Anzeige

Albumbesprechung Ten Years After - Recorded Live

Interpret: Ten Years After

Titel: Recorded Live

Erscheinungsjahr: 1973

Genre: Blues Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Recorded Live ist ein Livealbum der englischen Blues-Rockband Ten Years After. Das Album erschien im Jahr 1973 als Doppel-LP, es erschien damit in der späten Bandphase. Immerhin löste Alvin Lee die Band im Jahr 1975 auf. Das Album verkaufte sich zwar nicht schlecht, es war aber auch kein großer Erfolg. Auch die Kritiken zum Album fielen in der Regel eher verhalten aus.

Ten Years After war eine der Top Bands des Blues-Revival in England. Von 1967 bis 1973 hatte die Band ein recht stabiles Line Up mit Chick Churchill, Leo Lyons und Ric Lee. Chef des Ganzen war Alvin Lee. Alvin Lee galt, zu Recht, als einer der flinksten Gitarristen des englischen Blues Revival. Das sprach sich herum und die Band erhielt eine Einladung zum legendären Woodstock Festival. Damit schafften Alvin Lee und seine Jungs den Durchbruch. Dieses Album erschien dann in einer relativ späten Phase der Band, enthalten sind Live-Aufnahmen verschiedener Konzerte in Europa.

Musikalisch hält Lee zwar an bewährtem Material fest, aber irgendwie klingt das vergleichsweise hart. Gleich mit dem Opener "One Of These Days" lässt es Lee ordentlich krachen, das folgende "You Give Me Loving" ist zwar bluesiger angelegt, rockt aber auch gut. Auch dem Blues Klassiker "Good Morning Little Schoolgirl" verhalf Lee zu einem rockigen neuen Gewand. Der Song "Hobbit" entstammt der Feder des Drummers Ric Lee und enthält ein minutenlanges Schlagzeugsolo. Dieses Drumsolo wirkt mittlerweile etwas antiquiert, gut gelungen ist das aber allemal.

Danach folgt mit "Help" Me ein reinrassiger Blues, welchen die Band gut interpretiert. Vor allem Lee lässt hier mit einem unfassbar langen Gitarrensolo ganz schön die sprichwörtliche S.. heraus. Ähnliches gilt für "I Can't Keep From Cryin'". Der Titel besteht allerdings aus drei Teilen, ist insgesamt über 16 Minuten lang und bietet eine Parforce Ritt über diverse Stilistiken von Rock über Blues bis hin zu Psychedelic und Jazz. Danach kommt ein relativ relaxter "Blues in C", dem das unvermeidbare "I'm Going Home" folgt. Lee hat sich mit dem Song zweifellos die Finger blutig gespielt, aber die Leute wollten gerade die Nummer nach Woodstock einfach immer hören. Gut gelungen ist diese Version hier in jedem Fall, aus meiner Sicht stellt es sogar eine der schwungvollsten Versionen dar. Den Abschluss des Originalalbums bildet "Choo Choo Mama", ein Song, der in erster Linie als Zugabesong gedient haben dürfte.

Fazit Recorded Live ist ein gelungenes Live-Album einer richtig guten Bluesrock-Band. Auch wenn die Meinungen auseinandergehen, würde ich dieses Album zu den besten Live-Alben der frühen 1970er zählen. Aber ich mag auch lange Gitarrensoli. Davon gibt es auf der Scheibe so richtig satt, dazu auch eines der damals gerne gehörten Drumsoli. Das könnte viele Hörer eher abschrecken. Wer jedoch auf typischen härteren Bluesrock der frühen 70s steht, der wird hier bestens bedient.

Trackliste

  1. One of These Days 5:36
  2. You Give Me Loving 5:25
  3. Good Morning Little Schoolgirl 7:15
  4. Hobbit 7:15
  5. Help Me 10:44
  6. Classical Thing 0:55
  7. Scat Thing 0:54
  8. I Can't Keep From Cryin', Sometimes (part 1) 1:57
  9. Extension on One Chord - 10:46
  10. I Can't Keep From Cryin', Sometimes (part 2) 3:21
  11. Silly Thing 0:26
  12. Slow Blues In 'C' 7:24
  13. I'm Going Home 9:30
  14. Choo Choo Mama 2:56

Rezensent: MP