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CD-Kritik The Pixies - Surfer Rosa

Interpret: The Pixies

Titel: Surfer Rosa

Erscheinungsjahr: 1988

Genre: Indie

 

Rezension/Review

Surfer Rosa ist der Titel des Debütalbums der Band Pixies. Veröffentlicht wurde das Album im Jahr 1988.

Die Pixies waren damals Black Francis (aka Frank Black, Vocals, Rhythmusgitarre), Kim Deal (Bass, Backing-Vocals, Vocals als Mrs. John Murphy auf Gigantic), Joey Santiago (Lead-Gitarre) und David Lovering (Drums). Chartmäßig lief es für die US-Amerikaner zunächst vor allem im UK gut, dort erreichte das Album in den Indiecharts immerhin Rang 2. Im UK gelangte die Singleauskopplung Gigantic in einer Re-Recorded Version auf Rang 93 der UK Charts. Mehr war zunächst nicht drin. Aber das Album verkaufte sich über die Zeit doch noch ganz ordentlich. 2015 wurden für die USA offiziell 705.000 verkaufte Exemplare gemeldet, für Großbritannien 100.000 Alben und für Kanada 50.000 Alben.

Ungeachtet aller Chartplatzierungen und Verkaufszahlen wurde das Album von Anfang an zu den wichtigen Alben des Jahres 1988 bzw. zu den Meilensteinen der Rockmusik gezählt. Auch bei Musikern hinterließen die Pixies Spuren, viele Künstler aus dem Indie-/Alternative Bereich bezeichneten das Album als einen wichtigen Einfluss. Surfer Rosa wurde und wird häufig als eine Art Blaupause des Grunge bezeichnet, Gigantic z. B. soll der Lieblingssong des Kurt Cobain gewesen sein. David Bowie kam zum Schluss, dass Surfer Rosa vor allem drei große Stärken habe: die Laut/Leise Dynamik, die heiklen Texte und das feurige Leadgitarrenspiel Santiagos.

Die Band und das gesamte Procedere passten sehr gut zum Indie-Rock. Von vorneherein war das Budget für die Produktion auf 10.000 Dollar begrenzt und die geplante Aufnahmedauer auf 10 Tage. Produzent Steve Albini experimentierte in diesem Rahmen viel, er ließ Teile des Gesangs in Waschräumen/Toiletten aufnehmen oder er ließ Blacks Gesang über einen Gitarrenamp laufen um eine "schmutzigere" Textur zu erhalten. Eine weitere Besonderheit war das Mitschneiden der Kommunikation im Studio, welche dann auch oft ungeschnitten auf dem Album erschien.

Was am Ende herauskam ist ein durchaus vielschichtiges Album mit einer oft punkig-wütenden Attitüde (Something Against You, Broken Face, Tony's Theme, Oh My Golly, I'm Amazed) mehr oder weniger abgedrehten Songs (Bone Machine, Vamos) durchaus eingängigem Material (Break My Body, Gigantic, River Euphrates, Where Is My Mind, Brick Is Red) und auf Cactus gar eine Annäherung an den Glam-Boogie (übrigens von Bowie auf Heathen mit einer noch klareren Glam-Note gecovert).

Fazit Über den Wert dieses Albums ist man sich bekanntlich einig, es ist ein Meilenstein der Rockmusik. Keine Frage: da wurde ein interessantes und vielschichtiges Album vorgelegt, vielleicht eine Blaupause für den Grunge. Für meinen Geschmack hat man das alles aber auch reichlich aufgeblasen. Mich erinnert Surfer Rosa rein marketingtechnisch an Never Mind The Bollocks. Was damals sozusagen eine geschickte Marketingstrategie des Herrn McLaren war, das erscheint mir auch in diesem Fall als ein ziemlich durchgeplantes Produkt, welches eben gekonnt eine scheinbar wilde und ungestüme Attitüde anbietet. Es bleibt natürlich, wie Never Mind The Bollocks, ein interessantes Album. Aber es ist auch ein etwas überbewertetes Album.

Trackliste

  1. Bone Machine 3:02
  2. Break My Body 2:05
  3. Something Against You 1:47
  4. Broken Face 1:30
  5. Gigantic (Francis, Kim Deal) 3:55
  6. River Euphrates 2:33
  7. Where Is My Mind? 3:53
  8. Cactus 2:16
  9. Tony's Theme 1:52
  10. Oh My Golly! 1:48
  11. Vamos 4:18
  12. I'm Amazed 1:42
  13. Brick Is Red 2:00

Alle Songs Black Francis sofern nicht anders vermerkt

Rezensent: MP

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