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Albumbesprechung Troya - Point Of Eruption

Interpret: Troya

Titel: Point Of Eruption

Erscheinungsjahr: 1976

Genre: Symphonik-Rock

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Point Of Eruption ist der Titel des einzigen Albums der Deutschen Band Troya. Das Album wurde in einer Miniauflage von ca. 200 Stück im Jahr 1976 produziert und damals im typischen Distributionsverfahren auf Konzerten der Band angeboten.

Keimzelle der Band Troya war die Band Drastic, bestehend aus Elmar Wegmann (Gitarre, Flöte, Gesang), Günter Güttler (Gitarre), Wilhelm Weischer (Bass) und Klaus Pannewig (Schlagzeug, Gesang). Für das Projekt Troya kam Keyboarder Peter Savelsberg zur Band. Dafür verließ Gitarrist Güttler die Band. In der Besetzung ging es als Troya an das Album Point Of Eruption.

Das Material der LP wurde später von einem Vertrieb remastered und auf CD veröffentlicht. Dadurch und durch das allgemeine Interesse im Ausland an allem, was mit Krautrock zu tun hat, erfuhr dieses Album überraschend viel Interesse. Angeblich soll ein ausländischer Krautrockfachmann das Album in ein Listing der 10 wichtigsten Krautrockalben aufgenommen haben und in manchen Foren wird das Album hoch bewertet. Dem gegenüber stehen jedoch extrem viele vernichtende Kritiken zum Album.

Die Songs

  • "She" beginnt durchaus verheißungsvoll, allerdings flacht das Geschehen mit Einsetzen des in bestem Bornemann-Denglisch vorgetragenen Gesang ab. Auch die folgenden Instrumentalparts klingen insgesamt doch sehr amateurhaft. Im Grund könnte man hier von einer Art Eloy-Light sprechen.
  • "Battle Rock" lässt dagegen schon von Beginn an wenig Gutes verheißen. Der Song kann mich überhaupt nicht überzeugen.
  • "Chromatik" legt etwas zu, man könnte gewisse Vergleiche zu den frühen Novalis ziehen. Trotzdem fehlt es dem Song einfach an Substanz.
  • "Festival" klingt mit wabernden Synth-Sounds und Orgelsounds nicht schlecht, Genesis-Fans dürfte das Material sehr entgegenkommen. Leider wird das alles etwas von Gitarren praktisch komplett "zerschossen".
  • "Sinclair" könnte tatsächlich mit dem Herrn der Serie Die Zwei zu tun haben. Zumindest könnte man das Synth-Thema als leichte Abwandlung eben jener Serienmusik sehen. Auch hier prägen die Keyboards den Song, wiederum ist das nicht schlecht gemacht aber leider überzeugen die fuzzy Gitarrensounds ebenso wenig wie die fahrigen Drums.
  • "Choke" ist einer der besseren Titel des Albums. Nicht schlecht wirkt hier der Mix aus Novalis-Symphonik und frühen Eloy-Sounds.

Fazit Ganz pauschal würde ich sagen, dass es einfach schön ist, wenn auch früher unbekannte Aufnahmen ausgegraben werden. Ob man alle Alben aus Krautland je gehört haben muss, muss individuell entschieden werden. Es gibt echte Schätze, gute und weniger gute Alben. Troyas Album würde ich in dieser Grob-Einstufung zur dritten Gruppe zählen. Die Aufnahmequalität ist nicht wirklich gut, da konnte man auch mit der Überarbeitung wenig retten. Die Songs und die Instrumentalleistungen sind, über alles gesehen, maximal durchschnittlich. Wie man immer wieder lesen kann, soll Keyboarder Savelsberg damals der einzige Musiker mit einer gewissen musikalischen Grundausbildung gewesen sein und das kommt in diesem Fall dem Album auch zugute. Denn ansonsten kann die Band kaum überzeugen und die Keyboards setzen für meinen Geschmack die wenigen positiven Akzente. Man sollte so ein Album deswegen nicht einfach so schlecht reden. Wer in dieser Zeit in Deutschland musizierte weiß, wie schwer es war, ein Album überhaupt erst mal aufnehmen zu können und dann im Studio noch ein angemessenes Ergebnis zu erzielen. Ungeachtet dessen sollte man an so einer Produktion auch nicht mehr sehen, als wirklich drin ist. Und das ist eben gerade mal so Durchschnitt.

Trackliste

  1. She (5:46)
  2. Battle Rock (7:58
  3. Chromatik (4:07)
  4. Festival (3:48)
  5. Sinclair (4:59)
  6. Choke (5:58)

Rezensent: MP