee, im Rahmen der Tour auch neues Material vorzustellen. Das Material und das folgende Album sollte anders werden. Roger Waters beklagte z. B., dass die Texte der Band etwas zu unverbindlich ausfielen. Mit dem Album sollte inhaltlich ein in sich geschlossener Themenkomplex bearbeitet werden. Es sollte von Themen handeln, welche die Menschen (und damit natürlich auch die Bandmitglieder) beschäftigen: alltägliche Probleme und Konflikte, Gier, psychische Erkrankungen und Tod. Die Band ging dann mit einem recht großen technischen Aufwand auf Tour, um ihre neuen Songs und Ideen vorzustellen und im Rahmen der Tour weiter zu verfeinern. Schon im Februar 1972 stellte die Band das Material unter dem Namen Dark Side of the Moon: A Piece for Assorted Lunatics im Rahmen eines Konzerts im Rainbow Theatre erstmals vor. Die Kritiker zeigten sich angetan von den Songs. Die Band ging dann ins Studio, um The Dark Side Of The Moon einzuspielen. Eine interessante Geschichte am Rand: das Album wurde vorübergehend in The Eclipse umbenannt, weil die Band Medicine Head zu der Zeit bereits ein Album mit dem Titel The Dark Side Of The Moon auf den Markt gebracht hatte. Nachdem deren Album aber floppte, entschieden sich Pink Floyd dazu, ihr Album doch unter dem Titel Dark Side Of The Moon zu veröffentlichen.

Die fünf Songs auf jeder Seite sollten sinnbildlich für bestimmte Situationen und Stationen im Leben stehen. Typisch waren die Herzschläge zu Beginn und Ende des Albums bzw. deren Wiederholungen in einigen Songs. In starkem Maß nutzte die Band weitere Einspielungen im Musique Concrete Stil, d. h. man nutzte Sounds des alltäglichen bzw. realen Lebens. Speak To Me wird von den Herzschlägen eröffnet. Es handelt sich um ein Instrumental, welches Nick Mason zugeschrieben wird. Allerdings steuerte der nur eine Rohversion mit rhythmischen Spielereien bei. Der Song geht nahtlos in den eingängigen und soften Song Breathe über, welcher die banalen Dinge des Lebens beschreibt. Breathe ist eigentlich ein älterer Song, den Waters mit Roger Geesin für den Soundtrack The Body geschrieben hatte. Das Instrumental On The Run wird mit Flugzeuggeräuschen eingeleitet. Der Song dürfte sich mit Wrights Flugangst befassen. On The Run endet wieder mit den obligatorischen Herzschlägen und geht über in die tickenden und schlagenden Uhren des Songs Time, welche einem Quadro-Sound Versuch von Alan Parsons entstammen. Time selbst handelt von der Zeit ans sich, der Vergänglichkeit und wie die alltäglichen Dinge das Leben kontrollieren können. Time gehört, neben Money, zu den wichtigsten Songs des Albums und stellt einen der typischen Space-Rock Songs der klassischen Floyd-Phase dar. Gegen Ende nimmt Time im Rahmen vom Breathe Reprise wieder das Thema von Breathe auf.

Beendet wurde die erste Seite vom ruhigen Wright Song The Great Gig In The Sky. Der Song handelt vom Tod und wird äußerst emotional und elegisch dargeboten. Musikalisch wird der Song vor allem durch die Pianoparts von Wright und die Gesangsparts von Clare Torry bestimmt. Speziell diese Voacalpassagen werden von vielen Betrachtern als eines der Markenzeichen des Albums bezeichnet. Interessant ist die Geschichte dazu: Torry wurde zu den Sessions eingeladen, konnte den Termin aber nicht wahrnehmen. Die Band hatte auch keine Ahnung, was genau sie singen sollte und somit gab es für sie auch keine Vorgaben. Sonntagnachts erschien sie dann im Studio. Da zuvor alle Vorschläge von Torry scheiterten, sang sie irgendwann nur noch eine wortlose Melodie ein. Sie war damit überhaupt nicht zufrieden und wollte sich bei den Musikern entschuldigen. Die waren jedoch begeistert. Torry erhielt damals für den Job gerade mal 30 £. Das ist schon wenig, zumal ihr Gesangspart zu den essentiell wichtigen Parts des Albums gehört. Ein Gericht hat ihr mittlerweile Rechte am Song zugesprochen, seither wird Torry auch als Co-Author aufgeführt.

