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Albumbesprechung Trouble Is A Lonesome Town - Thriftstore Masterpiece

Interpret: Thriftstore Masterpiece

Titel: Trouble Is A Lonesome Town

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Rock/Pop, Country/Western, Tex-Mex

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Trouble Is A Lonesome Town ist ein Album von Thriftstore Masterpiece. Das Album erschien bei uns am 12.07.2013.

Thriftstore Masterpiece ist weniger eine feste Band als vielmehr ein Projekt oder Musikkollektiv um den Produzenten Charles Normal/Norman. Er hat sich auf die Fahne geschrieben, vergessene Meilensteine aus Rock und Pop neu einzuspielen. Den Beginn macht Trouble Is A Lonesome Town, ein Album, welches 1963 von Lee Hazlewood eingespielt wurde.

Bis zur endgültigen Realisierung dieses Thriftstore Masterpiece Projektes brauchte es ein paar Jahre. Charles Normal/Norman wollte das Album ursprünglich mit Frank Black und seinem Bruder Larry Norman aufnehmen. 2008 starb Larry Norman. Das Projekt wurde erst einmal auf Eis gelegt und später auf Drängen von Issac Brock weiter verfolgt.

Norman holte sich letztlich Singer Songwriter Pete Yorn, Frank Black (Pixies), Isaac Brock (Modest Mouse), Courtney Taylor-Taylor (The Dandy Warhols), Kristin Blix (Guards Of Metropolis) und Eddie Argos (Art Brut) zur Realisierung, einige Songs wurden noch von Larry Norman eingesungen.

Das Original von Trouble Is A Lonesome Town stammt vom 2007 verstorbenen legendären Lee Hazlewood. Der legte mit dem Album 1963 ein Country/Wild West Album vor, welches in seiner konzeptionellen Form sehr fortschrittlich war. Es handelt sich mit der durchgängigen Erzählstimme im Prinzip um eine Art Konzeptalbum, die das Leben in einer fiktiven Wild-West Stadt erzählt.

Normal ging behutsam an die Sache heran. Er versuchte einerseits, möglichst viel von der Originalstimmung zu erhalten. Andererseits klingt die Neueinspielung natürlich moderner und damit anders. Die Produktion ist insgesamt dicker. Long Black Train rockt mit gutem Tex-Mex Faktor, Ugly Brown klingt lasziv nach Honky Tonk. Ein kleines Highlight sind die Gesangsparts von Frank Blacks 8-jährigem Sohn auf Son Of A Gun, er erinnert mit seinem speziellen Akzent an Soloarbeiten von Black. Run Boy Run rockt in relativ zeitgemäßer Nashville Manier, Six Feet Of Chain hat eine weniger rockige Country-Attitüde, die gleichsam immer wieder mit modernen Elementen spielt. Look At That Woman klingt mit seinem Mix aus schleppendem Rock und fetter Orchestrierung interessant, Peculiar Guy überrascht mit einer subtil punkigen Note.

Interessanterweise ist die Orchestrierung stellenweise stärker spürbar als auf dem Original, vor allem die Gebläsefraktion verleiht der Produktion eine gute Tex-Mex Note. Das ist bemerkenswert, da Hazlewood eigentlich gerne mit großen Orchester aufwartete, darauf aber gerade auf diesem Soloalbum verzichtete.

Fazit So ein Projekt ist nicht einfach zu bewerten. Wer einen reinen Klon des Originals erwartet, könnte ebenso enttäuscht werden wie der, der eine komplette Neugestaltung erwartet. Aus meiner Sicht hat sich Normal dazwischen positioniert. Er erhält viel vom Hazlewood Flair, klingt aber nicht total antiquiert. Im direkten Vergleich zum Original könnte man die einzigartige Hazlewood Simme ebenso vermissen wie die damals eher sparsame Instrumentierung. Aber Normal schafft den Spagat zwischen Erhaltung und Restaurierung gut und legt ein, aus meiner Sicht, gelungenes Tribute-Album vor. Ich denke, Hazlewood hätte gut damit leben können.

Trackliste

  1. Long Black Train feat. Frank Black
  2. Ugly Brown feat. Larry Norman
  3. Son Of A Gun feat. Julian Clark, Frank Black
  4. We All Make The Flowers Grow feat. Kristin Blix
  5. Run Boy Run feat. Frank Black
  6. Six Feet Of Chain feat. Pete Yorn
  7. The Railroad feat. Isaac Brock
  8. Look At That Woman feat. Courtney Taylor-Taylor
  9. Peculiar Guy feat. Eddie Argos
  10. Trouble Is A Lonesome Town feat. Larry Norman

Rezensent: MP