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Albumbesprechung Rainbow - Long Live Rock'n'Roll

Interpret: Rainbow

Titel: Long Live Rock'n'Roll

Erscheinungsjahr: 1978

Genre: Hard-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Long Live Rock'n'Roll war das dritte Studio-Album der Band Rainbow. Es erschien im Jahr 1978. Auch dieses Album wurde ein großer kommerzieller Erfolg für Rainbow. Von vielen Fans wird es als eines der stärksten Alben der Band betrachtet, eine Ehre welches es sich meist mit Rising teilen muss. Chartmäßig lief das Album nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Bei Fans und Kritikern kam das Album aber sehr gut an.

Wieder hatte Blackmore am Personalkarussell gedreht. Offiziell gehörten folgende Musiker zur Band: Ronnie James Dio (vocals), Ritchie Blackmore (guitar/bass), David Stone (keyboard), Bob Daisley (bass), Cozy Powell (drums). Dio war seit dem Debütalbum dabei, Powell seit Rising. Aber tatsächlich war es auch so, das schon während der Aufnahmen Daisley und Stone die Band verlassen hatten. Angeblich hat Blackmore einen Teil der Basslines selbst eingespielt. Nach dem Album ging auch Dio, der für das nächste Album von Graham Bonnet ersetzt wurde.

Die Songs

"Long Live Rock 'n' Roll" ist extrem simpel aufgebaut, stellt aber einen gelungenen Lobgesang auf den Rock'n'Roll dar: kompromisslos, hart, ohne Schnörkel und dazu noch eingängig. "Lady of the Lake" ist ähnlich sparsam angelegt. Treibende Drums, sparsames Gitarrenriff und passende Basslines plus eingängigem Refrain dazu. "L.A. Connection" besitzt einen langsamen und harten Groove. Wieder ist der Refrain eingängig angelegt, der Song nähert sich etwas dem AOR. "Gates of Babylon" beginnt mit einem orientalisch klingenden Keyboardintro, das in einen extrem groovigen Part mündet. Insgesamt ein harter und stellenweise sogar progressiver Song.

"Kill the King" gehört zu den Songs, die Rainbow schon vorher auf Livekonzerten spielte. Ein schneller und kompromisslos treibender Song. Ich gehe davon aus, dass Blackmore hier wieder selbst den Bass gespielt hat, die unisono gespielten Gitarren- und Bassfiguren lassen es vermuten. "The Shed (Subtle)" startet mit einem schönen Gitarrenintro, auch wenn der Gitarrensound etwas effektüberladen wirkt. Die Grundrezeptur des Songs ähnelt der aller anderen Songs: einfache Gitarrenparts mit unisono gespielten Basslinien ergeben einen simplen, aber effektiven Song. "Sensitive to Light" knüpft wieder an den typischen schnörkellosen Riffrock an. Wieder ein reduziertes leicht bluesiges Gitarrenbasisriff und unisono gespielte Basslines. Der Song ist recht flott gestaltet und hat etwas boogierockiges. "Rainbow Eyes" beginnt balladesk. Die Gitarre wird mit einigen Hendrix-Zitaten gespielt, Dio singt zahm, dazu kommen Orchestersounds. Die symphonische Ballade klingt ordentlich, wirkt stellenweise aber etwas überladen.

Fazit Einige Leute mochten Long Live Rock'n'Roll überhaupt nicht, andere betrachten es als ein Überalbum von Rainbow. Auch hier entscheidet der persönliche Geschmack. Für mich stellt es ein gutes Album der Band dar, das jedoch im Vergleich mit Rising nicht ganz mithalten kann. Insgesamt legt Blackmore sehr simple riffrockige Songs mit einer reduzierten Instrumentierung vor. Die Gitarre spielt meist das dominierende Riff, dazu spielt der Bass oft unisono. Powell treibt das Ganze gewohnt an. Dio singt gut, aber nicht so gut wie auf Rising. Etwas schwächere Songs wie L.A. Connection, Sensitive to Light und die Ballade Rainbow Eyes werden vom Titelsong, Lady Of The Lake, Gates Of Babylon und Kill The King locker wettgemacht. Rainbow bieten somit weitestgehend schnörkellosen harten Rock, der durchaus überzeugen kann. Weniger überzeugend wirkt der sonderbare Endmix, der nicht optimal klingt.

Trackliste

  1. Long Live Rock 'n' Roll 4:21
  2. Lady of the Lake 3:39
  3. L.A. Connection 5:02
  4. Gates of Babylon 6:49
  5. Kill the King 4:29
  6. The Shed (Subtle) 4:47
  7. Sensitive to Light 3:07
  8. Rainbow Eyes 7:11

Rezensent: MP