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Albumbesprechung Michael Sagmeister - Home

Interpret: Michael Sagmeister

Titel: Home

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Jazz/Jazz-Fusion

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Home ist der Titel eines Albums von Michael Sagmeister, welche am 11.12.2015 bei Acoustic Music Records im Vertrieb von Rough Trade erscheinen soll.

Sagmeister gehört zu den bekanntesten europäischen Jazz-/Jazz Fusion Gitarristen, der neben seinen Arbeiten Solo oder mit dem Sagmeister Trio zudem sehr populär als Dozent und Autor ist (u. a. legte er mit Sagmeister's Jazzgitarre ein Standardwerk für Gitarristen vor und er ist Stammautor der bekannten Fachzeitschrift Gitarre und Bass). Nun gibt es ein neues Album, sozusagen Solo als Michael Sagmeister, aber auch hier wieder in bewährter Trioformation mit Drummer Michael Küttner und Bassist Stefan Engelmann, auf einem Track mit Gesangsgast Antonella Dorio.

Das Material stammt überwiegend von Sagmeister (sieben Tracks), dazu gibt es vier Coverversionen. Gleich zu Beginn interpretiert Sagmeister Little Sunflower von Freddie Hubbard auf seine ganz eigene Weise. Das klingt insgesamt relaxter als das Original, welches etwas flotter eingespielt war. Aber das ist kein Nachteil, im Gegenteil. Küttner und Engelmann legten einen groovigen Teppich, über den sich Sagmeister austoben kann. Mambo Influenciado ist das Cover eines Jesus Valdez Songs. Auch hier kenne ich eine flottere Version von Valdez, aber auch hier schadet das nicht. Der Groove ist einfach gut und Sagmeister drückt dem Ganzen seinen gitarristischen Stempel auf. Ein weiteres Cover ist Black Orpheus von Louis Bonfa. Von diesem Klassiker gibt es unfassbar viele Versionen. Ich denke mal, da dürfte jeder seinen eigenen Favoriten haben. Sagmeister macht das auch hier gut, mir gefallen die Ausflüge in bluesige Gefilde, welche dann schon einmal etwas an den Ansatz von Robben Ford erinnern, aber sogar ganz leise Erinnerungen an Stevie Ray Vaughan aufkommen lassen. Im Gegensatz zu den drei vorgenannten Covers fällt die Akustikversion des Joni Mitchell Klassikers Both Sides Now etwas aus dem Rahmen, auch wenn Joni sich durchaus mal dem Jazz näherte. Sagmeister zeigt hier sein Können auf der Akustischen und zaubert eine schöne Hommage an den großen Gitarrenfachmann Peter Coura.

Dann wären da noch die Sagmeister Tracks, welche eine breite Palette abdecken. Traditionell Jazz-Bluesig etwa klingt das auf Somehow, nach Virtuoso Guitar auf Hunting Cheetas. Der Africa Jam ist aufwändig konzipiert, da erinnert mich Sagmeisters Sound und Spiel etwas an Ronny Jordan. Eher smooth bis lasziv melodisch klingt das alles auf A Little Blush und Broken Dreams, stilgerecht akustisch ist das Quiet Statement und auf Unexpected überrascht Sagmeister mit Licks, welche erneut etwas an Stevie Ray Vaughan auf Lenny und Co. erinnern.

Fazit Home ist so ein Album, über das eigentlich wenig diskutiert werden muss, über das man andererseits sicherlich trefflich diskutieren kann. Kommt immer drauf an, aus welchem Blickpunkt man so ein Album bewertet. Da wird das Jazzgenre nicht neu erfunden, aber da ist ein Gitarrist, der mit allen Wassern des Jazz gewaschen ist und zu den ganz Großen des Fachs gehört. Ich bin kein Hardcore Jazzfan, aber ich mag Sagmeisters Feel und Spiel. Außerdem sollte man die prima Groovesektion Küttner/Engelmann nicht unterschlagen. Sagmeisters Home ist in diesem Sinn für meinen Geschmack Jazz zum Genießen.

Trackliste

  1. Little Sunflower (Freddie Hubbard) 11:28
  2. somehow (M. Sagmeister) 6:32
  3. Quiet Statement (M. Sagmeister) 2:37
  4. Unexpected(M.Sagmeister) 7:04
  5. Hunting Cheetas (M. Sagmeister) 5:12
  6. Both Sides Now (Joni Mitchell, dedicated to Peter Coura) 3:57
  7. Africa Jam (M. Sagmeister) 4:04
  8. A Little Blush (M. Sagmeister) 6:15
  9. Mambo Influenciado (Jesus "Chucho" Valdez) 8:18
  10. Black Orpheus (Louis Bonfa) 11:18
  11. Broken Dreams Came True (M. Sagmeister) 5:58

Rezensent: MP

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