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Albumbesprechung Rainbow - Stranger In Us All

Interpret: Rainbow

Titel: Stranger In Us All

Erscheinungsjahr: 1995

Genre: Hard-Rock

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Stranger In Us All ist ein Album der britischen Band Rainbow. Es erschien im Jahr 1995 und ist bis dato das letzte Lebenszeichen der Band. Nachdem Ritchie Blackmore erneut bei Deep Purple ausgestiegen war, formierte er im Jahr 1994 eine neue Rainbow-Formation. Blackmore fand wieder einige gute, aber eher unbekannte Musiker. Das Line-Up für das Album bestand aus Ritchie Blackmore (guitar), Doogie White (vocals), John O'Reilly (drums), Greg Smith (bass) und Paul Morris (keyboards). Auf dem Album waren außerdem Mundharmonikaspieler Mitch Weiss und Blackmores Freundin Candice Night als Backgroundsängerin dabei. Das Line-Up bestand nur für dieses Album. Nach ein paar Livetouren wandte sich Blackmore mit seiner Freundin Candice Night dem Projekt Blackmore's Night zu.

Stranger In Us All kam in einer Phase auf den Markt, als der Grunge und vergleichbare Styles angesagt waren. Von daher ist es nicht unbedingt überraschend, dass dieses Album kein kommerzieller Erfolg wurde. Kritiker bewerteten das Album zurückhaltend, von Fans wird es aber oft als eines der Meisterwerke von Rainbow gewertet. Stilistisch versuchte Blackmore an alte Rainbow-Sounds anzuknüpfen, er kam irgendwo zwischen den verspielten Songs der Dio-Phase und dem kommerzielleren Material aus der Turner Phase an.

Die Songs

"Wolf to the Moon" klingt nach klassischen Rainbow-Songs, wobei Blackmore die Nähe zur klassischen Musik sucht. "Cold Hearted Woman" ist etwas härter und stampfender angelegt, das Basisriff ist bluesig und groovig. Der Song passt in das klassische Rainbow-Schema, wobei die Keyboardsounds gegen Ende etwas überladen wirken. "Hunting Humans (Insatiable)" beginnt verhalten und entwickelt sich zu einem moderat rockenden Song mit interessanten Momenten, aber leider auch sehr vielen AOR Anteilen. Der schnelle Boogie Rock "Stand and Fight" startet mit einem typischen härteren Gitarrenriff, dazu gibt es Harpsounds. Das balladeske "Ariel" klingt mit seinen orientalischen und etwas geheimnisvollen Sounds recht interessant. Blackmore erinnert an alte Heldentaten, erreicht aber nicht deren Niveau. "Too Late for Tears" gibt mit typischem Heavy-Riffing Gas, das klingt bei Blackmore eigentlich immer ganz gut.

"Black Masquerade" ist wieder ein verspielter Song mit Anspielungen an klassische und mittelalterliche Themen. Dazu werden härtere Sounds eingestreut. Die Drums treiben zwar ordentlich, aber dennoch fehlt der letzte Kick. "Silence" klingt interessant, wirkt aber etwas überproduziert. Die Keyboardsounds zumindest stören etwas. Dafür stimmt der Drumgroove und das Basisriff der Gitarre klingt angenehm klassisch rockig. "Hall of the Mountain King" ist eine Adaption des Edvard Grieg Themas aus der Peer Gynt Suite. Aus meiner Sicht schafft es Blackmore nicht, dieses Stück in angemessener Weise zu interpretieren. Da hat selbst die frühe Who Version aus dem Jahr 1967 mehr zu bieten. "Still I'm Sad" ist die Adaption eines alten Yardbirds-Titels. Den Song mag Blackmore anscheinend, denn er coverte ihn früher schon einmal. Nach dem exzellenten Intro findet Blackmore aber keinerlei Steigerungsmöglichkeiten.

Fazit Stranger In Us All kam in einer Zeit auf den Markt, als man an anderen Stilistiken als dem klassischen Heavy-Metal interessiert war. Bei Kritikern kam das Album nicht so gut an. Rainbow Fans jedoch schöpften Hoffnung und sahen in dem Album eine Rückkehr zu alten Tugenden. Ich persönlich würde eher den Kritikern folgen. Blackmore knüpft zwar an alte Tugenden an, macht das aber doch halbherzig. Ich denke, er war gedanklich schon bei seinem Blackmore's Night Projekt. Dabei gibt es wenig Schlechtes an dem Album, es fehlt aber irgendwie bei jedem Song der berühmte letzte Kick. Einer der größten Kritikpunkte sind aus meiner Sicht die oft überladenen Keyboardsounds, die jeden noch so guten Moment zunichte machen können.

Trackliste

  1. Wolf to the Moon (White, Blackmore, Candice Night) 4:16
  2. Cold Hearted Woman (White, Blackmore)4:31
  3. Hunting Humans (Insatiable) (White, Blackmore) 5:45
  4. Stand and Fight (White, Blackmore) 5:22
  5. Ariel 5:39 (Blackmore, Night)
  6. Too Late for Tears (White, Blackmore, Pat Regan) 4:50
  7. Black Masquerade (White, Blackmore, Paul Morris, Night) 5:35
  8. Silence (White, Blackmore) 4:04
  9. Hall of the Mountain King (Edvard Grieg, additional arrgmt. by Blackmore, Night) 5:34
  10. Still I'm Sad (Paul Samwell-Smith, Jim McCarty) 5:22
  11. Japan Version Bonus Track
  12. Emotional Crime

Rezensent: MP

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