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Albumbesprechung Tim Sparks - Chasin' The Boogie

Interpret: Tim Sparks

Titel: Chasin' The Boogie

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Akustikgitarre instrumental

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Chasin' The Boogie ist der Titel eines Albums des Fingerstyle Gitarristen Tim Sparks. Das Album erschien am 30.05.2014 bei Acoustic Music Records im Vertrieb von Rough Trade.

Sparks ist ein alter Hase der Gitarrenszene. Seit den 1970ern ist er als Musiker unterwegs, mit dem 1993er Debütalbum The Nutcracker Suite konnte sich Sparks als Soloartist in der Akustik-Szene nachdrücklich Gehör verschaffen. Stilistisch zeigte sich Sparks breit aufgestellt, von Klassik über Blues und Jazz bis hin zu Folk und Weltmusik ist bei ihm alles drin.

Dies ist grundsätzlich auch auf diesem Album der Fall, wobei es aber doch ein spezielles und persönliches Album mit einer klaren Tendenz zu Boogie/Rag bis Country Blues zu sein scheint. Es ist eine kleine Zeitreise nach North Carolina, wo er mit der heimischen Folk-Musik bzw. Gospel und Country Blues aufgewachsen ist. Die Songs bzw. die Ideen zum Album entstanden in einer Phase, als er oft seine an Parkinson erkrankte Mutter in der alten Heimat besuchte. In dieser nachdenklichen Phase kamen die Erinnerungen an die Kindheit auf und damit auch die Musik, mit der er groß wurde.

Diese verarbeitet er in Eigenkompositionen wie dem Doc Watson/Blind Boy Fuller inspirierten Carolina Blue Guitar, der Jagd nach der perfekten Piano-Boogie Adaption auf der Gitarre mit Chasin' The Boogie, der bildhaften Untermalung einer Tour in den Bergen auf Reckless Persuasion (wieder mit gutem Boogiefeel) und dem augenzwinkernden Blue La La mit Einflüssen von Snooks Eaglin und dem Stil des in North Carolina recht bekannten Warner Williams.

Vergleichsweise viel Fremdmaterial bzw. Bearbeitungen traditioneller Themen gibt es auf diesem Album, aber das gehört in der Regel zu Zeitreisen in die persönliche Vergangenheit.

Die Bearbeitungen des McCartney Songs Blackbird (in D-Stimmung) sowie die in Drop-D Tuning im G-Dur gespielten Songs Both Sides Now (von Joni Mitchell) und Blue Bayou (von Roy Orbison) gehen in Ordnung. Alle drei Songs bilden aber zumindest nicht die Highlights des Albums, Blue Bayou wäre aus meiner Sicht verzichtbar gewesen. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Mr. Bojangles funktioniert in einer schönen Pickingbearbeitung besser und auch seine Bearbeitung des bekannten Mississippi Blues kann gefallen.

Gospeliger wird es mit den Bearbeitungen von I'll Fly Away, What A Friend We Have In Jesus und stellenweise seiner Version des Folk-Klassikers Wayfaring Stranger. Hier präsentiert er vor allem mit I'll Fly Away ein Schmankerl. Einen der Lieblingssongs seiner Großmutter (die selbst Organistin bei Gottesdiensten war), interpretiert Sparks herzergreifend schön und gefühlvoll, lässt es aber nicht an abenteuerlich schnellen Runs fehlen.

Fazit Sparks präsentiert auf seinem Album Chasin' The Boogie instrumentale Akustik-Gitarrenmusik und der Titel lässt vermuten, dass man hier einiges in Richtung Boogie zu hören bekommt. Vor allem seine Eigenkompositionen (welche die Highlights markieren) präsentiert Sparks groovig Richtung Boogie bis Ragtime. Daneben kann er vor allem die Traditionals bzw. bekannte Standards mit seinem Spiel aufzuwerten, die Bearbeitungen von Blue Bayou, Both Sides Now und Blackbird fallen aus meiner Sicht leicht ab. Schöne instrumentale Akustik-Gitarrenmusik ist das aber jederzeit und Sparks zeigt sich als Meister seines Fachs, der Gefühl und Technik kongenial zusammenbringen kann.

Trackliste

  1. Carolina Blue Guitar 3:08
  2. Chasin' The Boogie 3:11
  3. I'll Fly Away 5:24
  4. Blackbird 3:07
  5. Reckless Persuasion 3:54
  6. Mr. Bojangles 3:32
  7. What A Friend We Have In Jesus 1:52
  8. The Mississippi Blues 3:01
  9. Blue La La 3:09
  10. Both Sides Now 3:14
  11. Wayfaring Stranger 2:50
  12. Blue Bayou 5:00

Rezensent: MP

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