Anzeige

Albumbesprechung Triumvirat - Illusions on a Double Dimple

Interpret: Triumvirat

Titel: Illusions On A Double Dimple

Erscheinungsjahr: 1974

Genre: Prog-Rock, Klassik-Rock, Pop-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Illusions On A Double Dimple war das zweite Album der Kölner Formation Triumvirat. Das Album erschien im Jahr 1974. Bekannterweise waren Triumvirat nie ganz unumstritten, im Heimatland zumindest hatten sie keinen guten Stand. Dafür lief es in den USA ganz ordentlich, dort mochte man den Mix aus Klassik- und Progrock und einigen Mainstreamtauglichen Passagen. Mit dem Album Illusions On A Double Dimple konnten Triumvirat so etwas wie den Durchbruch in den USA feiern und mit dem folgenden Album Spartacus ihren wohl größten kommerziellen Erfolg feiern. Besetzungsmäßig hatte sich etwas in der Band getan. Die Aufnahmen begannen in der Besetzung Bathelt, Fritz und Pape. Während der Aufnahmen ging Pape, dafür kam Helmut Köllen. Dazu holte man auch noch das Orchester des Kölner Opernhauses, die Brass Section von Kurt Edelhagen und einige Sängerinnen für die Background Vocals. Wie erwähnt gelang der Band damit ein erster Durchbruch in den USA, allgemein wurde das Album außerhalb Deutschlands ganz gut bewertet. Alleine in Deutschland war man doch sehr zurückhaltend, die Band musste hier doch einiges an Häme ertragen.

Pro Plattenseite gab es nur einen Song. Das hatte etwas von einem Opus. Der erste große Track des Albums ist der Titelsong Illusions on a double dimple. Fritz legt damit einen recht unterhaltsamen und abwechslungsreichen Song vor, relativ eingängige Gesangsparts wechseln mit gut gemachten Progparts a la King Crimson und ELP.

Auch der zweite Song Mister ten percent stellt eine Art Mini-Opus dar. Das beginnt mit dem obligatorischen Pianointro und mündet schnell in einen guten Progpart, dem wieder ein verspielter Pianopart und später recht eingängige bis symphonische Vokalparts folgen Auch hier passt das Paket, Triumvirat bieten einen schönen Mix aus Prog, Pop und Rock mit Klassikanteilen.

Auf neueren CD Ausgaben gibt es noch Bonus Tracks. Dancer's delight ist ein erstaunlich harter Song, vielleicht einer der härtesten Songs der Band. Timothy ist eine melodische Akustikballade mit Anleihen an Beatlesmelodien und ELP Akustiksongs. Dimplicity ist ein Part des ersten Songs Illusions On A Double Dimple und Million dollars der Edit des Schlussparts von Mister Ten Percent.

Die beiden Haupttracks auf dem Album Illusions On A Double Dimple sind unterhaltsam und gut gemacht. Es gibt einige Höhepunkte, vor allem die Prog-Parts sind aus meiner Sicht bemerkenswert. Dazu bringt die Band hier zum ersten mal vernehmliche Kostproben aus Pop und Rock. Hier sind diese Teile noch nicht sehr tragend, insgesamt wirkt das manchmal sogar erfrischend - wenn auch nicht immer sehr originell. Köllen hatte sich nach meiner Ansicht gut in die Band integriert. Er singt ordentlich, seine Akustikgitarrenparts lockern die Songs angenehm auf. Bathelt trommelt, wie auf dem ersten Album, gut. Leider wurden die Drums relativ dünn abgemischt. Auf die Fähigkeiten von Jürgen Fritz muss man nicht weiter eingehen.

Fazit Auch hier stehen natürlich die ewigen Vergleiche mit ELP an. Ich persönlich nutze diese Vergleiche auch, wenn ich Alben beschreibe. Sie dienen einer Orientierung. So höre ich anfangs auch King Crimson Sounds oder in Pop Passagen Anleihen an die Beatles. Aber ich würde Triumvirat nicht als reinen ELP Klon oder aufgrund der Zitate anderer Bands als unoriginell oder gar schlecht bezeichnen. Die mit guten Bands durchaus gesegneten US-Amerikaner jedenfalls erkannten die Qualität der Band und honorierten das auch. Beide Songs funktionieren gut, mit Köllen hatte Fritz einen guten Sänger gefunden. Die Bandleistung stimmt, leider sind die Drums für meinen Geschmack etwas dünn abgemischt. Aber insgesamt würde ich Illusions On A Double Dimple in etwa auf Augenhöhe mit dem Debütalbum Mediterranean Tales sehen. Das Album ist etwas abwechslungsreicher mit eine höheren Pop-Rockfaktor und damit einer leicht geringeren Klassik- und Prognote. Ein Trend, welchen Fritz in der Folge konsequent durchzog.

Trackliste

  1. Illusions on a double dimple 23.22
    1. flashback
    2. schooldays
    3. triangle
    4. illusions
    5. dimplicity
    6. Last dance
  2. Mister ten percent 21.31
    1. maze
    2. dawning
    3. bad deal
    4. roundabout
    5. lucky girl
    6. million dollars
  3. Dancer's delight (Bonustrack) 3.32
  4. Timothy (Bonustrack) 4.08
  5. Dimplicity (Bonustrack edit) 3.15
  6. Million dollars (Bonustrack edit) 2.35

Rezensent: MP