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CD-Kritik: Pink Floyd - A Momentary Lapse Of Reason

Interpret: Pink Floyd

Titel: A Momentary Lapse Of Reason

Erscheinungsjahr: 1987

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 3 von 10 Sternen

(3/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

A Momentary Lapse of Reason ist ein Album von Pink Floyd. Es erschien 1987 und war das erste Album der Band, nachdem Roger Waters ausgestiegen war. Offiziell waren sogar nur Gitarrist David Gilmour und Drummer Nick Mason mit von der Partie. Der ehemalige Pink Floyd Keyboarder Rick Wright war zwar an den Aufnahmen beteiligt, fungierte offiziell jedoch nur als Studiomusiker. Das Album erreichte in den USA und im UK Rang 3 der Charts.

Im Vorfeld gab es große Probleme, denn Roger Waters hatte die Band eigentlich für aufgelöst erklärt. Gilmour und Mason wollten jedoch als Pink Floyd ein Album einspielen. Nach heftigen Querelen bekamen die beiden vom Gericht die Nutzung des Bandnamens zugesprochen. Wenn man es ganz genau nimmt, begannen die Arbeiten mehr oder weniger als Soloprojekt von Gilmour. Er kam im Verlauf der Aufnahmen zu der Erkenntnis, das Album besser als Pink Floyd zu veröffentlichen. Insgesamt war David Gilmour der zentrale Musiker auf dem Album. Er holte sich bekannte Studiomusiker wie Tony Levin und Jon Carin. Dazu steuerte Rick Wright Keyboardparts ein. Nick Mason befand sich selbst etwas außer Übung, weshalb auf dem Album auch Drummer wie Carmine Appice und Jim Keltner mitspielten - auf einem Song kam sogar eine Drummachine zum Einsatz. Letzten Endes könnte man daher von einem Soloalbum von David Gilmour sprechen, etwas anderes stellt A Momentary Lapse Of Reason auch nicht dar.

Die Songs

"Signs of Life" beginnt atmosphärisch und geheimnisvoll mit Wassergeplätscher, einem praktisch durchgängigen Keyboardton und nichtssagendem Gemurmel. Daraus entwickelt sich eine Melodie und ein symphonischer Song. "Learning to Fly" legt etwas zu. Der Song hätte gut auf das Album The Wall gepasst. "The Dogs of War" startet vielsagend und geheimnisvoll mit einigen Donnerschlägen zu Keyboardriffs. Der einsetzende Sprechgesang erinnert interessanterweise an Roger Waters. Die Gitarrensounds erinnern an Animals, ohne jedoch die Intensität von damals zu erreichen. "One Slip" beginnt mit maschinellen Sounds, wie man sie von alten Pink Floyd Alben kennt. "On the Turning Away" ist eine typische Gilmour Ballade. Ein Song in Chris De Burgh Manier mit soften Keyboard- und Akustikgitarrenparts, dazu ein Solopart für Gitarre.

"Yet Another Movie /Round and Around" kann wieder nicht auf ein geheimnisvolles Intro verzichten. Mit seinen Donnerschlägen und New Age Sounds wirkt der Song etwas pseudodramatisch und unfreiwillig komisch. Die Intention von "A New Machine (Part 1)" mit dem Sprechgesang und den Vocodersounds ist unklar. "Terminal Frost" bringt wieder softe Instrumentalsounds plus Gilmour-Gitarrensoli. Das kann er gut. Trotzdem kann der Song nicht über die gesamte Länge überzeugen. "A New Machine (Part 2)" klingt wie Part 1 und beantwortet keine Fragen. "Sorrow" beginnt wieder dramatisch. Eine richtige Steigerung findet aber nicht statt, der Midtempo Rock wirkt langweilig.

Fazit Mit den eher schlechten Bewertungen hatten viele Kritiker aus meiner Sicht recht. Dieses Album kann man eigentlich nur als enttäuschend bezeichnen. Gilmour schafft es nie, an gute Pink Floyd Zeiten anzuknüpfen. Das Album klingt wie ein Gilmour Solo-Album, aber wie ein schlechtes. Verglichen mit seinem ersten Soloalbum würde ich A Momentary Lapse Of Reason als schwach beurteilen, verglichen mit alten Pink Floyd Alben noch schwächer. Mehr kann man dazu nicht sagen.

Trackliste

  1. Signs of Life (David Gilmour, Bob Ezrin) 4:24
  2. Learning to Fly (Gilmour, Anthony Moore, Ezrin, Jon Carin) 4:53
  3. The Dogs of War (Gilmour, Moore) 6:05
  4. One Slip (Gilmour, Phil Manzanera) 5:10
  5. On the Turning Away (Gilmour, Moore) 5:42
  6. Yet Another Movie (Gilmour, Patrick Leonard) 7:28
  7. Round and Around (Gilmour)
  8. A New Machine (Part 1) (Gilmour) 1:46
  9. Terminal Frost (Gilmour) 6:17
  10. A New Machine (Part 2) (Gilmour) 0:38
  11. Sorrow (Gilmour) 8:46

Rezensent: MP

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