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Albumbesprechung Pink Floyd - The Division Bell

Interpret: Pink Floyd

Titel: The Division Bell

Erscheinungsjahr: 1994

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 4 von 10 Sternen

(4/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Division Bell war das (Stand 2008) vierzehnte und letzte Studioalbum von Pink Floyd. Es erschien im Jahr 1994. Das Album erreichte sowohl im UK als auch in den USA Platz 1 der Charts. Irgendwie schien es fast so, als ob die Band auf der Höhe ihres Erfolges war. Denn Pink Floyd konnten mühelos die größten Stadien füllen und hatten plötzlich unglaublich viele Fans. Die folgende Tour schlug, soweit ich weiß, alle Rekorde. Das Album war ein großer Erfolg, in den meisten relevanten Ländern erreichte die Band Rang 1 der Charts. Die Verkaufszahlen sollen die 12 Millionen-Marke weltweit überschritten haben. Allerdings fielen die Kritiken zum Album in der Regel zurückhaltend aus, klassische Fans waren nicht "amused" über die musikalischen Ergüsse von Gilmour, Wright und Mason.

Die Songs

"Cluster One " featured vor allem Gitarre und Keyboard und verströmt eine extrem beruhigende Wirkung (seeeeeehr beruhigend!). "What Do You Want from Me?" ist ein typischer Gilmour Song. Leider bedeutet das: nett, aber nicht aufregend. "Poles Apart" schließt, von der Wirkung, nahtlos an den Vorgängersong an. Leider ist die Bridge total verunglückt. "Marooned" ist ein weiteres Gemeinschaftswerk von Gilmour und Wright. Der instrumentale Song bekam einen Grammy. Im Gegensatz zu Cluster One zieht Gilmour hier alle Register, der Meister des guten Tons hat vernehmlich zugeschlagen. Ansonsten weist der Song an sich jedoch nur wenige Höhepunkte auf. "A Great Day for Freedom "klingt enttäuschend. Das hört sich nach aufgeblasenem Pop mit einer aufgesetzten Dramatik an.

"Wearing the Inside Out" wurde von Rick Wright und A. Moore geschrieben. Wright singt den Song, was aber nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Schade, denn in frühen Floyd Jahren war Wright gesetzt für die Position des Sängers. "Take It Back" bietet wieder typischen Gilmour Soft-Rock. "Coming Back to Life" klingt interessant, weil Gilmour hier Bands wie U2 zitiert. Besonders originell ist das nicht, aber im Rahmen dieses Albums erfreut das sogar. "Keep Talking" ist eine weitere Gilmour/Wright Nummer. Das Schema ähnelt dem der anderen Songs: Keyboardteppich plus Leadgitarre, dazu Gilmours Gesang. Irgendwie drängt sich spätestens hier der Verdacht auf, dass die Band bei sich selbst klaut. Das ist kein gutes Zeichen. "Lost for Words" hätte auch gut auf The Wall gepasst. Auch wenn der Song etwas aufgeblasen wirkt, so klingt er zumindest nicht schlecht. "High Hopes" schließt das Album balladesk ab. Vielleicht würde Gilmour heute beim Anhören die Schamesröte ins Gesicht schießen - oder auch nicht.

Fazit Das Album The Division Bell liegt auf Augenhöhe mit A Momentary Lapse Of Reason. Insgesamt sehe ich gewisse Vorteile bei The Division Bell. Allerdings gibt es viele peinliche Momente. Vor allem wird deutlich, wie sehr sich die Band im eigenen Fundus bedient. Einzig auf Marooned knüpft die Band, ganz sachte, an alte Klasse an. Das gilt für Wright, aber besonders für Gilmour. Der Mann hat einen wunderbaren Gitarrenton, den nimmt ihm keiner weg. Leider lässt er uns nicht mehr oft daran teilhaben.

Trackliste

  1. Cluster One (David Gilmour, Richard Wright) 5:58
  2. What Do You Want from Me? (Gilmour, Wright, Polly Samson) 4:21
  3. Poles Apart (Gilmour, Samson, Nick Laird-Clowes) 7:04
  4. Marooned (Gilmour, Wright) 5:29
  5. A Great Day for Freedom (Gilmour, Samson) 4:17
  6. Wearing the Inside Out (Wright, Anthony Moore) 6:49
  7. Take It Back (Gilmour, Samson, Laird-Clowes, Bob Ezrin) 6:12
  8. Coming Back to Life (Gilmour) 6:19
  9. Keep Talking (Gilmour, Wright, Samson) 6:11
  10. Lost for Words (Gilmour, Samson) 5:14
  11. High Hopes (Gilmour, Samson) 8:32

Rezensent: MP

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