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CD-Kritik Sickcity - Arkham

Interpret: Sickcity

Titel: Arkham

Erscheinungsjahr: 2009

Genre: Indierock, Postnuklearer Diskoschranz

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Arkham ist der Titel eines Albums der Band Sickcity. Das Album erschien im Jahr 2009. Sickcity ist eine Band aus dem Raum München. Die Musiker kommen aus Bands wie Travel Pussy, Koresh Teed und Lilac und sind außerdem in der Band Blek Le Roc aktiv. Der Stammbaum reicht damit in starkem Maß Richtung Indierock. Weitere musikalische Einflüsse gibt es aus den 1960ern, dem Punk und New Wave, Electronic und ganz allgemein der grooveorientierten Musik. Der Mix klingt interessant. Ich würde mal grob sagen "Rave meets Talking Heads und Franz Ferdinand". Damit hätte man mal ein ganz grobes Raster, was aber die Musik nicht ausreichend beschreibt.

Sickcity nannte den eigenen Sound einmal "Postnuklearen Diskoschranz". Genauer gesagt machten sie sich zu "Protagonisten des thermonuklearen, posttraumatischen Discoschranz". Das klingt schräg, ist aber stellenweise durchaus zutreffend.

Die Songs

United We Fall donnert gut los und erinnert an den Postpunk bzw. den beginnenden New Wave mit seinen gut vernehmbaren Synthiesounds. Dazu gibt es eine schöne Dosis Gitarre, was eine gewisse Ähnlichkeit zu Franz Ferdinand schafft. Cocaine ist molliger und weniger hart angelegt. Der Gitarrenanteil ist insgesamt höher. Believe In God legt zu und hat etwas mehr aus der Britpopecke plus Indiesounds.

No Sports wird von fetten Synthies eröffnet, dazu gibt es einen schönen Sprechgesang. Hals über Kopf ist ein eingängiger Song mit Indieanteilen. Es ist der einzige durchgängig deutsch gesungene Song. Was soll ich sagen, das klingt gut und könnte eine Option für die Band sein. Crack Whore ist eine schöne Indienummer mit angenehm abgedrehten Gesangsparts. Love In Her Breath beginnt wie ein NDW-Song. Allerdings streut die Band einige gelungene Parts ein und präsentiert einen angenehm abwechslungsreichen Song.

My Daddy Said ist eine Mischung aus Indie und Britpop mit einer vergleichsweise balladesken Note. Mit dem Titelsong Arkham legt die Band wieder zu. Der Song beginnt mit fetten Sounds, die Richtung Industrial gehen. Der Gesang erinnert an den frühen New Wave, dazu gesellen sich Talking Heads ähnliche Strukturen. The Rainbow Active Song beginnt discomäßig, dazu gibt es wieder fette Synthiesounds, dicke Bass-Sounds und schöne Gitarrenakzente. In My Head ist wieder einer der melodischeren Vertreter, wieder so eine Mischung aus Indie und Britpop. Julia klingt wie ein Lovesong, der aber immer wieder mit heftigen Parts aus der Lethargie reisst. Zum Abschluss gibt die Band noch mal volle Kante. Pretty Boy ist der vielleicht abgedrehteste Song des Albums.

Fazit Die ganze Art, wie die Band Sickcity sich offiziell präsentiert - vom Auftreten der Musiker über die Genreeinstufung als postnuklearer Diskoschranz - vermittelt auf mich den Eindruck einer Band, welche sich selbst nicht immer ganz so ernst nimmt. Soundmäßig irgendwo zwischen Indierock und 1980er New Wave angelegt, stellenweise an die Talking Heads oder neuere Acts wie Franz Ferdinand erinnernd, versprühen Sickcity dann auch jede Menge Spaß.

Trackliste

  1. United We Fall
  2. Cocaine
  3. Believe In God
  4. No Sports
  5. Hals über Kopf
  6. Crack Whore
  7. Love In Her Breath
  8. My Daddy Said
  9. Arkham
  10. The Rainbow Active Song
  11. In My Head
  12. Julia
  13. Pretty Boy

Rezensent: MP