Anzeige

Albumbesprechung Queen - A Night At The Opera

Interpret: Queen

Titel: A Night At The Opera

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 10 von 10 Sternen

(10/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

A Night at the Opera ist ein Album der Band Queen. Es erschien im Jahr 1975 und war das vierte Album der Band. Der Titel des Albums bezieht sich auf einen alten Film der Marx Brothers, ähnliches machte die Band mit dem nächsten Album A Day at the Races. Wenn man so will, bilden beide Alben eine Einheit, sie sind stilistisch durchaus miteinander verwandt. Mit A Night At The Opera schaffte die Band ihren endgültigen Durchbruch, vor allem der Song Bohemian Rhapsody gilt als Klassiker der Rockmusik.

Von den meisten Fans wird das Album A Night At The Opera als das wichtigste Album der Band Queen bezeichnet. Es war, wie gesagt, sehr erfolgreich und schaffte es unter anderem im UK auf Rang 1 der Charts. In den USA gab es dreifach Platin, im UK und in Deutschland Platin. Der Song Bohemian Rhapsody blieb damals neun Wochen auf Rang 1 der Singlecharts in England, was einen neuen Rekord darstellte. Kritiker bewerteten das Album aber unterschiedlich. Viele Kritiker kamen zum Schluss, dass die Band künstlich wirkt und etwas sehr viel Pomp produziert. Den Käufern war das egal, Queen gelang spätestens mit diesem Album der Durchbruch.

Die Songs

Death on Two Legs (Dedicated to…) ist ein zynischer Song, den Mercury an den ehemaligen Manager der Band richtete. Der Mann scheint sich nicht besonders gut verhalten zu haben. Alleine der bedrohliche Anfang verbreitet Angst, danach wird es etwas heller und typisch Queen-rockig. Lazing on a Sunday Afternoon ist ein kurzes Stück von Mercury. Der Song klingt ein wenig nach DanceHall Days. Interessant ist der Tonartwechsel im Solo, welcher in die Tonart von I'm In Love With My Car überführt. I'm in Love With My Car ist ein recht harter Song, geschrieben von Drummer Taylor. Der hat bekanntermaßen eine gewisse Vorliebe für harte Songs. Ursprünglich spielte Taylor die Gitarrenparts selbst ein, sie wurden aber letztlich von May neu eingespielt. Durch den Gesang von Taylor klingt der Song etwas nach Glam-Rock. You're My Best Friend ist ein Lovesong, den Deacon für seine Frau schrieb. Deacon stellt sein Talent für gut klingende Songs unter Beweis. Er fing damals wohl gerade an, Piano zu spielen und spielte die E-Piano Parts ein. You're My Best Friend gehört zu den bekannten Songs von Queen. In den USA schaffte es der Song auf Platz 14 der Charts. '39 kommt einem so oder so recht bekannt vor. Wer den Song Alt Wie Ein Baum kennt, weiß was gemeint ist. Irgendwie meint man Teile des Songs auch schon in den frühen 1970ern irgendwo gehört zu haben. Der Song geht musikalisch Richtung Skiffle, thematisch geht es um Zeitphänomene.

Sweet Lady ist ein harter und rifforientierter Song. Der Song ist wieder interessant aufgebaut, denn er wird im Strophenteil im ¾ Takt gespielt, der in der Bridge in einen 4/4 Takt mündet. Seaside Rendezvous ist wieder ein interessanter Song. Mercury und Taylor lassen sich vokal aus und imitieren allerlei Instrumente, dazu spielt Mercury Tasteninstrumente ein. Das klingt alles sehr 20er Jahre mäßig. The Prophet's Song stellt den längsten Song dar. Der Song ist komplex aufgebaut und hat stellenweise Prog-Rock Charakter. Interessant ist der Kanonaufbau, der zuerst vokal und dann instrumental dargestellt wird. Irgendwie erinnert das ein wenig an die härteren Progbands der frühen 1970er. Love of My Life gehört zu den bekanntesten Queen-Songs überhaupt. Die typische Mercury Pianoballade war immer ein Konzerthighlight und wurde von einigen Künstlern gecovert, was den Stellenwert des Songs verdeutlicht. Erstaunlich sind die Harfensounds, die May beisteuert. Good Company könnte man als Solosong von May ansehen. Der spielte fast alle Instrumente und sang auch. Interessant war der Gebrauch einer Banjolele, charakteristisch für May der orchestrale Gitarrensound. Stilistisch liegt das wieder irgendwo im Sound der 1920er mit Skiffleanleihen. Bohemian Rhapsody muss man eigentlich nicht mehr beschreiben. Ein typischer Queen-Song, der alle damals typischen Elemente von Queen beinhaltet, von hart bis symphonisch. Der Song ist zweifellos einer der Rockklassiker überhaupt. God Save the Queen ist eine Interpretation der Nationalhymne von Brian May, Erinnerungen an Hendrix' Star Spangled Banner werden wach. Brian May sparte nicht an unzähligen Overdubs, welche praktisch ein Gitarrenorchester erzeugen.

Fazit Queen legten mit A Night At The Opera vielleicht ihren Magnum Opus vor. Die Songs sind von hoher Güte, vor allem finde ich die musikalische Bandbreite mehr als bemerkenswert. Da wird harter Rock neben Dancehall- und Charlestonsounds bis hin zu fast progresivem Material angeboten. Von den Songs möchte man eigentlich keinen herausheben. Dennoch kommt man nicht umhin, die komplexen Songs Bohemian Rhapsody und The Prophet's Song aus der Masse herausheben. Aus meiner Sicht ist dieses Album in jedem Fall ein Meilenstein der Rockmusik.

Trackliste

  1. Death on Two Legs (Dedicated to…) (Mercury) 3:43
  2. Lazing on a Sunday Afternoon (Mercury) 1:07
  3. I'm in Love With My Car (Taylor) 3:05
  4. You're My Best Friend (Deacon) 2:52
  5. '39 (May) 3:31
  6. Sweet Lady (May) 4:04
  7. Seaside Rendezvous (Mercury) 2:16
  8. The Prophet's Song (May) 8:21
  9. Love of My Life (Mercury) 3:39
  10. Good Company (May) 3:23
  11. Bohemian Rhapsody (Mercury) 5:55
  12. God Save the Queen (Arr. May) 1:15

Rezensent: MP