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Albumbesprechung Triumvirat - Spartacus

Interpret: Triumvirat

Titel: Spartacus

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Prog-Rock, Klassik-Rock, Pop-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Spartacus war das dritte Album der Kölner Band Triumvirat. Das 1975 veröffentlichte Album wird allgemein als Meilenstein der Bandgeschichte bezeichnet. Vor allem in den USA konnte die Band weiter zulegen, auch in Deutschland nahm man zumindest einmal Notiz von der Band. Die Besetzung war gleich geblieben. Helmut Köllen bediente Bass, Gitarren und Gesang, Hans Bathelt saß an den Drums und Jürgen Fritz wie immer an den Keyboards. Mit Spartacus legte die Band ihr erstes Konzeptalbum vor. Es handelt von dem berühmten Gladiatoren Spartacus, der den dritten Sklavenaufstand anführte. Der Text stammt größtenteils von Hans Bathelt. Nach dem Album verließ Helmut Köllen die Band und wollte eine Solokarriere starten. Leider erlebte er den Release seines ersten Soloalbums nicht mehr, er starb 1977.

Wie erwähnt, wird Spartacus heute als das Meisterwerk der Band bezeichnet. Interessanterweise weist es zwei Eigenheiten auf, die konträr zueinander stehen: man warf der Band vor, noch nie so stark nach ELP geklungen zu haben. Andererseits war der AOR und Mainstream Faktor noch nie so hoch wie auf diesem Album. Eigentlich waren das schon gewisse Widersprüche, dennoch treffen beide Argumente teilweise zu. Wenn man so will, legt die Band mit Spartacus eine Mischung aus Pop und Prog vor. Beim Publikum kam das gut an und Triumvirat waren bezüglich der Mainstream Orientierung den Kollegen aus England vielleicht einen Schritt voraus.

Die Songs:

The Capital of Power ist kurz gehalten. Fritz brilliert an den Synthies, der Bass von Köllen klingt drahtig und gut, Bathelt trommelt sehr gut. The School of Instant Pain ist ein längerer Song, wenn man so will ein kleiner Zyklus mit verschiedenen Parts, alles relativ Progorientiert mit Anleihen an ELP, US-Prog a la Kansas und manchmal etwas Genesis-Approach. The Walls of Doom klingt erstaunlich relaxt und besitzt für mich viele Westcoast-Rock Anteile, dazu gibt es die eine oder andere Progidee. The Deadly Dream of Freedom ist eine Ballade von Köllen, Balladen waren zweifellos eine seiner großen Stärken.

The Hazy Shades of Dawn wirkt witzig und stimmig, die Synthesizermelodie erinnert an den Einzug der Gladiatoren. The Burning Sword of Capua ist feinster Prog-Rock mit guter ELP-Note, The Sweetest Sound of Liberty ist wieder ein Köllen Song und wieder handelt es sich um eine Ballade. The March to the Eternal City bietet viel Prog-Rock und reine Pianoparts. Der opulente Song weist teils spektakuläre Instrumentalparts auf. Vor allem Jürgen Fritz zeigt hier immer wieder, wo der Keyboardhammer hängt. Auch der Titelsong Spartacus bietet einen Mix aus Pianoparts, Progparts im Stil von ELP sowie recht eingängige symphonische Parts und Soft-Rockiges Material. Auf dem neuen Release gibt es noch zwei Bonustracks. Der erste ist eine Liveversion des Songs The Capital of Power und den flotten Bathelt Song Showstopper.

Fazit Triumvirat legen mit Spartacus sicherlich ihren Bandinternen Meilenstein vor. Die Konzeption stimmt, die Qualität (auch aufnahmetechnisch) ist sehr gut. Die Songs liegen qualitativ auf einem hohen Niveau. Soundmäßig hört man einiges, was an ELP erinnert. Auch gewisse Anleihen an AOR bzw. Mainstreambands sind erkennbar. Fritz glänzt, wie immer, an den Keyboards. Bathelt ist ein exzellenter Drummer. Köllen bringt gute Vocalbeiträge und Bassparts ein, seine Komposition bilden zudem eine schönen Kontrast zum eher proglastigen restlichen Material.

Trackliste

  1. The Capital of Power (Fritz) 3:13
  2. The School of Instant Pain 6:22
    1. Proclamation (Fritz, Bathelt)
    2. The Gladiator's Song (Fritz, Bathelt)
    3. Roman Entertainment (Fritz, Bathelt)
    4. The Battle (Fritz, Bathelt)
  3. The Walls of Doom (Fritz) 3:57
  4. The Deadly Dream of Freedom (Köllen, Bathelt) 3:54
  5. The Hazy Shades of Dawn (Fritz) 3:09
  6. The Burning Sword of Capua (Fritz) 2:41
  7. The Sweetest Sound of Liberty (Köllen, Bathelt) 2:35
  8. The March to the Eternal City 8:46
    1. Dusty Road (Fritz, Bathelt)
    2. Italian Improvisation (Fritz, Bathelt)
    3. First Success (Fritz, Bathelt)
  9. Spartacus 7:39
    1. The Superior Force of Rome (Fritz, Bathelt)
    2. A Broken Dream (Fritz)
    3. The Finale (Fritz)
  10. The Capital of Power (Bonus, live) (Fritz) 3:17
  11. Showstopper (Bonus) (Bathelt) 3:37

Rezensent: MP