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Albumbesprechung Skunk Anansie - Stoosh

Interpret: Skunk Anansie

Titel: Stoosh

Erscheinungsjahr: 1996

Genre: Rock, Alternative

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Stoosh ist der Titel des zweiten Studioalbums der Band Skunk Anansie. Das Album erschien im Jahr 1996.

Skunk Anansie waren zum Zeitpunkt des Erscheinens eine durchaus bekannte Größe. Das Debütalbum lief überraschend gut, erreichte die Top 10 im UK, Rang 19 in Österreich und Rang 37 in Deutschland.

Das mit dem zweiten Album kann eine schwierige Sache sein, nicht so für die Band mit Sängerin Skin, Bassist Richard Cass Lewis, Gitarrist Martin Ace Kent und Drummer Mark Richardson. Stoosh bedeutete den Durchbruch in Europa. In die Top 10 ging es z. B. im UK, in der Schweiz, in Österreich, in den Niederlanden und in Norwegen. In Deutschland war Rang 11 drin, die Single Hedonism mauserte sich zu einem kleinen Hit.

Vor allem beim jüngeren Publikum kam die Band, auch dank guter MTV Präsenz, sehr gut an. Dabei hielt sich die Band an ihr schon auf dem Debüt eingeschlagenes Konzept: vom Alternative beeinflusster Rock mit klassischer Prägung. Im Zentrum stand Sängerin Skin, Gitarrist Ace konnte sich auf diesem Album aber etwas mehr in Szene setzen. Die Texte waren vergleichsweise direkt, stellenweise auch sehr persönlich und, na ja, manchmal politisch.

Das mit dem Politisch war so eine Sache, welche Skin scheinbar auf den Senkel ging. Verarbeitet wurde es in der klaren Antwort mit Yes It's Fucking Political. Skin meinte, das man Politik und Musik nicht wirklich mischen kann. Letzten Endes wäre jedoch alles irgendwie fucking political und daher eben auch immer ein Element ihrer/der Musik. Musikalisch hat der Song einen guten Druck Richtung Rage Against The Machine.

All I Want könnte man in dem Sinn auch als politisch bewerten. Es geht um Geldgier, inspiriert durch die in den USA gängige Form des Kapitalismus, aber lt. Skin kein Song über die Menschen in den USA. Musikalisch klingt das auch nach USA, vor allem die Strophen erinnern an College-Rock.

She's My Heroine ist ein melancholischer Song aus dem Themenbereich Beziehungen, durch das Intro-Riff wird der Song musikalisch in die Grunge Ecke gedrückt.

Infidelity (Only You) geht einen anderen Weg, und zwar den balladesken mit Streichern. Das ist immer etwas gewagt, in diesem Fall funktioniert das aber extrem gut.

Hedonism (Just Because It Feels Good) dürfte der bekannteste Song der Band sein. Die Band liefert hier einen eingängigen Midtempo Rocksong, einfach konzipiert aber auch irgendwie einfach gut.

Twisted (Everyday Hurts) ist ebenfalls eher einfach konzipiert und daher wohl auch recht bekannt geworden. Die Gitarrenriffs verleihen dem Song in den Strophen eine subtil punkige Note, im Refrain mündet das aber erneut in eher klassischen Rock.

We Love Your Apathy ist der erste richtig politische Song. Im Grund geht es um das Wahlverhalten der meisten Bürger und die Gleichgültigkeit, mir der dann immer wieder die selben Figuren in die Regierungen kommen. Musikalisch könnte man, trotz der erneut sehr klassisch-rockigen Gitarrenarbeit, von Alternative-Rock sprechen.

Brazen (Weep) ist ein weiterer balladesker Song, von Skin in der Phase eines persönlichen Tiefs geschrieben. Das wirkt dementsprechend etwas melancholisch dunkel, ist aber wie Infidelity sehr intensiv und überzeugend.

Pickin' on Me ist einer der wenigen Songs, der praktisch nur von Gitarre und Stimme getragen wird. Das ist man dann auch schnell in der Welt des guten alten Protestsongs. Inhaltlich geht es um einen ehemaligen Klassenkameraden Skins, der vor allem durch eine gewisse Arschkriecherei auffällig war. Sie meinte damals, dass er mal einen guten Polizisten abgeben könnte. Tatsächlich ging er später zur Polizei. Laut Skin ist die Story auch eine Parabel darauf, wie Rassismus sozusagen schon im Klassenzimmer beginnt.

Milk Is My Sugar ist ein Song, in dem es schlicht und ergreifend um Sex geht. Ein lasziver und relativ harter Song, hier wieder mit einer gewissen Rage Against The Machine Note.

Glorious Pop Song wurde von der Band so genannt, weil sie aufgrund der auffällig einschmeichelnden Harmonien Angst hatte, der Track könnte so erfolgreich werden, dass die Band irgendwie nur darüber definiert wird. Um das auszuschließen, packten sie einfach noch ein paar unflätige Ausdrücke in den Text, damit der Song nicht radiokompatibel ist. Ganz so schlimm ist das alles nicht, tatsächlich ist der Song aber vergleichsweise eingängig konzipiert.

Fazit Stoosh war, wie gesagt, der Durchbruch der Band in Europa. Rein kommerziell lief das Album besser als das Debütalbum. Die Band wirkte gereifter, gab dafür aber etwas der Intensität des Debüts auf. Ungeachtet dessen ist der Gesamteindruck auch hier gut, letzten Endes liegt das auch an der Strahlkraft Skins, die vor allem in den Balladen unglaublich unter die Haut geht.

Trackliste

  1. Yes It's Fucking Political 3:51
  2. All I Want 3:52
  3. She's My Heroine 5:03
  4. Infidelity (Only You) 6:00
  5. Hedonism (Just Because You Feel Good)3:29
  6. Twisted (Everyday Hurts)4:13
  7. We Love Your Apathy 5:11
  8. Brazen (Weep) 4:38
  9. Pickin' on Me 3:18
  10. Milk Is My Sugar 3:48
  11. Glorious Pop Song 4:18

Rezensent: MP

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