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CD-Kritik Soft Machine Legacy - Live Adventures

Interpret: Soft Machine Legacy

Titel: Live Adventures

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Jazz-Fusion, Jazz-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Live Adventures ist ein Live-Album der Band Soft Machine Legacy. Das Album erschien 2010 und enthält Live-Aufnahmen einer Europatour im Jahr 2009 vom Posthof in Linz und The Village in Habach.

Soft Machine Legacy ist eine Nachfolgeband der Soft Machine. Die Band entstand um 2002 als Soft Works, nachdem sich Moonjune Boss Leonardo Pavkovic für eine Reunion der Soft Machine stark machte. Ob es sich nun wirklich um eine Soft Machine handelt oder nicht, darüber kann man trefflich streiten. Spätestens als 2009 mit dem Tod von Hugh Hopper das letzte Originalbindeglied zur Soft Machine wegfiel, muss man eigentlich auch das Kapitel Soft Machine als erledigt bezeichnen.

Andererseits hatten, außer Theo Travis, alle Musiker dieser Soft Machine Legacy irgendwann schon mal bei Soft Machine mitgewirkt. Und trotzdem ist es eben nicht Soft Machine. Wo Soft Machine oft sehr komplex war, da ist die Soft Machine Legacy leichtfüßiger mit einem laid-back gespielten Jazz-Rock. Gerade mit Live Adventures wird dieser Aspekt stark herausgehoben.

Has Riff II startet noch ruhig und verspielt. Die Klangmalereien sind schön und manchmal leicht psychedelisch, aber nicht zu komplex. Hier fühlt man sich durchaus an ältere Soft Machine Sounds erinnert. Grapehound hat dann aber schon diese eher leicht verdauliche Jazz-Rocknote. The Nodder beginnt spacig und steigert sich permanent. Manchmal erinnert mich das entfernt an alte Kraan Sachen. Grooviger, mit einem leichten Touch Funk und Soul, geht die Band dann an In The Back Room heran.

Mit Aeoulus schaltet die Legacy mehrere Gänge zurück. Der Song hat einen spacigen und elegischen Charakter. Relegation Of Pluto / Transit geht wieder in Richtung Jazz Fusion, dieses mal aber doch komplexer und freier gespielt. Außerdem gibt sich Marshall hier die Ehre mit einen längeren Drumsolo. Nicht gerade zeitgemäß, aber gut gelungen. Mit Gesolreut interpretiert die Band einen Song von Ratledge. Wieder ein gut groovender Song mit interessantem Grundthema und schönen Einzelleistungen. Mit Facelift folgt ein schönes Tribut an den verstorbenen Hugh Hopper. Last Day klingt zum Abschluss verspielt, leicht spacig und mit gewissen proggigen Anteilen.

Fazit Ich denke, dass vielen Jazz Rock Fans die Musik hier nicht weit genug geht. Auch Fans der alten Soft Machine dürfte die Experimentierfreudigkeit der vier Musiker vielleicht nicht weit genug gehen. Mir persönlich gefällt Live Adventures von der Soft Machine Legacy aber gut. Alle vier beteiligten Musiker spielen auf einem hohen Niveau. So etwas wie der Chef im Ring ist aus meiner Sicht Gitarrist Etheridge, der instrumental das Geschehen bestimmt. Auch Travis am Gebläse kann sich nachhaltig einbringen. Gerade die Interaktionen von Travis und Etheridge klingen sehr schön. Insgesamt ist der Mix aus groovig rockendem Jazz Fusion mit spacigen und proggigen Themen bei gutem Sound unterhaltsam. Wie gesagt: mit der alten Musik von Soft Machine hat das nicht immer ganz so viel zu tun, die Legacy klingt dazu im Vergleich fast schon eingängig. Das tut aber dem guten Eindruck aus meiner Sicht keinen Abbruch.

Trackliste

  1. Has Riff II 8:30
  2. Grapehound 8:38
  3. The Nodder 7:03
  4. In The Back Room 9:42
  5. Song Of Aeolus 6:58
  6. The Relegation Of Pluto / Transit 3:02
  7. Gesolreut 5:52
  8. Facelift 3:28
  9. Last Day 5:01

Rezensent: MP

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