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Albumbesprechung Riechmann - Wunderbar

Interpret: Riechmann

Titel: Wunderbar

Erscheinungsjahr: 1978

Genre: Electronica, Instrumental

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Wunderbar ist der Titel eines Albums des deutschen Musikers Wolfgang Riechmann. Das Album erschien im September 1978 beim deutschen Label Sky Records. Riechmann erlebte die Veröffentlichung seines Debütalbums leider nicht mehr, er verstarb knapp zwei Wochen vor Veröffentlichung an den Folgen eines Überfalls.

Wunderbar verkaufte sich nach Angaben des Sky-Labels über 20.000 mal, was für ein Elektronik-Album ein guter Wert war. Mag sein, dass die Verkaufszahlen damals auch etwas dem tragischen Hintergrund geschuldet waren. Letztlich ging dadurch auch etwas unter, dass Riechmann ein beachtliches Debüt vorgelegt hatte.

Beim Sky-Label war Riechmann damals gut aufgehoben. Er hatte schon mit Streetmark die LP Eileen bei Sky eingespielt und Plattenchef Günter Körber sah sein Label als Spezialist für so genannte "schwebende Musik". In seinem Portfolio befanden sich einige Instrumental-/Electronica-Künstler, interessante Sampler gab es damals unter dem Titel Picture Music (auf deren zweiter Ausgabe Riechmann mit dem Track Silberland vertreten war).

Riechmann spielte auf seinem Debütalbum nahezu alles selbst ein, er wurde nur vom ehemaligen Streetmark Drummer Hans Schweiß unterstützt. Stilistisch legte Riechmann ein weitestgehend instrumentales Elektronika-Album vor, welches wie ein Mix aus Düsseldorfer Schule (Kraftwerk, Michael Rother, La Düsseldorf…) und Berliner Schule (Klaus Schulze…) klang.

Der Titeltrack eröffnet das Album mit stilistischen Anleihen sowohl an Berliner Schule als auch Düsseldorfer Schule. Die Düsseldorfer Schule kommt für meinen Geschmack stärker auf dem Track Himmelblau zum Tragen, hier erinnert die Rhythmik an La Düsseldorf und die Melodiebögen an Kraftwerk.

Den vorgenannten schwebenden Charakter bringt Riechmann vor allem mit den Tracks Abendlicht, Weltweit, Silberland und dem abschließenden Traumzeit zum Ausdruck. Da passen Vergleiche zu Arbeiten von Klaus Schulze, manche Elemente erinnern entfernt an Michael Rother.

Fazit Bei Riechmanns Album ist der Titel im Prinzip Programm, die Musik kann man gut mit einem Wunderbar beschreiben. Leider ist der ganze Hintergrund einfach nur traurig, aber bei der Bewertung soll das keine Rolle spielen. Wunderbar ist, ungeachtet der Geschichte, ein großartiges Album, welches m. E. vor allem in den Tracks Abendlicht, Weltweit und Silberland seine Stärken ausspielt. Himmelblau und Wunderbar haben eine andere Wirkung, die Tracks sind aber ein interessanter Fingerzeig auf das, was ein paar Jahre später mit dem Electro-Pop kommen sollte.

Trackliste

  1. Wunderbar 5:40
  2. Abendlicht 4:21
  3. Weltweit 7:00
  4. Silberland 7:41
  5. Himmelblau 8:38
  6. Traumzeit 1:11

Rezensent: MP

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