Die zweite Seite der LP wurde vom Pink Floyd Evergreen Money und seinem klassischen Kassengeräusch eröffnet. Der Song klagt Gier und Konsumwahn an. Musikalisch nutzt die Band einen klassischen 12-Bar Blues in B-Moll, das berühmte Hauptriff wird von Bass und Gitarre im ungewöhnlichen 7/4 Takt eingespielt. Um Isolation geht es im Track Us And Them. Der Song ist soft und lyrisch angelegt. Die einschmeichelnden Saxes verleihen dem Song ein jazziges Feeling. Der Song ist interessant angelegt und besitzt zum Glück einige Steigerungen, denn das Hauptthema wirkt etwas langatmig. Us And Them geht eigentlich auch auf eine ältere Idee von Rick Wright zurück, welche er für den Soundtrack Zabriskie Point einbrachte. Das Instrumental Any Colour You Like spiegelt wieder den typischen Floyd Space-Rock. Der Song groovt gut, klingt etwas bluesig und leicht funky. Brain Damage dreht sich um das Thema "psychische Erkrankung", vor allem bei Leuten, die Erfolg haben und dann abstürzen. In einigen Textpassagen spricht die Band ihr ehemaliges Mitglied Syd Barrett an. Aus meiner Sicht erinnert die Band hier auch immer wieder an die Phase vor 1970, steigert sich aber im Mittelteil in einen zeitgemäßen Space-Rock Part. Diesen Part führt der folgende Song Eclipse weiter. Im Prinzip wirkt der Song musikalisch und inhaltlich wie eine kurze Zusammfassung des Geschehens. Als Outro passt das ganz gut.

Fazit Dark Side Of The Moon ist ein Stück Rockgeschichte. Das Album stellt eines der wichtigsten Werke der Band Pink Floyd dar. In Konzeption und Umsetzung ist das Album gut gelungen. Letztlich hat die Band eine Art Konzeptalbum geschaffen mit einem guten inhaltlichen roten Faden, musikalisch kann die Band ebenfalls überzeugen. Mit Songs wie Money und Time legt die Band zwei Bandklassiker vor. Aus meiner Sicht fallen die vorzüglichen Instrumentals On The Run und Any Colour You Like oft etwas unter den Tisch. Und dann wäre da auch noch der Song The Great Gig In The Sky mit seinen hochemotionalen Momenten und dem unfassbaren Gesang vo Clare Torry. Diese Songs machen die eigentliche Stärke des Albums aus, denn nicht alles ist hochklassige oder spannende Musik. In der gesamten Beurteilung ist Dark Side aber ohne Zweifel ein gutes Album und ein Klassiker der Rockmusik.

Trackliste

  1. Speak to Me (Mason) 1:30
  2. Breathe (Waters, Gilmour, Wright)2:43
  3. On the Run (Gilmour, Waters) 3:30
  4. Time (incl. Breathe (Reprise)) (Mason, Waters, Wright, Gilmour) 6:53
  5. The Great Gig in the Sky (Wright, Clare Torry) 4:15
  6. Money (Waters) 6:30
  7. Us and Them (Waters, Wright) 7:51
  8. Any Colour You Like (Gilmour, Mason, Wright) 3:24
  9. Brain Damage (Waters) 3:50
  10. Eclipse (Waters) 1:45

Rezensent: MP