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Albumbesprechung The Police - Synchronicity

Interpret: Police

Titel: Synchronicity

Erscheinungsjahr: 1983

Genre: Rock, AOR

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Synchronicity ist das fünfte und gleichzeitig letzte Studioalbum der Band The Police. Das Album erschien 1983 und markierte zum Abschluss so etwas wie den Höhepunkt des Bandschaffens. Zumindest gehört das Album zu den bekanntesten und bestverkauften der Band, außerdem ist die ausgekoppelte Single Every Breath You Take der mutmaßlich bekannteste Bandsong.

Für das Album gab es einen Grammy, es wurde allgemein hochgelobt und kam bei Fans und Kritikern sehr gut an. Das Album markierte gleichzeitig die endgültige Abkehr von alten Sounds. Zweifellos hatte Sting damals innerhalb der Band eine Vormachtstellung eingenommen, aber ganz so weit entfernt lagen die Jungs dann doch nicht von alten Tugenden.

Die Songs

  • Mit Synchronicity I treten die Drei den ersten Gegenbeweis an. Das klingt vielleicht nicht mehr ganz so rau, groovt aber dennoch in alter Manier. Ähnliches gilt auch für das später folgende Synchronicity II.
  • Walking in Your Footsteps ist ein politischer Song, eine Art Anti-Atomkraft Song. Musikalisch befinden wir uns in einer Art Weltmusik mit deutlicher Handschrift Stings.
  • O My God klingt jazzig, ein Song der eher entfernt an die alten Police erinnert.
  • Mother ist ein Andy Summers Song mit Fripp-ähnlichen Gitarrensounds. Durch den Schreigesang Summers erhält der Song insgesamt eine gute Prise Crimson-Prog ab.
  • Miss Gradenko beschreibt eine russische Bürokratin aus Sicht von Stewart Copeland. Auch bei diesem Song fühle ich mich an frühere Police-Songs erinnert, was vor allem an den Gitarrenarpeggios Summers liegt.
  • Every Breath You Take bedarf kaum einer Erklärung. Erstaunlich: es ist ein Sting-Song, welcher aber in starkem Maß von den Gitarrenmotiven Summers lebt. Meines Wissens war das die Idee Summers, der jedoch nicht als Co-Autor geführt wurde.
  • King of Pain ist üppig arrangiert und transportiert einen melancholisch metaphorischen Inhalt. Musikalisch ist es wieder einer der eingängigen Stingmomente.
  • Wrapped Around Your Finger fließt größtenteils gemächlich über einen Keyboardteppich dahin. Interessant: die Gesangslinie erinnert mich irgendwie an Lemon Tree. Mit dem Refrain ist die Band in jedem Fall irgendwo im Bereich AOR angekommen.
  • Tea in the Sahara ist ein Song mit einer Art Märchen aus 1001 Nacht-Feeling. Mit dem sparsamen Grundarrangement und der speziellen Copeland Polyrhythmik erinnert auch der Song wieder an die alten Police. Es zeigt sich aber auch, dass die Band die spezielle Nonchalance der alten Tage nicht mehr erreichen kann (nicht erreichen will).
  • Murder By Numbers war ursprünglich als B-Seite der Single Every Breath You Take auf den Markt gekommen und wurde später auf die CD und Kassettenversionen des Albums gepackt. Ein interessanter Song mit jazzigen Arrangement.

Fazit Synchronicity muss man vielleicht einfach auf das reduzieren, was es ist: das Bindeglied zwischen den alten Police und der folgenden Sting Solokarriere. So gesehen gibt es viel Sting Songwriterkunst und man bekommt dazu noch etwas klassisches Police Flair. Mir wäre mehr vom alten Flair lieber gewesen, aber man kann nicht alles haben. Und letzten Endes ist das Album gut gelungen.

Trackliste

  1. Synchronicity I 3:23
  2. Walking in Your Footsteps 3:36
  3. O My God 4:02
  4. Mother (Andy Summers) 3:05
  5. Miss Gradenko (Stewart Copeland) 2:00
  6. Synchronicity II 5:02
  7. Every Breath You Take 4:13
  8. King of Pain 4:59
  9. Wrapped Around Your Finger 5:13
  10. Tea in the Sahara 4:19
  11. Murder by Numbers (Summers, Sting) 4:36 (nicht auf der Original-LP)

Alle Songs Sting sofern nicht anders vermerkt.

Rezensent: MP