Albumbesprechung Steve Senes - dE-eVolution oF thEorY

Interpret: Steve Senes

Titel: dE-eVolution oF thEorY

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Instrumtental, Guitar

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

dE-eVolution oF thEorY ist ein Album des Gitarristen Steve Senes. Das Album soll am 05.11.2010 veröffentlicht werden. Steve Senes hat sich in der Gitarristenszene eine gute Reputation erarbeitet. Zuletzt konnte er als Gewinner des Guitar Player's Guitar Superstar 2009 von sich Reden machen. Nach eigenen Aussagen entdeckte Steve die Musik für sich, als er mit 7 Jahren zum ersten Mal Kiss hörte. Steve lernte dann als Autodidakt Gitarre spielen, nachdem er im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal Yngwie Malmsteen bzw. Alcatrazz hörte. Senes investierte täglich nach eigenen Angaben zwischen 12 und 14 Stunden ins Üben.

Im Verlauf der letzten Jahre scheint sich Senes in diversen Bands durch alle möglichen Stilistiken gespielt zu haben. Nun verwöhnt uns Steve mit seinen Skills auf dem instrumentalen Debütalbum dE-eVolution oF thEorY. Steve spannt den musikalischen Bogen von Rock, Metal, Country und Fusion über Funk bis R&B und Soul.

Technisch lässt Senes nichts anbrennen. Er ist mit allen Wassern gewaschen und beherrscht so ziemlich alle Techniken, welche man heute von einem guten Gitarristen erwartet. Es gelingt ihm, ordentliche Linien zu zaubern. Die erinnern mich oft an Gitarristen wie Greg Howe oder Paul Hanson, aber auch an Satriani und Vai. Er bedient den Old School Rock ebenso, wie er ungewöhnliche Lines oder modernen Heavy Metal anbietet.

Senes eröffnet mit zwei energetischen Songs: Swami wird klingt anfangs oriental, um dann modern und tief zu rocken. Greaseball knüpft stärker an den klassischen Riff-Rock an, der Song ist ihm richtig gut gelungen. Das drückt und groovt richtig gut. Greaseball geht nahtlos in den ruhigen Song Ruth über. Nach einem anfangs rein akustischen Part, legt Senes einen Midtempo Song vor. Leider klingt das insgesamt nicht schlüssig. Ich verstehe nicht, warum er hier nicht bei dem akustischen Konzept geblieben ist. Highball legt wieder zu. Der Anfang geht in Richtung Prog-Rock, danach gibt es ein volles Uptempo Heavy Brett mit schönen mehrstimmigen Leads.

Cop Show beginnt mit Mehrfingertapping. Allerdings wirkt der funky Tune mit Anleihen an den Fusion im gesamten Konzept nicht so recht passend. Tief und böse rockt Senes dann wieder mit Facecheck los. High & Mighty wird durch ein fulminantes modernes Blues Solo eröffnet. Mir scheint, dass Senes hier ein wenig an Gov't Mule erinnern möchte, da er im weiteren Verlauf einen Mix aus Country, Southern, Blues und harten heruntergestimmten Gitarren anbietet. Colossus klingt nach modernem harten Rock mit einfachem und tiefem Grundriff, schöner Grundmelodie und experimentellen Parts wie Scratch-Sounds. Mit Angel folgt eine romantische Nummer mit Pickinggitarre und fetten Layersounds. Von der Grundanlage erinnert das an Steve Morse, die Orchesterähnlichen Gitarren knüpfen an Brian Mays Sound an. Jam Bomb ist noch einmal eine recht moderne Nummer mit abgedrehten Sounds, brutalen ultratiefen Gitarrensounds und extrem groovigem Charakter. Mare' Tranquillitatis ist wieder so ein Song, der nicht so ganz ins Konzept passen will. Diese Pseudo Latin-Groovige Nummer mit einem entfernten Touch Santana packt es nicht. The Afterglow beendet das Album, mit cleaner und effektbeladener Gitarre, bedächtig.

Fazit Senes hat nicht ohne Grund den Guitar Player Award 2009 gewonnen. Aber Senes kann, bei allem Respekt für seine hervorragende Technik, keine Akzente setzen. Aus meiner Sicht ist das aber auch fast nicht mehr möglich, nach mittlerweile drei Jahrzehnten Shredding Gitarre. Wenn Senes rockt, dann klingt das gut und schlüssig. Eine Schwäche des Albums, das klingt vielleicht paradox, ist die stilistische Bandbreite. Er spielt sich quer durch alle möglichen Stilistiken, das fehlt einem die Linie und es überfordert viele Hörer vielleicht. Viel ist nicht immer gut. Während Songs wie The Swami und vor allem Greaseball richtig gut gelungen sind, fallen Songs wie Ruth, Cop Show, High & Mighty, Mare' Tranquillitatis und stellenweise auch das abschließende The Afterglow ab. dE-eVolution oF thEorY stellt dennoch ein gutes Gitarrenalbum dar. Wie gesagt, muss man über die technischen Fertigkeiten von Steve Senes nicht diskutieren, für Gitarristen liefert Senes letztlich mehr als genug Kraftfutter.

Trackliste

  1. The Swami 05:19
  2. Greaseball 03:46
  3. Ruth 06:14
  4. Highball 04:14
  5. Cop Show 03:43
  6. Facecheck 03:47
  7. High & Mighty 05:11
  8. Colossus 04:33
  9. Angel 03:04
  10. Jam Bomb 04:40
  11. Mare' Tranquillitatis 03:21
  12. The Afterglow 03:22

Rezensent: MP