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Albumbesprechung Queen - A Day At The Races

Interpret: Queen

Titel: A Day At The Races

Erscheinungsjahr: 1976

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

A Day At The Races ist ein Album der britischen Band Queen. Es war das fünfte Album der Band und erschien im Jahr 1976. Wie der Vorgänger A Night at the Opera bezieht sich der Albumtitel wieder auf einen Film der Marx Brothers. Man könnte so von einer Beziehung zwischen den Alben sprechen, stilistisch liegen sie auf jeden Fall nah beieinander.

Auch dieses Album war sehr erfolgreich. In England gab es Doppelplatin, in Kanada und den USA Platin und in Japan und Deutschland Gold. Platz 1 sprang unter anderem in England, Japan und den Niederlanden heraus. In den USA schwächelte die Band etwas. Es ist auch so, dass viele Kritiker mit dem Album nicht gut zurechtkamen und der Band Pomp und Künstlichkeit vorwarfen. Trotzdem gehört A Day At The Races sicherlich zu den wichtigen Alben der Band.

Die Songs

Tie Your Mother Down entstand angeblich auf der Konzertgitarre. Das würde man beim ersten Hinhören kaum glauben, denn der Song geht ab wie "Schmidts Katze". Für mich einer der schönsten harten Queensongs. You Take My Breath Away ist eines der typischen Werke von Freddie Mercury. Sehr orchestral und in Harmonisch Moll gehalten, damit irgendwie fremdklingend und doch eingängig. Diese Form der Ballade beherrschte Mercury extrem gut. Long Away klingt retro und äußerst eingängig. Das hat etwas von den Beatles, und somit kann der Song nicht schlecht sein. The Millionaire Waltz ist ein Song vom Kaliber Bohemian Rhapsody mit etlichen Rhythmus- und Arrangementwechseln, dazu gibt es viele schöne May Mehrspur-Gitarrenlicks. You and I ist ein Deacon-Beitrag. Wieder handelt es sich um einen schönen und recht eingängigen Song, wobei die melancholischen Parts für Deacon überraschend klingen.

Somebody to Love war einer der größten Hits des Albums und angeblich einer der Lieblingssongs von Mercury. Der Song ist gelungen, für mich klingt er wie eine kurze und eingängige Variante von Bohemian Rhapsody. White Man rockt hart und liegt aus meiner Sicht nahe dem US-Southern Rock. Thematisch befasst sich May mit den Problemen der Indianer, die in Amerika von den Europäern unterdrückt wurden. Ein nachdenklicher Song, der sehr gut umgesetzt ist. Good Old-Fashioned Lover Boy ist wieder einer der typischen Mercury Songs mit einem gewissen Hang zur Musik der 1920er. Drowse ist ein Roger Taylor Song, der im unüblichen 6/8 Takt gespielt wird. Taylor spielt Rhythmusgitarren und Percussions ein, er singt auch die meisten Parts. Die Slidegitarre stammt von May. Teo Torriatte (Let Us Cling Together) wurde von May für die japanischen Queenfans geschrieben. Zwei Strophen wurden in Japanisch gesungen. Erstaunlicherweise spielte May alle Tasteninstrumente ein. Der Song ist balladesk angelegt, wobei das Ende des Songs den Anfang von Tie Your Mother Down zitiert.

Fazit Irgendwie musste es jeder Nachfolger des vorzüglichen Albums A Night At The Opera schwer haben. Aber Queen legten mit A Day At The Races einen würdigen Nachfolger vor. Natürlich konnte die Band nicht mehr überraschen, konnte aber sehr wohl ein homogenes Album mit starken Songs vorlegen. Herausheben würde ich Tie Your Mother Down, Somebody To Love und White Man. Dazu gibt es weitere gute Songs wie The Millionaire Waltz oder etwa Good Old-Fashioned Lover Boy. Ein stimmiges Album, den vielen mittelmäßigen Bewertungen kann ich persönlich nicht folgen.

Trackliste

  1. Tie Your Mother Down (Brian May) 4:47
  2. You Take My Breath Away (Freddie Mercury) 5:09
  3. Long Away (May) 3:34
  4. The Millionaire Waltz (Mercury) 4:54
  5. You and I (John Deacon) 3:25
  6. Somebody to Love (Mercury) 4:56
  7. White Man (May) 4:59
  8. Good Old-Fashioned Lover Boy (Mercury) 2:54
  9. Drowse (Roger Taylor) 3:45
  10. Teo Torriatte (Let Us Cling Together) (May) 5:50

Bonus tracks (1991 Hollywood Records CD reissue)

  • Tie Your Mother Down (1991 remix Matt Wallace) 3:44
  • Somebody to Love (1991 remix Randy Badazz) 5:00

Rezensent: MP