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CD Besprechung David Rhodes - Bittersweet

Interpret: David Rhodes

Titel: Bittersweet

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Bittersweet ist ein Album von David Rhodes. Es erschien 2009, zunächst nur als Download. In Deutschland soll das Album offiziell ab 01.06.2010 erhältlich sein. David Rhodes dürfte den meisten Musikfans vor allem als Gitarrist an der Seite von Peter Gabriel bekannt sein. Mit Gabriel ist Rhodes schon seit 1982 unterwegs.

Wenn man so will, ist Bittersweet das erste "richtige" Soloalbum von Rhodes. Als Musiker hat sich Rhodes u.a. Ged Lynch, Bassist Charlie Jones und Keyboarder Dean Brodrick für die Produktion geholt. Bittersweet ist das Ergebnis eines längeren Schaffensprozesses, Rhodes hat an den Songs über viele Jahre immer wieder herumgefeilt und liefert nun das Ergebnis ab.

Wenn man fast 30 Jahre mit Gabriel arbeitet, dann färbt das natürlich ab. Aber man darf unterstellen, dass nicht nur Gabriel auf Rhodes abfärbte. Ich bin mir sicher, dass auch Rhodes einen Einfluss auf die Arbeiten von Gabriel hat/hatte. So gesehen kann es natürlich nicht verwundern, dass Bittersweet insgesamt gewisse Ähnlichkeiten mit Gabriel Werken aufweist. Die Frage ist dabei natürlich: klingt Rhodes wie ein Gabriel Klon oder ist da mehr? Aus meiner Sicht ist da mehr.

Rhodes liefert zehn Songs ab, denen man anmerkt, dass viel Arbeit und Herzblut in sie gesteckt wurden. Analog zu Gabriel liegen wir musikalisch im Bereich gut konsumierbarer Pop-/Rockmusik, die aber mit einigen interessanten Ideen aus dem Mainstream herausragen kann. Im direkten Vergleich zu Gabriel wagt Rhodes allerdings weniger Experimente.

Die Songs

"Reality Slips" beginnt mit Streichern einschmeichelnd und steigert sich permanent über einen gut gemachten Refrain in ein emotionales Gitarrensolo. Auch mit "Down By The River" lässt es Rhodes erst mal bedächtig angehen. Das Geschehen bestimmt eine modulierte Gitarre und Rhodes' Gesang. Darüber legt Rhodes sparsame Gitarrenmotive, die er immer wieder leicht variiert. "Just Two People" beginnt spacig mit einem leicht psychedelischen Einschlag. Das hat viel von Peter Gabriels Frühwerken. "Crazy Jane" beginnt traumhaft schön. Rhodes kommt dann aber schnell zur Sache, um Crazy Jane zu besingen. Der Song ist schlicht und einfach klasse. Auf "All I Know" lässt es Rhodes bluesig bis swampig angehen. Auch hier erinnert die Melodieführung an frühe Gabriel Songs.

"If It Could Only Be That Easy" ist ein ruhiger Song mit einer leicht melancholischen Note. Von der gesamten Mixtur hat auch der Song viel von Gabriel. "Monster Monster" klingt mit seinem Mix aus Prog und Beatles recht interessant. "There's A Fine Line" nutzt ein bluesiges Basisriff, aus dem Rhodes einen recht außergewöhnlichen Song zusammenbaut. Mit "One Touch" kann Rhodes noch einmal überraschen. Der Song klingt anfangs wie eine psychedelische Variante von Papa Was A Rolling Stone, zumindest Instrumental. Tatsächlich bewegt sich Rhodes hier stark in Richtung Funk und Soul. Der Titelsong und Abschlusstrack "Bittersweet" beendet das Album bedächtig. Mit dem hohen Streicheranteil klingt das formschlüssig etwas bittersweet.

Fazit Nicht alles, was lange reift wird zwangsläufig immer gut wird. Rhodes hat an seinem Produkt immer wieder gedreht und es hat diesem Produkt nicht geschadet, sondern eher zur Reife verholfen. Herausgekommen ist ein Album mit zehn guten Songs. Das erinnert schon etwas an Peter Gabriel, aber das ist nach der langen Zusammenarbeit kaum verwunderlich. Dennoch klingt Rhodes aus meiner Sicht eigenständig genug, vor allem sind die Songs einfach gut geworden.

Trackliste

  1. Reality Slips
  2. Down By The River
  3. Just Two People
  4. Crazy Jane
  5. All I Know
  6. If It Could Only Be That Easy
  7. Monster Monster
  8. There's A Fine Line
  9. One Touch
  10. Bittersweet

Rezensent: MP