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Albumbesprechung Santana - Abraxas

Interpret: Santana

Titel: Abraxas

Erscheinungsjahr: 1970

Genre: Latin-Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Abraxas ist das zweite Album der Band Santana, es erschien im Jahr 1970. Nach dem Riesenerfolg bei Woodstock und dem guten Erfolg des Debütalbums nahm sich die Band etwas Zeit. Das lohnte durchaus, denn allgemein wurde der Mix aus Rock, Blues, Latin und Jazz sehr gelobt. Die meisten Betrachter stellten eine Weiterentwicklung gegenüber des ersten Albums fest und im Prinzip definierte die Band auf Abraxas das, was allgemein als der klassische frühe Santana Sound bezeichnet wird.

Santana erreichten mit dem Album Rang 1 der US-Charts und konnten auch im UK bis auf Rang 7 der Albumcharts vorstoßen. Die Band legte mit Abraxas nach Meinung vieler Kritiker und Fans ihr bestes Album vor. Der Rolling Stone war damals weit entfernt von den vernichtenden Kritiken zum ersten Album, Kollege Christgau hielt sich aber weiterhin sehr bedeckt, wenn es um Santana ging. Heute kann man Abraxas als einen Meilenstein der modernen Rockmusik ansehen, mit dem Song Samba Pa Ti als einem der bekanntesten Instrumentals der Rockgeschichte.

Besetzungsmäßig hatte sich etwas geändert. Carlos Santana fungierte erstmals auch als Produzent. Zur früheren Besetzung um Gregg Rolie (Tasteninstrumente, Gesang), David Brown (Bassgitarre), Michael Shrieve (Schlagzeug), Michael Carabello und Jose Chepito Areas (Timbales, Congas, Schlaginstrumente) kam Pianist Alberto Gianquinto und eine erweitere Percussionbesetzung mit Rico Reyes und Steven Saphore. Auch inhaltlich gab es die eine oder andere Änderung

Die Songs

  • "Singing Winds, Crying Beasts" eröffnet das Album instrumental in einem moderaten Tempo. Es ist vielleicht die Blaupause für viele spätere Santana Songs mit schönen Spielereien und Klanglandschaften.
  • "Black Magic Woman/Gypsy Queen" ist ein Doppelsong. Der erste Teil stammt von Peter Green, der zweite Teil von Gabor Szabo. In beiden Teilen halten sich Santana eng an die Originale, spielen das ganze aber angenehm kraftvoll ein.
  • "Oye Como Va" ist ein weiterer bekannter Song der Band, der Song stammt im Original vom Mambo König Tito Puente. Santana geben dem Song einen guten Rockdrive, die Bläser des Puente Originals entfallen komplett. Dafür gibt es jede Menge typischen Santana Latin mit Hammond, Percussions und schönen Gitarrensoli.
  • "Incident at Neshabur" ist ein Instrumental und einer der interessantesten Songs des Albums. Mit etlichen interessanten Metrumwechseln und Bezügen zum Jazz Rock und zum Prog verströmt der Song eine gewisse Komplexität.
  • "Se a Cabo" ist ein weiterer typischer Santana der frühen Phase. Es gibt die klassischen Chant-Gesänge, interessante Metrumwechsel und interessante Sololines von Santana, welche den Bereich Jazz Fusion berühren.
  • "Mother's Daughter" tendiert zum Mainstream-Rock. Rolie singt seinen Song auch ein, dazu gibt es von Santana viele klassische Unison-Bends.
  • "Samba Pa Ti" gehört zu den lyrischsten frühen Rockgitarren-Instrumentals, ein Song für die ruhigen Stunden zu zweit und den Stehblues. Tausende Gitarristen haben sich an den Song gewagt und die meisten sind gescheitert (nicht an technischen Hürden, sondern dem unvergleichlichen Ausdruck Santanas).
  • "Hope You're Feeling Better" ist ein weiterer Song von Keyboarder und Sänger Rolie. Der Song wurde als dritte Single ausgekoppelt. Im Gegensatz zu anderen Songs rockt die Band hier relativ hart.
  • "El Nicoya" ist ein kurzer Song von Percussionist Areas mit einer extrem groovigen Latin-Ausrichtung und vielen klassischen chantartigen Harmoniegesängen.

Fazit Abraxas von Santana bedeutete gegenüber dem Debütalbum eine Steigerung, das muss man klar sagen. Santana hielten zwar an kürzeren Songs fest und lieferten einige Zugeständnisse für den Markt, aber die Band wirkte lockerer als auf dem Debütalbum. Der Mix aus Latin, Jazz Rock und Rock funktionierte selten besser, von vielen Fans und Kritikern wird Abraxas daher als das beste Santana Album bewertet. Ob es das beste Album der Band ist, bleibt Ansichtssache. Aber für Interessenten bietet es einen idealen Einstieg in die Santana Welt.

Trackliste

  1. Singing Winds, Crying Beasts (Carabello) 4:51
  2. Black Magic Woman/Gypsy Queen (Green/Szabo) 5:19
  3. Oye Como Va (Puente) 4:17
  4. Incident at Neshabur (Gianquinto, Santana) 4:57
  5. Se a Cabo (Areas) 2:51
  6. Mother's Daughter (Rolie) 4:26
  7. Samba Pa Ti (Santana) 4:45
  8. Hope You're Feeling Better (Rolie) 4:11
  9. El Nicoya (Areas) 1:29

Bonustracks 1998 Remaster

  • Se a Cabo (Live) 3:47
  • Toussaint L'Ouverture (Live) 4:52
  • Black Magic Woman/Gypsy Queen (Live) 4:57

Rezensent: MP